Als ich erfahren habe, daß es eine alternative, qualitativ bessere, Anschlußmöglichkeit für die Wii gibt, hat das in mir zwei Reaktionen hervorgerufen:
Erstens habe ich mich geärgert, daß das passende Kabel nicht direkt beilag. Fast jeder Monitor - der über dies Standardanschlüsse verwendet - wird mit VGA- und DVI-Kabel ausgeliefert, aber der Wii, die ja einen proprietären Videoausgang hat, liegt nur das deutlich schlechtere Videokabel ("Video" in diesem Zusammenhang auch als Gegensatz zu "S-Video" zu lesen, also das denkbar schlechteste Signal, das heutzutage im AV-Bereich noch gängig ist) bei.
Nun, immerhin konsequent, ist doch das Geniale an der Wii nicht die Technik, die ist ja eher eine Generation zurück, sondern das Steuerungskonzept, das über einen endlosen Zubehörbedarf eine echte Gelddruckmaschine für Nintendo ist: Tanzmatten, Balance Board, sage und schreibe vier Controller (Wiimote, Nunchuck, Classic Controller und GameCube-Controller (Keiner kann mir erzählen, man hätte dem GameCube-Modus nicht eine Emulation von GC-Controllern über den Classic-Controller spendieren können!), Wummen (Light Guns halt), Schläger, Wheels ...
Zweitens wollte ich es haben, denn das Bild mit dem mitgelieferten Kabel ist ja nicht gerade berauschend (Um den Umstand, daß es noch etwas unschärfer ist als ein Heimcomputer aus den 80ern über TV-Modulator, freundlich zu umschreiben). Auch aus dem ersten Grund, Nintendo macht schon genug Geld mit Zubehör, habe ich mich nach einer günstigen Alternative umgesehen und dieses Kabel gefunden.
Es war für mich nicht wichtig, daß das Kabel aus rechtsdrehenden Kupferkulturen gezogen, sauerstoffrei und mit vergoldeten Kontakten versehen ist, denn ich habe im Haus soviel Sauerstoff, daß der Zustand eh nicht lange gehalten hätte und meine Frau hat bereits genug Gold an den Fingern.
Und obwohl das Kabel nicht an den Steckern vergoldet und im Preis gesalzen ist, funktioniert es einwandfrei! Die Verarbeitung ist tadellos (Ich bin übrigens Elektroniker und war lange in der Qualitätssicherung eines High-Tech-Unternehmens tätig. Kabel, die manche Enthusiasten zwischen iPod und Autoradio spannen, haben High Tech Unternehmen nicht in ihren Maschinen. Selbst Kabel, deren Ausfall für den Bediener tödlich wäre, sind günstiger zu haben als Oehlbach-Kram, sollte man mal drüber nachdenken!).
Zurück zum Thema:
Mit dem Komponentenkabel an der Wii wird das Bild deutlich schärfer und die Farben satter. Wie bereits beschrieben, können durch die verbesserte Bildqualität teilweise Treppchen sichtbar werden, die vorher durch Verschwimmen nicht zu sehen waren, obwohl sie natürlich immer da waren. Das ist aber nur erkennbar, wenn man sehr nah am Fernseher steht oder sitzt. Bei angemessener Entfernung erledigt das Auge das Verschwimmen hinreichend, so daß die positiven Effekte von Schärfe und Farbintensität bei Weitem überwiegen.
Daher ist das Komponentenkabel ein absolutes Muß für jeden, der einen geeigneten Fernseher besitzt.
Ein Hinweis zur Farbkodierung: Man hat sich ein Markieren von Audio- und Videosignalen gespart, so daß das Kabel zwei identische rote Anschlüsse hat. Mit etwas logischem Denken kommt man aber dennoch darauf, daß die nebeneinander liegenden Anschlüsse grün/blau/rot für Video sind und erst danach der weiße und der rote Anschluß für Audio kommen.
Und ein Tip: Im Gegensatz zum Originalkabel kann man bei diesem Kabel die einzelnen Anschlüsse nicht weiter auseinanderziehen. An einem AV-Receiver wird man i.d.R. trotzdem Audio und Video gleichzeitig eingesteckt bekommen, bei einem Fernseher kann es je nach Lage der Buchsen aber problematisch werden, bei zwei getrennten Geräten (z.B. Fernseher für Video und Verstärker für Audio) wird man auf jeden Fall für Audio oder Video eine Verlängerung wie z.B.
2m Stereo Chinch Cinch Cynch Verlängerung 2x Stecker auf 2x Buchse 2,0m 2.0m 2,0 2.0 2 m - brauchen.
Und zum Thema AV-Receiver:
Die Wii über Komponentenausgang ist kompatibel mit Yamaha AV-Receivern mit Component-In. Dies nur als Hinweis, da dies wohl nicht für alle Geräte mit Komponentenausgang gilt, zumindest laut Handbuch des Receivers.