Eigentlich hätte dieser Film alle Bestandteile, dies es benötigt, um außergewöhnlich (gut) zu werden: Die zugrunde liegende Kurzgeschichte ("The House on Turk Street") stammt aus der Schreibmaschine des Krimi-Kultautors Dashiell Hammett (u.a. auch Verfasser von "The Maltese Falcon"), als Regisseur zeichnet Bob Rafelson ("The Postman Always Rings Twice") verantwortlich, und als Darsteller wurden immerhin Samuel L. Jackson ("Pulp Fiction") und Stellan Skarsgard ("Dogville") verpflichtet. Nicht zu vergessen: Milla Jovovich ("Resident Evil") in der Rolle der verletzlichen und gleichsam manipulativen femme fatale Erin.
Dennoch kommt der Streifen über das gute Mittelmaß nicht hinaus. Und das auch nur aufgrund der Präsenz der drei Hauptakteure, nicht aber wegen der Handlung. Die hat einige Aussetzer.
Zum Einen ist es unlogisch, dass sich ein erfahrener Cop wie Jack Friar (Samuel L. Jackson) mit seinen Befreiungsversuchen so viel Zeit lässt, wo er doch weiß, dass der Wasserstoffperoxid getönte Psychopath Hoop ihn früher oder später kalt machen wird. Stattdessen kostet er seine Geiselhaft beim gemeinsamen Cello-Spiel mit Erin voll aus. Stockholm-Syndrom gut, Erotik noch besser, aber Logik ist keine erkennbar.
Zum Anderen widerspricht es allen Gesetzen der Ballistik, dass Friar einen durch den Autositz angesetzten Schuss (also aus nächster Nähe) mit einer Jagdflinte fast unbeschadet übersteht - nur weil er sich drei abmontierte Nummerntafeln hinter den Rücken gesteckt hat.
Den Sager des Filmes liefert Erin, der ihr tyrannischer Lover Tyrone als Strafe eine Zehe abgetrennt hatte: "Seit dem erhalte ich bei der Pediküre zehn Prozent Rabatt." Sonst gibt's eher wenig zu schmunzeln. Und Extras bietet die DVD auch keine. Dashiell Hammett wurde durch diesen Film "No Good Deed" erwiesen. Milla Jovovich rettet aber die drei Sterne in der Bewertung.