|
Produktinformation
|
Sie legen die scheinbare Leiche eines Bosniers auf eine Sprengmine, die erst losgeht, wenn Kameraden versuchen sollten, sie zu bergen -- was für eine hinterhältige, teuflische Idee! Als Ciki, der überlebende Bosnier, einen der Serben erschossen und den zweiten, Nino, verwundet hat, liefern sich beide einen Kleinkrieg, bis sich plötzlich der vermeintlich tote Bosnier auf der Mine bewegt: Er war nur bewusstlos. Jetzt befinden sich alle in einer schier ausweglosen Lage.
Dieses verdienterweise mit 40 internationalen Preisen ausgezeichnete Erstlingswerk von Danis Tanovic, darunter dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film 2002, ist eine der treffendsten Kriegssatiren, die je gedreht wurden. Es führt die ganze Absurdität von kriegerischen Auseinandersetzungen vor Augen, die ab einem bestimmten Punkt zwangsläufig einzusetzen beginnt. So werfen sich Ciki und Nino gegenseitig vor, den Krieg begonnen und die Dörfer des jeweils anderen Volkes zerstört zu haben.
Der Regisseur und Autor bezieht hierbei keine Partei. Es bekommt vielmehr jeder sein Fett weg: Die beiden gegnerischen Parteien, die sich in einen ausweg- und sinnlosen Kleinkrieg um Macht und Rache verrannt haben; die Medien, die das reale Drama wie eine fiktive Krimiserie für das Fernsehpublikum aufbereiten; und vor allem die UNO, deren nutzlose Anwesenheit -- da striktes Einmischungsverbot -- als bloßes Feigenblatt für scheinbares Eingreifen der führenden europäischen Politiker vor der Weltöffentlichkeit herhalten muss. Opfer all dieser Unmoral ist nicht nur die betroffene Zivilbevölkerung, sondern sind auch die Soldaten der UNO-Blauhelme, die den Wahnsinn vor Ort schließlich vertreten müssen.
Trotz seines traurigen Themas ist dieser Film eine Tragikomödie, die den Sinn für das Komische auch in der schlimmsten Situation nicht verliert. Über all die Absurdität möchte man gleichzeitig lachen und weinen, und sich dann die Haare raufen ob der zynischen Gleichgültigkeit der verantwortlichen Politiker. Unbedingt empfehlenswert, denn dies ist eine allgemeingültige Parabel, anwendbar auf viele andere Konflikte weltweit. --Elke Wolter
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geniale Kriegssatire,
Rezension bezieht sich auf: No Man's Land (DVD)
Ungewöhnliche Kriegssatire des bosnischen Regieneulings Danis Tanovic mit vorzüglichem Drehbuch und sauberem Handwerk. Charakterisiert eindrücklich die Sinnlosigkeit eines Krieges, bei dem eigentlich keiner der Beteiligten genau weiss, wieso und warum er stattfindet.Superb. Nachdenklich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Krieg kann sehr grotesk sein,
Von BATEMAN (COLOGNE) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: No Man's Land (DVD)
das ist die verstörende Antwort dieses Films auf Krieg.Zwei Bosnier und ein Serbe durch Kriegswirren in einem Schützengraben gefangen, führen den Krieg in Form eines verbalen Kleinkrieges mit gegenseitigen Schuldzuweisungen im Schützenloch fort. Alle Kriegsparteien sind rund um diesen Graben versammelt und die UNO macht das, was sie am besten kann - ZUSCHAUEN!! Der Film nimmt nach kurzer Action an Tempo ab und verwandelt sich in ein Kammerspiel, allerdings ohne dabei zu langweilen. Das ist den herrlich schwarzhumorigen und wohl pointierten Dialogen zu verdanken. Fazit des Films - Krieg ist sinnlos, es gibt keinen wirklichen Gewinner Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kammerstück im Schützengraben,
Von Wirtshausberater (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: No Man's Land (DVD)
Nach einem Gefecht finden sich drei Soldaten in einem Schützengraben im Niemandsland zwischen den Fronten wieder: der Serbe Nino (Rene Bitorajac) und die beiden Bosnier Chiko (Branco Djuric) und Cera (Filip Sovagovic). Ein soeben erschossener Serbe hat Cera, den er für tot gehalten hatte, als Falle auf eine Mine gelegt: Sobald dieser sich bewegt, fliegt alles im Umkreis von fünfzig Metern in die Luft. Nino, völlig ahnungslos, da erst vor ein paar Wochen einberufen, wird zunächst von Cera überwältigt und gezwungen, fast nackt mit einer weißen Fahne zu winken. Die Serben, genauso planlos wie die Bosnier gegenüber, rufen daraufhin die UN zur Hilfe, um die Soldaten zu bergen. Die UN-Oberen erfahren von der Sache mit der Mine, bekommen kalte Füße. Doch nachdem die Presse den Funk abhört, kann man sich nicht mehr raushalten. Die Mine ist nicht zu entschärfen und keine Lösung in Sicht, die der live berichtenden Weltpresse zu verkaufen wäre.Regisseur und Drehbuchautor Danis Tanovic erzählt in seinem Debut eine fein konstruierte Geschichte, die auf kleinem Schauplatz alles beinhaltet, was den Krieg so grotesk macht: Soldaten zwischen Angst, selbstzerstörerischem Hass und Mitmenschlichkeit, Führungspersonen, die die Verantwortung der nächsthöheren Ebene zuschieben, Journalisten, die die UN gleichermaßen behindern wie deren Hilflosigkeit entlarven. Ein Kammerstück im Schützengraben. Schön auf das Wesentliche reduziert mit überzeugenden Darstellern und Dialogen. Mal ein Film, der zurecht den Oscar erhalten hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
Die neuesten Kundenrezensionen |
|
|
|