Wer immer dieses Buch gelesen hat, wird einen zentralen, ja eventuell sogar einzigartigen Schlüssel zur Erlebniswelt der älteren Menschen gefunden haben.
Dabei überrascht es, wie leichtfüssig die Autorin in den verschiedenen Kapiteln -- des haptisch sehr ansprechenden Buches -- sich über die Klippen der Schwirigkeiten hinweg bewegt.
Die tägliche sprachliche Praxis, in den von der Autorin vortrefflich beschriebenen Einrichtungen, wird eindrucksvoll, farbenreich und zugleich ausgesprochen kenntnisreich entlarvt.
Auf subtile, manchmal leicht ironische Weise wird das eigene Verhalten den alten Menschen gegeüber erkennbar gemacht und gespiegelt. Diese eigene Tun erscheint -- quasi zwangsläufig -- brüchig: "Bin ich das wirklich, der so mit den mir anvertrauten alten Menschen sprcht", habe ich mich während des Lesens immer wieder fragen müssen?
Aber bei einem solchen "niedermachen" belässt es der einfühlsame natürlich Text nicht. Nein, gemeinsam mit dem Leser werden diese Bruchstücke aufgesammelt und dies in einer eloquenten und subtilen Weise, dass man sie selber -- unbewußt und hilfreich zugleich -- neu und besser zusammenfügen kann.
Der/die Leser/in verdanken es nicht zuletzt dieser Fähgkeit des Textes, dass die Wege zu den neuen Zielen nicht nur erkennbar sondern zugleichsam auch praktisch erreichbar werden.
Ich jedenfalls konnte diese in meiner täglichen Arbeit gewinnbringend einsetzen.
Erst mit einigem Abstand zu Literatur erfahre ich und dies ganz durch Zufall, dass die Autorin nicht nur ausgewiesene Linguistin, sondern auch mehrfach preisausgezeichnete Literatin, gleichsam Lebenskünstlerin ist. Allein dies spürt man an jeder Stelle des Buches.
Ich jedenfalls freue mich auf Ihre neuen, mit Sicherheit wieder so trefflichen Ausführungen. Danke.