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Ich möchte ihm meinen Finger unter die Naselöcher halten, bis er von seinem Atem feucht wird. Dann würde ich den Finger in den Mund stecken und Judes Atem trinken." Namenlos bleibt die 19-jährige Erzählerin. Irgendwo an einer Küste im Nordwesten Amerikas lebt das seltsame Mädchen, einsam und voller Sehnsucht gefangen in einer Kleinstadt. Als sie acht Jahre alt ist, verrät ihr Vater ihr, dass sie eine Nixe ist. Und geht ins Meer. Seitdem wartet sie auf ihn, sieht seine nassen Fußspuren und interessiert sich nur noch für Wasser und Wörter - und Jude. Der 33-jährige Kriegsveteran ist ihre große, unangefasste Liebe, doch er ertränkt seine Irak-Erinnerungen im Alkohol und verbietet sich seine Gefühle. Diese Mischung aus Die kleine Meerjungfrau" und der rauen, psychisch verschwommenen Realität schreibt Samantha Hunt in ihrem Debütroman so poetisch und melancholisch, dass man ihre Sätze riechen, schmecken und fühlen kann. Am Ende ist es wie im Märchen, und die können grausam sein. (js)
Kurzbeschreibung
Eine junge Frau in einer von Trinkern bevölkerten Kleinstadt an einer Felsküste hoch im Norden der USA: Sie wohnt in einem alten Seemannsheim mit sechzehn Zimmern, von denen die meisten leer stehen, weil niemals Gäste kommen. Sie ist unglücklich verliebt in den Fischer Jude, der im Irak im Krieg war und seitdem nur wenig spricht. Sie hat das trostlose Leben an Land satt. Sie sagt: «Okay. Scheiß aufs Festland. Ich bin eine Nixe.» In der bedrückenden Dunkelheit eines geist- und lebensfeindlichen Ortes knipst eine junge Frau das Licht an, indem sie sich neu erfindet mit ungebremster Phantasie und einer gehörigen Wut im Bauch. Nixenkuss ist ein spektakulärer Roman, der an Pfiff, Raffinesse und Erfindungsgabe seinesgleichen sucht. Samantha Hunt ist ein Phänomen. Denn es ist ihr gelungen, eine Wundergeschichte so frisch, modern und aufrecht zu erzählen, dass kein Zweifel bleibt: Einer Welt voll Tristesse und Traurigkeit begegnet man am besten, indem man ihr als Nixe gegenübertritt.
Umschlagtext
In der bedrückenden Dunkelheit eines geist- und lebensfeindlichen Ortes knipst eine junge Frau das Licht an, indem sie sich neu erfindet mit ungebremster Phantasie und einer gehörigen Wut im Bauch. Nixenkuss ist ein spektakulärer Roman, der an Pfiff, Raffinesse und Erfindungsgabe seinesgleichen sucht. Samantha Hunt ist ein Phänomen. Denn es ist ihr gelungen, eine Wundergeschichte so frisch, modern und aufrecht zu erzählen, dass kein Zweifel bleibt: Einer Welt voll Tristesse und Traurigkeit begegnet man am besten, indem man ihr als Nixe gegenübertritt.
Über den Autor
Samantha Hunt, Jahrgang 1971, sagt augenzwinkernd von sich selbst, sie sei «Künstlerin, deren Werke in New Yorks Public Library ausgestellt sind». Sie veröffentlichte Gedichte und Kurzgeschichten und ist die Autorin eines Theaterstücks über den Erfinder Charles Babbage, der als «Vater des Computers» gilt. Nixenkuss ist ihr erster Roman. Samantha Hunt lebt in Brooklyn, New York.