Oliver Stone hat sich die Mühe gemacht das Leben des 37. US-Präsidenten Richard Nixon zu beleuchten. Der Präsident der das beste Wiederwahlergebnis seit Abraham Lincoln bei seiner Wiederwahl hatte und der nur zwei Jahre nach seiner Wiederwahl in Sack und Asche, aber halsstarrig zurückgetreten war. Der erste Präsident und einzige bisher, der freiwillig dem Amt entsagte. Stone beleuchtet den familiären und persönlichen Hintergrund von Richard Nixon, der wie kaum ein anderer Präsident das amerikanische Volk und die Welt spaltete.
Über Richard Nixon ist relativ wenig und relativ viel bekannt: Der erste und letzte Quäker im höchsten Staatsamt. Angeblich ein handfester Trinker und exzellenter Pokerspieler. Aber auch mürrisch, undurchschaubar, ein Schauspieler, der von seiner Familie anders wahrgenommen wurde, als von seinen engsten Mitarbeitern und Beratern. Nixon war kein sauberer Staatsmann, denn er hatte seine Hände in Verschwörungen, in Kriegen, ja, auch angeblich im Kennedy-Attentat von 1963. Beweise gibt es dafür nicht, aber der Verdacht wird genährt - und auch nicht widerlegt. Daher auch der Untertitel "Dieser Skandal erschütterte die Welt": Ein Präsident der nicht nur eine Verschwörung sich ausgedacht und angeordnet hat, sondern auch bis zum Schluss über alle Operationen informiert war. Alles hatte er abgestritten und gelogen: Watergate! Kern der Geschichte bilden zwei Themenfelder: Der Vietnamkrieg mit seinen inneramerikanischen und internationalen Konflikten und der Watergate-Skandal. Die Amerikaner realisierten bei diesem Skandal, dass der wichtigste Mann im Staat ein Gauner war, der Gesetze brechen ließ und alles Juristische UND Moralische so auslegte, wie es ihm passte - und zwar nur ihm. Leichen pflastern seinen Weg, im übertragenen Sinne in Form von Beratern und Mitarbeitern und im wortwörtlichen Sinne, weil über 75.000 Mann in Vietnam gefallen sind.
Es ist eine Charakterstudie über einen Ausgestoßenen, der sich nie akzeptiert gefühlt hat und der von fast Allen aufgegeben wurde. Er war ein Aufwühler, ein Polarisierer, auch ein konservativer Hetzer, der hoch gestiegen war ins höchste Amt und der durch seine Arroganz, durch das Wissen über Machenschaften und Intrigen und durch Lügen und Falschaussagen ins Bodenlose fiel. Wer diesen Film sieht bekommt ein Gefühl dafür, wer Richard Nixon war und warum er so war, wie er war. Auch Ed Woods brilliert neben Anthony Hopkins - ich kann den Film nur jedem empfehlen. Kein lauter, oder schriller Film, aber eine ehrlich Bestandsaufnahme und eine schattenscharfe Charakteranalyse eines Mannes, der viel zu viel wollte, nämlich nur einfach geliebt werden und doch von den meisten Menschen erbittert gehasst wurde!