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Noch mal leben vor dem Tod: Wenn Menschen sterben
 
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Noch mal leben vor dem Tod: Wenn Menschen sterben (Gebundene Ausgabe)

von Beate Lakotta (Autor), Walter Schels (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 6 (7. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421058377
  • ISBN-13: 978-3421058379
  • Größe und/oder Gewicht: 27,4 x 22,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Letzte Fotografien - Totenbilder von Walter Schels Die Fotografie fixiert den Augenblick, als wollte sie ihn einfrieren. Sie hält fest, was nicht festzuhalten ist: die Erscheinung einer Landschaft, eines Dings, eines Menschen. Indem sie den Zeitfluss unterbricht, vollzieht sie eine Art von Tötung; auch darum avancierte Robert Capas Fotografie eines erschossenen Kameramanns im Spanischen Bürgerkrieg – jene Foto, die den Blendenverschluss mit dem Einschlag des Projektils exakt synchronisierte – zum Lichtbild schlechthin. Die Verwandtschaft des fotografischen Augenblicks mit dem Moment des Todes wurde von der Theorie der Fotografie vielfach hervorgehoben. So schrieb schon Roland Barthes, mit der Fotografie «betreten wir die Ebene des gewöhnlichen Todes»; und Susan Sontag bemerkte: «Fotografieren heisst die Sterblichkeit inventarisieren», denn ein Fingerdruck genüge, «um dem Augenblick gleichsam eine postume Ironie zu verleihen». Gerade diese elementare Verknüpfung zwischen Fotografie und Tod lasse alle Aufnahmen von Menschen als «etwas Beklemmendes» erscheinen; denn der Tod ist so unfassbar wie der Moment, dem die Foto eine dauerhafte Gestalt zu schenken versucht. Fotografische Traditionen Der Tod wurde «in der Fotografie ritualisiert und zivilisiert», behauptet Bernd Busch in seiner «Wahrnehmungsgeschichte der Fotografie»; jedes fotografische Abbild sei ein «kleiner Tod». Dieser «kleine Tod», den Busch in technischer Hinsicht mit der Erfindung der Kleinbildkamera assoziiert, trat freilich von Anfang an in den Dienst des Todes selbst. Zahlreiche Fotografien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Fotografien von Toten. In den europäischen Metropolen, erst recht in Nordamerika, etablierten sich Fotoateliers, die – häufig in enger Kooperation mit den Bestattungsinstituten – die letzten Bilder der Toten produzierten: als Memorialfotografien, später auch als Elemente von Grabsteinen. Albin Mutterer in Wien war ein solcher Spezialist für Leichenfotografie; in München warb der Fotograf Adolph Scheuerer mit folgendem Werbespruch um neue Kunden: «Auch werden Leichenporträts in grösster Ähnlichkeit gefertigt, und erlaube mir zu bemerken, dass ich auf Verlangen diesen Porträts einen freundlichen Anblick zu geben verstehe.» Jay Ruby hat in seiner Studie zu «Death and Photography in America» (1995) mehrere Typen der Totenfotografie im 19. Jahrhundert unterschieden: die «Still alive, yet dead»-Bilder, die den Toten in einem Doppelporträt – kurz vor und kurz nach dem Tod –, manchmal in aufrechter Haltung, oft mit retuschierten Augen zeigen; die «Last Sleep»-Bilder, die den Toten wie im Schlaf darstellen; und schliesslich die Sargfotografien, die den Toten im offenen Sarg abbilden. Auf zahlreichen Fotos sieht man die Angehörigen der Toten, in einigen Fällen sogar die gesamte Trauergemeinde, was jedenfalls das zynische Bonmot widerlegt, wonach die ältere Fotografie (mit ihren langen Belichtungszeiten) die Totenporträts bevorzugt habe, weil Leichen keine Bilder «verwackeln» können. Die meisten Totenfotos, die Jay Ruby oder Stanley B. Burns gesammelt haben, präsentieren übrigens verstorbene Kinder; ausdrücklich betonte auch der Historiker Philippe Ariès, kaum ein Familienalbum dieser Zeit sei «ohne Fotos toter Kinder» ausgekommen. Die Praxis der Totenfotografie wurde erst lange nach der Jahrhundertwende allmählich zurückgedrängt und schliesslich verboten. Dennoch wird nach wie vor fast jeder Tote fotografiert: im Dienst der medizinischen Dokumentation. Diese Fotos tauchen in keinem Familienalbum mehr auf; sie lagern in den Archiven der Kliniken und pathologischen Institute, der Kriminalpolizei oder der Gerichte. Ästhetische Inszenierungen? Umso bemerkenswerter mag erscheinen, dass die künstlerische Fotografie in den letzten Jahrzehnten einen exemplarischen Angriff auf diese neu gezogenen Darstellungsgrenzen unternommen hat. Arnulf Rainer präsentierte mit seinen «Totengesichtern» (von 1979/80) eine Serie übermalter Fotos aus dem Leichenschauhaus; Jeffrey Silverthorne publizierte zwischen 1972 und 1991 eine Vielzahl eindrucksvoller Totenfotos. Hans Danuser beschäftigte sich zwischen 1980 und 1989 mit den klinischen Räumen und sterilen Erscheinungsformen moderner Pathologie, während Rudolf Schäfer, ebenfalls 1989, das ästhetische Pathos der «Last Sleep»-Fotografie aktualisierte. Besondere Beachtung fanden die fotografischen Arbeiten, die Andres Serrano ab 1992 veröffentlichte. Die Rezeption dieser künstlerischen Projekte blieb freilich ambivalent: Den Fotografen wurde gelegentlich eine «Ästhetisierung» des Todes vorgeworfen, eine Strategie der Geschmack- und Pietätlosigkeit, die den inszenierten «Tabubruch» benütze, um die Aufmerksamkeit eines sensationslüsternen Publikums zu erregen. Gerade diesen Vorwurf kann man den kürzlich publizierten, gegenwärtig im Deutschen Hygiene-Museum Dresden ausgestellten Fotografien von Walter Schels nicht machen. «Noch mal leben vor dem Tod» verwandelt die Toten nicht in Objekte ästhetischer Inszenierungen; sie lässt ihnen sogar ihre Namen und die Geschichte ihrer letzten Tage, die Beate Lakotta einfühlsam aufgeschrieben hat. Die Form der Doppelporträts – jeweils eine Foto vor und nach dem Tod – erinnert deutlich an die Erinnerungspraktiken der «Still alive, yet dead»-Fotografie des 19. Jahrhunderts; sie erinnert zumal an den Ernst dieser älteren Fotos, an den Schrecken, den Roland Barthes als die verletzende Urkraft der Fotografie dargestellt hat. Walter Schels – bekannt wurde er mit sensiblen Tierporträts – ist es nicht nur überzeugend gelungen, an diese Tradition anzuschliessen; seine Arbeit kann auch als engagiertes und berührendes Plädoyer für ein menschenwürdiges Sterben betrachtet werden. Nicht das Sterben in der Klinik steht – wie bei Rainer, Silverthorne, Danuser oder Serrano – im Vordergrund, sondern das Sterben in den Hospizen, deren Arbeit eindringlich gewürdigt wird. Im Vorwort des Buchs wird eine Pflegeschwester zitiert; was sie sagt, gilt für die Hospizbewegung, aber auch für eine Betrachtung der nachfolgenden Fotos und Texte: «Man denkt, man härtet ab, aber das Gegenteil ist der Fall: Man weicht auf.» Thomas Macho


Pressestimmen

"So würdevoll hat uns der Tod noch nicht ins Gesicht geblickt." (Bild Hamburg)

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42 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch bewegt, weil das Leben und der Tod bewegt, 14. Juni 2005
Von Ein Kunde
Vorab:
Es ist nicht leicht, dieses Buch zu lesen; nicht nebenher, nicht zur Entspannung und erst recht nicht, um sich abzulenken - wovon auch ? Leben lässt sich ebensowenig ausblenden, wie das Sterben.
25 sehr persönliche Portraits von Menschen, die alle nicht mehr existieren - zumindest körperlich nicht mehr - hinterlassen eine vielleicht letzte Spur auf dieser Welt.
Diese Spur menschlich, ergreifend und vor allem persönlich und einzigartig darzustellen ist den beiden Autoren hervorragend gelungen, wie ich finde.
Schmerz, Angst, Hoffnung und Würde werden eindringlich dargestellt und gehen einem nicht mehr aus dem Kopf.
Wir alle wissen nicht, wie, wann und wo es soweit sein wird - wenn es aber nur halb so erträglich sein sollte wie in den Hospizen, wo es um den Menschen und nicht um die Ärzte und die lebenserhaltenden Maschinen geht, dann müssen wir nicht nur keine Angst vor dem Tod haben, sondern auch viel weniger vor dem Sterben. Trotz aller Tragik und Traurigkeit: Auf jedem Photo der Verstorbenen ist Frieden, Ruhe und Entspannung zu erkennen.
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61 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Thema das jeden betrifft, 20. November 2004
Der Journalistin Beate Lakotta und dem Fotografen Walter Schels ist es gelungen, ein traurig-schönes Buch zu schaffen. Jeder Mensch beschäftigt sich irgendwann mit der eigenen Endlichkeit.
Alles was lebt wird einmal sterben müssen. Die Auseinandersetzung mit dem Sterben und dem Tod macht vielen Menschen Angst, auch vielen Menschen aus dem Buch. Es sind Lebensgeschichten von Menschen, die den Leser des Buches an ihrem Leben und Sterben teilhaben lassen. Die Bilder der Menschen vor und nach ihrem Tod strahlen Würde aus. Der Umgang mit der Gewissheit des nahenden Todes fällt sehr unterschiedlich aus. Mancher erwartet den Tod förmlich, andere fühlen sich noch nicht bereit zu sterben. Interessant sind auch die Reaktionen der Familienmitglieder und Freunde in dieser Situation. So traurig die Schilderung der letzen Monate der abgebildeten Menschen auch sein mag, das Buch befasst sich nicht nur mit dem Sterben, sondern auch mit dem Leben. Selbst schwerkranke Menschen behalten ihren Humor, ihre Eigenheiten und nehmen an dem Leben um sie herum teil. Ein traurig-schönes Buch, das einen zum Weinen aber auch hin wieder zum Schmunzeln bringen kann. Wer die Bilder betrachtet und die dazugehörigen Texte liest wird sich bestimmt seine Gedanken machen, nachdem er das Buch zur Seite gelegt hat.
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ergreifend, 3. April 2007
Von Susanne Hogl "soxmail" (Chemnitz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Ich habe mir das Buch vor über 2 Jahren gekauft, als mein Vater im Sterben lag. Die Situation hat mich verständlicherweise überfordert und da bin ich auf dieses Buch gestossen. Das Buch hat mir Trost gespendet und mir dabei geholfen, mich nicht vordergründig mit meiner Trauer, sondern mit den Gefühlen meines Vaters zu beschäftigen. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich auch mit meinem eigenen Tod auseinandergesetzt, damit, daß unser Leben endlich ist. Und so wie wir unser Leben leben, so leben wir auch unser Sterben, jeder auf seine Weise, ganz unterschiedlich. Es ist schade, daß wir in der heutigen Zeit das Sterben und den Tod so sehr aus unserem Leben ausgrenzen. Wir sperren die Menschen weg, wenn sie aus dem Leben scheiden, wir wollen wegschauen und uns wegdrehen. Aber der Tod ist ein Teil unseres Lebens.
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4.0 von 5 Sternen Sehr Interessant und Aufschlußreich
Noch mal leben vor dem Tod: Wenn Menschen sterben Dieses Buch ist sehr Interessant wie und was die menschen in diesen Buch alles noch Erlebt haben und wie sie alle einzelnt wie... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von B. Meierdierks veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Sehr berührend
Es hat mich einige Überwindung gekostet, dieses Buch zu beginnen, einfach, weil es ein Tabu bricht und ich doch Berührungsängste mit dem Thema Tod habe. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von FG veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Sehr beeindruckend
Das Buch berührt, nicht nur die Fotos sonder auch der text,es ist schon ein Thema das jeden berührt, das jeden betrifft und hier ist die Art mit dem Tod, dem Sterben umzugehen... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Ruth Denzler veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Sehr fesselnd...
Ich habe heute die Ausstellung der Fotos in Erlangen gesehen und bin überwältigt. Ich will nicht viel dazu schreiben, denn zu diesem Thema sollte sich Jeder selbst eine Meinung... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Alexander Kulla veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Einfach nur zu empfehlen
Wer sich mit diesem Thema beschäftigen will oder muss, der hat in diesem Buch wirklich einen hilfreichen Begleiter. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Ilona Vogler-biczysko veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen www.willkommen-im-himmel.de
Für mich als Autorin zum Thema TOD ist dieses Werk ein wunderbares Zeugnis. Wie sich das Gesicht, der Ausdruck im Anblick des Todes verändert, gar verschönert, war für mich eine... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. August 2007 von Constanze Köpp

5.0 von 5 Sternen Mutig, bewegend, wertvoll
Die SPIEGEL-Redakteurin Beate Lakotta und der für seine Charakterstudien bekannte Fotograf Walter Schels haben das Lebensende von 24 Menschen im Alter von 17 Monaten bis 83 Jahren... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. August 2007 von Barbara Rolf

5.0 von 5 Sternen Worte die ein Leben wiegen !
Ein Buch mit einer solchen Ausdruckskraft ist mir bis her noch nicht begegnet. Das Thema Tot und Sterben betrifft Jeden und dennoch wird es auf verschiedenste Weise angegangen und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Dezember 2006 von L. Henkes

5.0 von 5 Sternen Menschen bereiten sich auf das Sterben vor
Ein unglaubliches Buch das auf sehr nahe gehende Art ein absolutes Tabuthema unserer Gesellschaft behandelt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. November 2006 von S. D. Michael Diehl-Roth

5.0 von 5 Sternen ergreifend
...ein wunderbares buch für die erste, oder auch wiederkehrende begegnung mit dem tod.
endlich bekommen schicksale ein gesicht und man kann sich fühlen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. November 2005 von derkaugummi

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