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"Nirgendwo und überall zu Haus": Gespräche mit Überlebenden des Holocaust
 
 
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"Nirgendwo und überall zu Haus": Gespräche mit Überlebenden des Holocaust [Gebundene Ausgabe]

Martin Doerry , Monika Zucht
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 264 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (21. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421042071
  • ISBN-13: 978-3421042071
  • Größe und/oder Gewicht: 27,4 x 22,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 388.403 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Martin Doerry
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Buch bewahrt authentisch, was bald nur noch aus zweiter oder dritter Hand zu haben sein wird -- die Erinnerung an das persönliche Erleben eines Verbrechens, dessen Ausmaß jede Vorstellungskraft sprengt. „Die letzten Überlebenden des Holocaust und der Vertreibung des europäischen Judentums werden bald verstummt sein“, heißt es in der Einleitung zu diesem Band, für den zwei Dutzend dieser „letzten Überlebenden“ Martin Doerry Rede und Antwort standen und sich von Monika Zucht fotografisch porträtieren ließen.

Herausgekommen ist ein beachtenswertes Zeitgeschichtsdokument in dem prominente (unter anderen Aharon Appelfeld, Peter Gay, Alfred Grosser, Ralph Giordano, Saul Friedländer, Imre Kertész, Elie Wiesel) und weniger bekannte Opfer und Zeugen der NS-Gräuel über ihr persönliches Er- und Überleben berichten und dabei zugleich Zeugnis ablegen von menschlicher Leidensfähigkeit und Größe, die unsere Hochachtung und unseren Dank verdient, weil sie Anlass zu der Hoffnung gibt, dass das Wort Hölderlins wahr ist, das besagt, dass dort wo Gefahr ist, auch das Rettende wächst.

Mehr noch als dieses Buch insgesamt ein Dokument ist, das uns vor dem Vergessen des Unmenschlichen bewahrt, ist jedes einzelne der abgedruckten Gespräche darin, ein Dokument der Menschlichkeit. Ein Buch, das in jede Bibliothek gehört! --Hasso Greb

Kurzbeschreibung

Beeindruckende Menschen, beeindruckende Gespräche, beeindruckende Bilder

In den vergangenen Jahren reiste Martin Doerry, dessen Buch über das Schicksal seiner jüdischen Großmutter Lilli Jahn in 18 Sprachen übersetzt wurde, quer durch Europa und Amerika, um mit Menschen zu sprechen, die der Vernichtung durch die Nationalsozialisten knapp entkommen sind. Sie gehören zu den letzten Repräsentanten einer untergegangenen Welt des europäischen Judentums, und sie legen hier eindrucksvoll Zeugnis ab über ihre Geschichte, ihren Kampf ums Überleben und darüber, was es für sie bedeutet, Jude zu sein. Die SPIEGEL-Fotografin Monika Zucht begleitet die Texte mit ausdrucksstarken Schwarzweiß-Porträts.

Gespräche u.a. mit Imre Kertész, Heinz Berggruen, Ruth Klüger, Anita Lasker-Wallfisch, Arno Lustiger, Alfred Grosser, Peter Gay, Ralph Giordano, Agnes Sassoon, Saul Friedländer und Elie Wiesel


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sensibles Zeitdokument! 12. November 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Martin Doerry ist vielen Lesern noch durch die Biographie seiner Großmutter, "Mein verwundetes Herz", in Erinnerung. Lilly Jahn kam in Auschwitz ums Leben und ihrem Enkel, hauptberuflich Journalist beim Nachrichtenmagazin Spiegel, hat als unermüdlicher Chronist ihr Schicksal dem Vergessen entrissen!

Den Überlebenden dieses Buches blieb dieses Schicksal erspart, aber auch sie haben alle den Naziterror noch am eigenen Leib erfahren müssen. Verfolgung, Denunziation, systematische Zerstörung der Würde, Eingesperrtsein, Flucht -- all' dies sind Stationen des Terrors den jeder Interviewpartner Doerrys erleben musste und bis heute mit sich herumträgt.

Martin Doerry geht in diesem Buch sehr behutsam zu Werke und erreicht so, dass die Interviewten vieles preisgeben, was bisher nur Gesprächen im engsten Familienkreis vorbehalten war. So unterschiedlich die Wege jedes Einzelnen verliefen, so sehr ähneln sich doch die biographischen Brüche, allein bedingt durch das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.

Herlinde Kölbl hat mit ihren "Jüdischen Portraits" vor einigen Jahren ein ähnlich ambitioniertes Projekt verfolgt. Wenn man nun durch Martin Doerrys Buch blättert, wird dem Leser schmerzlich bewusst, dass die Generation, die aus eigenem Erleben Zeugnis abgeben kann, immer kleiner wird. Umso intensiver sind allerdings in diesem Buch die Gespräche, in denen sich Persönlichkeiten wie Anita Lasker-Wallfisch (Mitglied des Mädchenorchesters von Auschwitz), Arno Lustiger und Imre Kertesz den sensiblen Fragen Doerrys stellen.

Angereichert durch sehr intensive Schwarzweißaufnahmen wird Doerrys Buch zu einem eindrücklichen Zeitdokument. Kein Geschichtsbuch, keine Opferstatistik kann leisten, was ein persönliches Gespräch mit einem Überlebenden von Terror und Gewalt ausmacht -- einen unmittelbaren Bezug zur Vergangenheit, die bald nur noch durch solche Bücher erfahrbar sein wird. Ein wichtiges Buch!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der 1955 geborene Historiker und Spiegel-Redakteur Martin Doerry hat schon 2002 mit dem Band "Mein verschwundenes Herz" auf sich aufmerksam gemacht. In jenem Buch beschrieb er das Leben seiner 1944 in Auschwitz ermordeten Grossmutter Lilli Jahn. In "Nirgendwo und überall zu Haus" nun, kommen vierundzwanzig Überlebende des Holocaust in Interviews zu Wort. Ich war einigermassen skeptisch, denn: Wie sollten gerade mal zwei Dutzend Personen eine so unterschiedlich zusammengesetzte Gruppe darstellen, zumal die allermeisten keine Unbekannten sind und selbst publizieren? Unter ihnen so illustre Namen wie der Literaturnobelpreisträger Imre Kertéz, der ehemalige polnische Aussenminister Adam Daniel Rotfeld sowie die Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt und Aharon Appelfeld. Die Zweifel waren unbegründet - ich habe das Buch in einem Zug gelesen. Manchmal habe ich mir gewünscht, dass die Interviews ein wenig länger wären, doch hat sich mit der Zeit ein ergreifendes Kaleidoskop von Schicksalen gebildet, das auch für diejenigen spricht, die hier nicht zu Wort kommen, einschliesslich der Toten. Viele der Befragten haben die Konzentrationslager selbst erlebt, andere wurden als Kinder von ihren Eltern ins Ausland, in eine ebenso entwurzelte Zukunft geschickt, wenige nur, die den Nazi-Terror in Deutschland versteckt, überlebt haben. Was das Buch gut aufzeigt ist, dass man die Problematik nicht einfach mit dem Muster "gut und böse" abtun kann. Deportation und Überleben hing von vielen Zufällen ab. Anita Lasker-Wallfisch sagt: "Also, das Überleben war kompletter Zufall, das muss ich Ihnen sagen, kompletter Zufall." Und Imre Kertéz geht noch einen Schritt weiter: "Um überleben zu können, musste man durch die Hölle gehen - und in der Hölle wird man schmutzig. Die Unschuldigen sind die, die gestorben sind." - Persönlich am meisten betroffen gemacht haben mich die Schicksale der komplett assimilierten Juden, die nie eine Synagoge von innen gesehen und ihr Deutschtum vehement vertreten haben. Tragisch auch diejenigen, die den Holocaust überlebt haben und nach dem Krieg noch einmal in die Fänge eines totalitären Regimes - den Stalinismus - gerieten.

Der Band ist mit wunderschönen, eindrücklichen schwarzweiss Porträts und kleineren, szenischen Fotografien von Monika Zucht ausgestattet. Alle Porträts zeigen Menschen, die sich das ganze Leben lang ihre Würde bewahrt haben.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gegen das Vergessen... 13. Februar 2009
Von Lydia
Format:Taschenbuch
Das Buch und dessen Inhalt wurden ja bereits gut beschrieben, dem kann ich nicht viel hinzufügen, außer meinen eigenen Eindrücken. Ich bin Jahrgang '77 und habe seit frühester Schulzeit sehr viel über das Thema "Holocaust" gehört, gelesen und in Filmen gesehen. Man denkt vielleicht manchmal "Ich werde es nicht vergessen. Ich weiß jetzt so gut wie alles über die Geschehnisse des Holocaust." Aber dann sieht man eine Dokumentation oder liest wieder etwas von einem Zeitzeugen und man spürt, was damals geschehen ist, ist so riesig und unglaublich, dass man es wohl niemals - mit wievielen Worten/Bildern auch immer - ganz fassen kann. Dieses Buch hat mich zum nachdenken, weinen und lachen gebracht, aber nicht zuletzt auch ein leises Gefühl von Scham ausgelöst, wie es mir immer passiert bei diesem Thema, Scham für mein Volk. Ich will nicht vergessen und ich will nicht, dass vergessen wird! Ich habe die Taschenbuchausgabe, welche hervorragend verarbeitet ist und daher auch bestens geeignet immer wieder weitergegeben und erneut gelesen zu werden.
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