Spätsommer 2009 und passend zum Ganzen Ungeziefer auf der heimischen Terasse, kommen die Jungs von Modest Mouse vorbei und schmeißen dir ihre neue Platte über die Hecke. No One's First and You're Next ist eine EP und so sollte man sie auch bewerten. Gegenüber einem Album gibt es hier deutliche Unterschiede.
Zunächst einmal das artwork, das ist nämlich sehr gelungen. Die so betitelten Killer-Spinnen-Motten auf dem Cover - was soll das bitte sonst sein?? - sieht man nicht ein zweites Mal im CD-Regal und auch sonst ist die Platte schön gestaltet. Die CD ist Underground-Band-verdächtig und beschriftet und kunstvoll mit Dreiecken und Wellenmustern verziert. Dieser improvisierte Charakter lässt sich gut auf die Musik übertragen, die man auch nicht zu ernst prüfen sollte. Diese Platte soll unkompliziert sein und Spaß machen.
Mit 8 Songs und einer Spieldauer von 33 Minuten, ist diese EP ohnehin nicht mehr als ein kurzes Intermezzo - umso schöner, dass die Klänge abwechslungsreich sind und nicht etwa eintönig und einfallslos. Einige Songs wissen zu überzeugen und ein Song ist wirklich herausragend. Das kann ich nach mehrmaligem Hören nicht anders sagen. Der "Whale Song" ist ein Meisterwerk und würde sich auch auf einem Album sehr gut machen.
Der Song versucht mit rauen Gitarrenriffs den Gesang verschiedener Walarten nachzuahmen. Hat man das beim Hören im Hinterkopf, fangen die Augen spätestens nach 2 Minuten an zu leuchten. Dann kommt eine kurze kanonartige Gesangspassage, die sehr mitreißend aufgebaut ist und enorme Spannung aufbaut, bevor das Lied in einem langen Wahlgesang-Outro endet. 10 Punkte Genial!
Andere Songs wie Satellite Skin, Autumn Beds, king Rat und Perpetual Motion Machine hören sich nett an, gut ja, einfach angenehm - teilweise auch ganz charmant (King Rat ist einfach verrückt), aber nicht so überragend. Es sind gute chillige Songs, die man sich gerne anhört und sie geben der EP Kontur. 7 Punkte
Soweit so gut ... Die drei anderen Songs: Guilty Cocker Spaniels, History Sticks... und I've got it all(most) sind eher schwach. Nur das etwas rockige Gitarrenriff von All(most) kann am ende nochmal versöhnlich stimmen - alles in allem aber fehlt diesen Songs die Dynamik und das außergewöhnliche. Während der Whale Song durchaus eine grantige Killer-Spinnen-Motte ist und die drei guten Songs zumindest schöne Schmetterlinge - sind diese übrigen Tracks nur langweilige Schnecken! 3 Punkte
Unter dem Strich heißt das 5 gute gegen 3 miese ... macht für mich 3,5 Sterne, die es hier aber nicht gibt. So gebe ich 4, weil The Whale Song scheiße geil ist und es verdient hat gekauft zu werden!