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Der irische Komponist John Field (1782 bis 1837) ist selbst versierten Klassikliebhabern oft unbekannt. Auch wenn heute mit dem Begriff "Nocturne" ("Nachtstück") meist Frédéric Chopin in Verbindung gebracht wird, war es doch John Field, der als Erster Klavierwerke unter dieser Bezeichnung schrieb. Seine Kompositionen dienten später Chopin als Vorbild.
Und sie sind es auch heute noch - trotz Chopin - wert, gespielt und gehört zu werden. Fields Landsmann John O'Conor leistet hier mit seiner Auswahl Pionierarbeit, denn im Vergleich zu den Nocturnes von Chopin oder den Sonaten von Beethoven gibt es nur wenige Einspielungen von Fields Nocturnes.
Unter diesen wenigen Einspielungen erscheint mir die Aufnahme mit John O'Conor am gelungensten. O'Conor nimmt die Stücke nicht zu langsam, so daß sich die Melodie zart fließend entfalten kann. Die Verzierungen werden sauber ausgespielt, bleiben aber in die Melodielinie integriert. Es gibt keine unnatürlichen Temporückungen und keine aufgesetzten Effekte, die einzelnen Miniaturen kommen ganz selbstverständlich daher und wirken in sich geschlossen. O'Conor gelingt es auf diese Weise trefflich, den Hörer mit der schlichten Schönheit der Werke zu bezaubern. Das alles in einem zwar etwas halligen, aber trotzdem klaren und warmen Klavierklang, der gut zum Charakter der Musik paßt.
Insgesamt also eine rundum empfehlenswerte CD und ein Geheimtip auch für Kenner und Liebhaber, die schon (fast) alles haben.