an handke faszinerte mich immer die intensität seiner "beschreibungen", die von einer leuchtenden kraft sind. sie sind eine methode, mit der welt umzugehen. und in diesem sinne sind die kurzen texte dieses bandes auch eine anleitung mit der welt umzugehen, nämlich zunächst genau hinzusehen. die beschreibung ist eine abtastung der welt, sie ist schöpferisch in ihrer bloßen beobachtung, da die beobachtung schon fordert, dass man sich in bestimmter weise zu dem objekt verhält. durch diesen vorgang definiert und zentriert sich das subjekt.
handke ist ein poet, kein schriftsteller. diese texte nennt er epopoeme, und so gelingt es handke die haltung, mit der einer ein gedicht schreibt zum beispiel ja auch über die epische breite eines buches wie die niemandsbucht durchzuhalten. diese epopoeme sind zwei, drei seiten lang und befassen sich mit wetterleuchten, kopfbedeckungen, schneefall etc. sie haben beides, epische und lyrische tiefe. erstaunlich ist das leuchten in all diesen alltäglichkeiten, dass diese beschreibungen zu tage fördern. es ist wie die restauration eines fad gewordenen bildes, dessen farben nun die alte leuchtkraft zurüchgewinnen. dieses buch ist vielleicht auch ein lehrbuch über das staunen.