Einer der ersten Sätze aus Randall Millers Film -Nobel Son- trifft es auf den Punkt. Für mich waren, was die Bewertung des Films angeht, die Grenzen auch verschwommen. Ich vermute, die Kritiker werden sich mit ihren Meinungen zu diesem Streifen zwischen genial bis absoluter Katastrophe einschießen. Dabei wundert es mich schon, dass -Nobel Son- in der professionellen Kritik relativ gut weggekommen ist. Aber zunächst zur Story:
Der Physiker und angehende Nobelpreisträger Eli Michaelson(Alan Rickman) ist ein Fiesling, wie er im Buche steht. Er legt junge Studentinnen flach, ist selbstsüchtig, arrogant und aalglatt. Seine Frau Sarah(Mary Steenburgen) spielt nur die zweite Geige in der Beziehung und den Sohn Barkley(Bryan Greenberg) hält Eli für einen Komplettversager. Als Eli plus Familie zur Verleihung des Nobelpreises fliegen will, wird Barkley entführt. Der Entführer verlangt von Eli ein Lösegeld in Höhe der Summe, die für den Nobelpreis ausgezahlt wird. Das Eli diese Summe zahlt ist mehr als fraglich, denn Barkley ist ihm mehr oder weniger egal. Aber dann bekommt die Geschichte plötzlich eine ganz eigene Dynamik...
Wenn bei einem Film Alan Rickman, Mary Steenburgen, Bill Pullman und Danny DeVito auf der Besetzungsliste stehen, ist das für mich, was das Anschauen betrifft, ein Muss. Natürlich hat man da seine Erwartungen. Gleich vorweg: -Nobel Son- konnte keine meiner Erwartungen erfüllen. Da ist die Enttäuschung dann schon groß. Die Schauspieler spielen ihren Part wunderbar, da hatte ich nichts zu meckern, aber die Story, allem voran jedoch die Umsetzung, die konnte ich nur schwer verdauen.
Das DeVito und Rickman in der deutschen Synchronisation mit "neuen" Stimmen besetzt wurden, konnte ich noch verkraften. Was mich wirklich gestört hat, war die Musik, die in einigen Szenen fast schon nervend wirkte. Dazu setzte Miller auf rasend schnelle Schnitte, Aufnahmen die in Zeitraffern und gewagten Schwenks unterwegs waren und Blenden oder unscharfen Bildern, die...ja ich weiß nicht so genau was bewirken sollen. Gerade diese Hilfsmittel beim Einsatz einer Kamera können Filme so interessant machen, bei -Nobel Son-, das ist jedenfalls meine Meinung, sorgten sie nur für Hektik und Unruhe im Filmfluß.
Die Geschmäcker sind halt verschieden. Mich hat -Nobel Son-, trotz guter schauspielerischer Leistung, nicht unterhalten. Wäre es möglich gewesen, hätte ich 2,5 Sterne vergeben. So wurden es 3, zu Gunsten des Angeklagten. Sie können, und dürfen, das natürlich selbst testen und für sich entscheiden, ob Randall Miller da wirklich ein experimenteller Klassefilm gelungen ist oder sie sich meiner Meinung anschließen: Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.