DE:BUG
Fenstermacher und Dahlke auf ihren Exkursionen in die moderne zerschrotete Popmusik in der Elektronik und was aus der Vergangenheit alles noch so wurde, wenn man selber die Zukunft war, die jetzt ist, und man plötzlich mitten in der Zeit steht, wie ein Alleinunterhalter im unmodisch gewordenen Frack, aber immer noch mit witzen, die keiner versteht und verstehen muß. Die neue Platte der beiden ist erstaunlich schön geworden. Sehr sampleverliebt, sehr poppig grade durch die alten Stimmen die in den Tracks reden können, easy listening und wenn diese Portion Yellow Stimme nicht wäre eine CD die ihrem selbstgebastelten Mythos großer Namen absolut gerecht werden würde. (->www.atatak.com)
© DE:BUG - Zeitschrift fr elektronische Lebensaspekte.
Jazz thing (02/99)
Mit ihrem Electropop-Avantgarde-Projekt Der Plan waren Frank Fenstermacher und Kurt Dahlke (zusammen mit Moritz Reichelt) Anfang der 80er so etwas wie das Missing Link zwischen Kraftwerk und Mouse on Mars. Daß ihr Einfluß bislang weitgehend unbeachtet blieb, dürfte nicht zuletzt an ihrer Ablehnung der Musikindustrie und an ihrer selbstgewählten Bescheidenheit und Zurückhaltung liegen. Wie einst die Plan-Platten wird nun auch die zweite CD ihres neuen Projektes A Certain Frank auf dem eigenen Label Atatak veröffentlicht; die CDs haben die beiden Musiker eigenhändig bedruckt, zusammengesetzt und mit Q-Tips versehen. Den theoretischen Überbau bildet nach wie vor das Konzept der intelligenten Gebrauchsmusik, dessen Umsetzung heute natürlich komplett anders klingt als vor 19 Jahren. Die vordergründige Naivität ist einer ironischen Abgeklärtheit gewichen, statt Fiepsounds und niedlichen Melodien gibt's nun eine höchst unterhaltsame Melange aus 50er-Jahre-Jazz, Sixties-Schrabbel-Gitarren, obskuren Alltags-Sounds, dahingeraunzten Melodien, Philly-Soul-Grooves, hip-trippenden Beats, Latin-Swings und etlichem mehr. Bester denkbarer Ort, die CD zu hören: ein Wohnzimmer-Club wie das Liquid Sky in Köln.
© Jazz thing - Guido Halfmann