Ich erinnere mich noch sehr gut, als damals die Rote Edition und die Blaue Edition im Jahr 1999 erschienen sind. Damals hatten in der Schule so gut wie alle Pokémon gezockt, wirklich jeder hatte eine Edition oder gar beide. Das alles ist jetzt schon 12 Jahre her und dennoch ist Pokémon immer noch sehr erfolgreich, liegt es doch punkto Verkaufszahlen direkt hinter Super Mario. Mit Pokémon Schwarz & Weiß ist nun schon die fünfte Generation geboren worden. Seit damals ist die Gesamtzahl der Pokémon auf 649 Exemplare angestiegen. Dennoch kann man anfangs nur 156 Pokémon fangen, welche alle ausnahmslos komplett neu sind. Ich habe mir beide Editionen zugelegt und daher kann man diese Rezension auch für beide Editionen ansehen.
+ Die Story +
Man kann sagen was man will, aber bei Pokémon lag die Stärke eigentlich nie bei der Story, sondern beim Gameplay. Doch diesmal lässt sich im Spielverlauf eine durchaus anspruchsvolle und wunderbar inszenierte Story erkennen. Schon allein das besondere Intro zeigt eine Krönungszeremonie und dreht sich um das mysteriöse Team Plasma. Dieses hat es sich zum Ziel gesetzt die Pokémon von den Menschen zu trennen, damit diese in Freiheit leben können. Dass die Mitglieder von Team Plasma hierfür jedoch sehr grobe Methoden anwenden, ist ihnen selbst nicht klar. Außerdem wird man die Legende um die legendären Pokémon Reshiram und Zekrom hautnah miterleben.
+ Gameplay +
Man beginnt wie in jeder anderen Pokémon-Edition in seinem Heimatdorf, in diesem Fall in Avenitia, welches in der neuen Region Einall liegt. Wie immer bestehen die beiden großen Ziele darin, der stärkste Trainer zu werden, indem man durch das Land zieht und die Arenaleiter besiegt, um später Zutritt zur Pokémonliga zu erhalten. Natürlich müssen auch wieder jede Menge Pokémon gefangen werden. Wie schon zuvor erwähnt, leben in der Einall-Region vollkommen neue Pokémon. Sobald man die Pokémonliga jedoch einmal gemeistert hat, besteht die Möglichkeit seine früheren Pokémon aus den Editionen Diamant/Perl/Platin/HeartGold/SoulSilver auf seine Schwarze Edition bzw. Weiße Edition zu übertragen, denn nur so ist es nämlich möglich den Nationalen Pokédex zu vervollständigen. Neu dazugekommen sind unter anderem das C-Gear, ein hilfreiches Tool welches unter anderem direkten Zugang zur WiFi-Connection ermöglicht. Auch die Pokémonkämpfe haben eine Neuerung erhalten, denn erstmal lässt sich auch 3 vs 3 kämpfen. Statt einem Duellturm gibt es diesmal die Kampfmetro, die aber genauso funktioniert. Auch hier tritt man gegen sieben starke Trainer hintereinander an und erhält Gewinnpunkte, welche man gegen Items eintauschen kann. Die Einall-Region ist die bisher größte Region die man erkunden kann. Dementsprechend lange dauert es auch, bis man alle Orte besucht hat. Es gibt sogar je nach Edition einen besonderen Ort, den es nur in einer der beiden Editionen gibt. In Pokémon Schwarz gibt es die Schwarze Stadt, während es in Pokémon Weiß den Weißen Wald gibt.
+ Die Pokémon +
Insgesamt sind 156 Pokémon fangbar, bis man das Spiel durchgespielt hat. Danach kann man sich der Herausforderung stellen, Pokémon aus anderen Editionen zu übertragen. Was das Design der Pokémon anbelangt, scheiden sich die Geister. In meinen Augen bietet diese Generation die skurillsten und merkwürdigsten Pokémon überhaupt. Bei manchen frage ich mich durchaus, ob das Aussehen nicht eher an Digimon oder Spectrobes erinnern soll. Es gibt natürlich auch wieder sehr coole Pokémon, nur musste ich mich bei diesen Pokémon am längsten an ihr Aussehen gewöhnen, als wie es früher noch der Fall war. Manchmal habe ich durchaus das Gefühl, dass den Entwicklern die Ideen ausgehen, aber Geschmäcker sind ja verschieden.
+ Grafik & Sound +
Bereits in HeartGold und SoulSilver hat man die verbesserte Grafik welche sich an 3D orientiert, bereits bewundern dürfen. Doch Schwarz & Weiß geben dem Ganzen nochmal eins drauf. Besonders in der Metropole Stratos-City, welche direkt am Meer liegt, läuft man durch die Großstadt welche sich mit der Spielfigur mitdreht. Ganz besonders in dieser Stadt bekommt der Spieler eine wunderschöne Grafik präsentiert, welche sich deutlich von den älteren Generationen abhebt. Auch die Musik weiß zu überzeugen, kann man doch im Spiel als nettes Feature kleine Töne einspielen, wenn man mit Musikern spricht. Dann nämlich verändert sich die Hintergrundmusik und wird beispielsweise durch Klavier- oder Trommeltönen ergänzt.
+ Umfang +
Wie bereits erwähnt, ist die Einall-Region die bisher Größte. Meiner Meinung nach ist sie sogar größer als Sinnoh in Diamant/Perl/Platin. Es dauert dementsprechend lange, bis man Einall durchwandert hat. Es gibt natürlich wieder VM-Attacken, welche auf der Oberwelt neue Gebiete zugänglich machen wie Zerschneider, Surfer, etc. Man tritt auch relativ häufig gegen seine beiden Rivalen an und trifft auch immer wieder auf Team Plasma. Einige Orte kann man zudem erst besuchen, wenn man die Pokémonliga geschafft hat. Dadurch erhöht sich die Spieldauer nochmals und bis man alle Pokémon gefangen hat, vergeht auch noch eine lange Zeit. Zudem kann man ja auch wieder online kämpfen und tauschen. Dementsprechend kann man sich mit Pokémon Schwarz & Weiß sehr lange beschäftigen und es wird nie langweilig.
--- FAZIT ---
Jeder der Pokémon mag, wird mit Schwarz & Weiß ganz bestimmt seine Freude haben. Möglicherweise stehen alteingesessene Fans den neuen Editionen etwas kritischer gegenüber als Neueinsteiger. Ich habe den Kauf jedenfalls nicht bereut und werde die beiden Editionen auch noch eine sehr lange Zeit zocken. Ganz klare Kaufempfehlung!