Der zweite Teil der Poenichen-Trilogie beginnt im Herbst 1945 und endet irgendwann Ende der 70er Jahre.
Am Anfang steht das Ankommen als Flüchtling im Westen auf der Familienburg "Eyckel". Am Ende dieses Buches steht der erste Besuch der alten Heimat "Po morje" (wendisch "vorm Meer") - Pommern - Pomorze.
Angekommen in Poenichen bleibt Maximiliane zwei Stunden - und die Feststellung, dass sich hier nicht nur der Ortsname geändert hat. Peniczyn ist nicht mehr die Heimat Poenichen. Jetzt leben hier andere Menschen. Nichts bleibt wie es war. Auch das Herrenhaus der von Quindts ist wieder zu Staub geworden, nur einzelne Stücke der fünf markanten Säulen ragen noch als Fundstücke aus dem Dornengestrüpp.
Die Erkenntnis wächst: Heimat, das ist dort, wo man lebt.
Dazwischen nimmt Christine Brückner ihre Leser mit auf verschiedenen Lebensetappen einer Baronin von Quindt, die versucht, sich und ihre fünf Kinder durch die Wirren des Nachkriegs zu bringen. Ihr Motto: Wer kein Zuhause hat, kann überall hin.
In diesen Jahren wird das Wenige, das auf dem Treck an Besitz noch mitgenommen werden konnte, nach und nach veräußert. Auch die inzwischen baufällige Familienburg wird verkauft: "Man muss Ballast abwerfen".
"Kommt!" und "Lauft!", das waren die entscheidenden Worte der Mutter zu ihren Kindern auf Flucht nach Westen. Inzwischen sind die Kinder groß geworden. Doch wenn sie auch auf eigenen Beinen stehen, bleibt die Familienbande eng. Und jeder trägt weiterhin sein "Päckchen": Joachim - der Dichter, Edda - das Kuckucksei, Viktoria - die Gläserne, Golo - der Ungestüme und Mirka, das Kasachenkind.
Fazit: Der zweite Teil der Saga einer pommerschen Flüchtlingsfamilie, ganz in der schriftstellerischen Tradition eines Theodor Fontane, ist ebenfalls lesenswert.