Der Albumtitel ist Programm. Wenn man einmal Gefallen gefunden hat an diesem elegischen Meisterwerk über die Irrungen und Wirrungen der Liebe und deren Folgen, dann kann man sich nur schwer wieder davon losreissen.
Nick Cave steht im Mittelpunkt der Bühne des Lebens und kehrt sein Innerstes nach außen und wie er das macht ist einfach nur unheimlich genial.
Verhalten und oftmals nur akzentuiert von Piano oder Violine getragene Melodien bilden den Rahmen für bestechend düster-melancholische und äußerst kryptische Lyrics, die schließlich Nicks tiefe Brummstimme ausfüllt, um spätestens bei den meist nur spärlich vorhandenen Refrains tief unter die Haut zu dringen und mitten ins Herz und in die Seele zu zielen.
Dabei fließt ein Song in den nächsten über und ergibt schließlich ein unheimlich komplexes, wunderbares Ganzes. Highlights herauszuziehen fällt unheimlich schwer, denn jeder der Songs besticht auf seine eigene Weise. Müsste ich mich doch für ein paar entscheiden, so wären dies wohl "Hallelujah" (eine schaurig-schöne Tour de Force über 8 min!), "Love Letter" (unglaublich bewegend, wie Nick hier seine verlorene Liebe retten will), "Oh my Lord" (das rockigste Stück mit furiosem Finale), "The Sorrowful Wife" (Hammergranate, die sich urplötzlich von sperrig-schleppend zu einem ultraharten und wuchtigem Brett verwandelt und mitten in die Magengrube trifft) und schließlich "Darker with the day", wo Nick und sein Ensemble nochmal alles geben.
"No more shall we part" ist eine Ausnahmeerscheinung - das ist Musik, das ist Magie, das ist -ja fast- göttlich. Der perfekte Begleiter für einsame Stunden in tiefschwarzer Nacht, in denen man sich seiner Melancholie und seinen trüben Gedanken hingeben kann. "No more shall we part" muss man geHÖRT haben, nur dann kann man es richtig verstehen. SEHR empfehlenswert.