Nunmehr schließt sich schrittweise die Lücke zwischen den Bänden 3 und 6 der Fortune de France-Reihe und der Leser erfährt endlich alles das, was bislang unklar blieb. Schade, daß der Aufbau-Verlag die Romanserie nicht chronologisch veröffentlicht.
Wir begleiten also erneut unseren fiktiven Helden Pierre de Siorac, diesmal über den Zeitraum zwischen der Bartholomäusnacht und der Ermordung vom Herzog von Guise und fühlen uns versetzt in das Frankreich des 16. Jahrhunderts. Der Leser erlebt zusammen mit dem adligen Arzt die verschiedensten Abenteuer ob als Geheimagent oder Vertrauter von Heinrich III. .
Robert Merle begeistert den Leser wieder durch seine packende, historisch interessante Erzählweise, reich an Aphorismen und Lebensweisheiten. Innerhalb von 2...3 Sätzen schafft es der Autor mehrfach, einen fesselnden Spannungsbogen aufzubauen. Außer im letzten Drittel des Romans verliert er sich zu sehr im Detail und in Schachtelsätzen. Etwas aufgesetzt erscheint auch, daß unser Pierre obwohl manchmal sehr naiv-loyal, in der Gefahr immer den helfenden Freund zur Seite bzw. Einfall hat oder der "gute Zufall" sein Leben schont. (Wenn es dem Leser im Leben auch immer so wohl ergehen würde!)
Trotzdem ist der Roman mitreißend und farbig - ein Muß für jeden Merle-Leser, der nunmehr der noch ausstehenden Romane harrt.
Abschießend bleibt die Frage, ob der Aufbau-Verlag wieder ein Jahr benötigt, um den nächsten Band zu veröffentlichen, um somit den wartenden Leser auf die Folter zu spannen, aber auch zu nerven.