Hammerfall melden sich zurück mit einem Album, auf das zumindest ich sehnsüchtig gewartet habe. Hat sich das Warten gelohnt? Auf jeden Fall, denn Hammerfall bewegen sich dieses mal einen auffallenden Schritt vom Heldentum ihrer alten Alben weg und machen etwas bodenständigeren Heavy Metal. Und das gefällt mir, da ich es mag, wenn sich Bands mal an Neuerungen wagen aber dabei ihre alten Trademarks nicht vergessen.
Dabei schwahnte mir beim ersten Durchhören Übles...
Zuerst habe ich das alte Herum-Heroisieren vermisst. Mir missfiel es, dass die Songs in ihrer Struktur weniger auf Rumgrölen ausgelegt waren, vor allem da ich mir die Recken am 23.3. in Hamburg das erste mal live zu gemüte führen werde. Ich befürchtete, die Songs wären weniger live-tauglich als die alten.
Ich hörte mir die Platte jedoch einige weitere Male an und das war auch gut so. Denn erst dann erkannte ich die Qualitäten dieses Albums richtig. Trifft zur Zeit aber auf die meisten neue Alben zu (zumindest von den Bands, die ich höre).
Am Anfang steht ein Block. Und zwar ein 4 Song breiter Block, der durchgehend exzellentes Metal-Material ist. Der Opener "Any Means necessary" ist genau das, was ich von einem guten Opener erwarte: Er soll unkompliziert sein und micht dazu motivieren das Album weiter zu hören. Nun, sagen wir es mal so: Der Song hat mich fast dazu motiviert aufzustehen und die Welt zu erobern. Da ich jedoch das Album weiter hören wollte, habe ich das vertagt.
Die darauffolgenden Songs "Life is now" und "Punish and enslave" (vielleicht auch noch "Legion") sind nach genauerem hinhören 1-A Live-Songs. Damit war meine Angst vor dem Konzert auch verflogen. "Legion" selbst ein perfekter auf-die-Fresse-Song, der mich immer ein wenig an "On the Edge of Honour" vom Crimson Thunder Album (alleine schon vom Tempo her). Jedoch scheint er sowas wie der böse Bruder des eben genannten Songs zu sein. Damit meine ich nicht mal das 1 Minuten Intro, welches vor Metal-Evilness nur so strotzt, nein der ganze Song ist irgendwie einfach düster. Auf jeden Fall ein guter Song. So!
Dann kommen auch schon die Gründe, die 5 Sterne verhindert haben: "Between two Worlds" und "Hallowed be my Name". Der erste Songs ist die obligatorische (Halb)Ballade des Albums. Ich gebe zu, ich mochte die Hammerfall-Balladen eigentlich immer sehr gerne, nur der Song geht einfach nicht klar. Er klingt wie ein Mix aus "Dreams come true" und "Never ever", wobei man einfach erkennt, dass diese Songs wohl völlig heterogen zu einander Sind. Es passt einfach nicht.
Der andere Song ist (ja ich erwähne es auch noch mal) namentlich wohl vom Iron Maiden Meisterwerk "Hallowed be thy Name" inspiriert. Böses Hammerfall! Wenn der Song dann wenigstens gut wäre hätte ich da ja nichts gegen, aber er ist einfach stinklangweiliges unmelodisches Mid-Tempo Getudel, welches mit ein wenig mehr altmodischem Pathos ein guter Song hätte werden können.
Dann aber geht es los: "Something for the Ages". Ich muss auch zugeben, dass ich die Hammerfall Instrumentale sehr gern mochte. Und dieses Instrumental hat es in sich. Es ist schnell, die Melodien sind klasse und es wird trotz der beachtlichen Länge von 5:05 Minuten nicht langweilige. Daumen hoch für dieses Stück Metal-Entertainment. Nun folgt auch schon der Titeltrack, welcher mich ein wenig an "Crimson Thunder" von gleichnamigen Album erinnert hat. Er ist ein bisschen schwerfällig aber dafür wieder ein klasse Mitgröl-Song. EinzigeR Wehrmutstropfen hier: Der Refrain hätter gerne noch ein mal drin vorkommen können.
Dann kommt "Bring the Hammer down". Ein Song. Kein Besonderer. Er macht nichts falsch, fällt aber in seiner Umgebung einfach nicht richtig auf.
Weiter mit etwas schnellem. Etwas richtig schnellem! "One of a Kind". Generell scheinen Hammerfall wieder ein wenig vom Midtempo ihrer Vorgänger-Alben abweichen zu wollen. Am Anfang und am Ende des Songs sind Hammerfall so schnell, wie nie zuvor. Dazwischen: Nachdenkliche ruhige Töne, ein geniales Solo und kurz vor dem Finale wieder ein Quäntchen Heldentum.
Meine Meinung? Das Meisterwerk des Albums.
Zum Schluss Etwas, das einfach nur gute Laune verbreitet: "My Sharona", ein wohl bekanntes Cover der Band The Knack. Seitdem sich Firewind in ihrem letzen Album "Maniac" vorgenommen haben bin ich ja ein richtiger Fan von total blöden Metal-Coverversionen bekannter Songs. Um es kurz zu machen, dieser Songs macht einfach Spaß.
Was bleibt nun am Ende? Hammerfall sind eben Hammerfall, daran ändert sich auch bei diesem Album nichts. Es klingt alles jedoch ein bisschen frischer und neuer. Bis auf 2 Ausnahmen unterhalten einen die Songs und das ist ja die Hauptsache.
4 Sterne, das ist meine Meinung. Aus, Ende!