Aus der Amazon.de-Redaktion
Carla Bruni scheint vom Glück verfolgt zu sein. Ohne große Probleme gelang der fast schon unverschämt gut aussehenden, in Frankreich aufgewachsenen Italienerin der elegante Sprung von den Laufstegen auf die Konzertbühnen. Nicht, dass das ex-Model (Dior, Chanel, Prada) das Rad der Pop-Kultur voranschiebt, aber mit ihrem zweiten Album
No Promises gelingt der im Dezember 1968 in Turin geborenen Carla Bruni-Tedeschi ein unaufdringliche schönes wie intimes Akustik-Werk.
Interessant daran ist, dass die Tochter eines ehemaligen Industriellen (Pirelli) und zeitgenössischen Komponisten wie einer klassischen Konzertpianistin nicht in ihren beiden Muttersprachen sondern einwandfreiem Englisch singt. Das kommt daher, dass die Schwester von Valeri Bruni-Tedeschi (München, Die Farbe der Lüge) zuerst plante, Eigenkompositionen mit englischen Texten zu singen, um letztendlich Gedichte von Emily Dickinson, Dorothy Parker, William Butler Yeats oder Wystan Hugh Auden zu vertonen.
Getragen wird No Promises von einer dunklen Melancholie. Kein Wunder bei Themen wie Liebe, Altern oder Altern, aber trotz einer inhaltlichen Schwere schafft es die mit einer rauchigen Stimme ausgestattete Carla Bruni den Songs eine gewisse Lässigkeit zu geben, die nie ins Seichte abdriftet. Die Schönheit, der teilweise folgenschwere Affaire mit Mick Jagger, Donald Trump oder Eric Clapton nachgesagt werden, präsentiert elf fast ausschließlich akustische und langsame Songs, die sich stilsicher zwischen Folk, Blues, Chanson und ein wenig Rock bewegen. Ein kräftiger Rotwein passt dazu recht gut. Sven Niechziol
Zwei Neuigkeiten. Erstens: Carla Bruni singt jetzt englisch statt französisch. Das singende Exmodel hat sich elf englische Gedichte aus den letzten 150 Jahren vorgenommen und dazu unspektakuläre Songs zwischen Folk, Country, Blues und Pop komponiert, was bei den Credits klingt, als hätte Bruni die Poeten nicht nur vertont, sondern sogar mit ihnen zusammengearbeitet: "Afternoon (Dorothy Parker/Carla Bruni)" heißt es da, haha. Zweitens: Bruni kann jetzt auch grooven. Insbesondere "If you were coming in the Fall" unterläuft die allzu konventionellen Arrangements ihres Debüts "Quelqu'un m'a dit" elegant mit angedeuteten HipHop-Beats und disharmonischem Gitarrensolo. Was Bruni aber 2003 schon richtig machte, kann sie heute immer noch: vor sich hinmurmeln, als sei sie gerade erst aufgestanden. Guten Morgen. (fis)
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