Ich hatte das Original schon damals auf dem N64 gespielt. dort hieß es ja noch "Lylat Wars", weil Nintendo nicht die Rechte an dem Label "Starfox" hatte. Zumindest in Europa. Ich erinnere mich noch gerne daran zurück, als ich das Spiel aus der Videothek auslieh und das Rumble Pack benutzte. Da meine Flugkünste damals alles andere als gut waren, rüttelte mein Controller wie verrückt. Und ich war begeistert.
Nun da ein eingebauter Vibrationsmodus bei Controllern nun alles andere als neu ist, dürfte das nicht mehr viel reißen und da dem 3DS-Remake diese Funktion ohnehin fehlt... tja. Aber alles andere, wofür ich Lylat Wars mochte ist noch immer da.
Tja, die Handlung ist in diesem Spiel bestenfalls nur schmückendes Beiwerk. Der verrückte Wissenschaftler Andross wurde wegen seiner gefährlichen Experimente aus Corneria verbannt. Nun, in seinem Exil auf Venom, hat der Schurke nicht untätig rumgesessen und eine Armee formiert, mit der er nun das komplette Lylat System erobern möchte. Also angagiert General Pepper das Starfox Team, um Unterstützung beim Kampf gegen Andross' Mannen zu siegen. Für Fox McCloud ein gefundener Auftrag, hat der böse Wissenschaftler doch seinen Vater auf dem Gewissen.
Tiefgang oder überraschende Wendungen? Gibt es nicht, braucht es auch gar nicht. Im Vordergrund steht schlicht und ergreifend die Action und darin macht das Spiel, damals wie heute, eine gute Figur.
Tja, was also tun? In sieben unterschiedlichen Welten so viele Bösewichte wie möglich vom Himmel holen. Für eine gute Performance kann man sogar Medaillien sammeln, vorrausgesetzt alle Teammitglieder sind zum Ende der Mission noch im Rennen. Tatsächlich sind Fox' Gefährten gleichzeitig auch ein wenig... mmh... inkompetent. Mehrmals kommt es in den verschiedenen Leveln vor, dass Slippy, Falco oder Pppy von einem Feind verfolgt werden, Und da alle drei nicht in der lage sind, einen Looping zu fliegen, was Peppy uns mehrmals predigt, muss Fox, aka der Spieler, sie retten. Dies fällt insbesondere in den offenen Formationen auf. Außerdem werden von den Kumpanen abgeschossene Gegner nicht dem Score hinzugerechnet.
Tja, damit nicht genug, denn bis zu Andross ist es nicht nur weit, es gibt auch mehrere Routen um zum Ziel zu gelangen. Neben Corneria und Venom, die in jedem Fall Pflicht sind, gibt es zwischendrin mehrere andere Planeten und Sektoren, die es zu durchfliegen gilt. Viele Planeten können von unterschiedlichen Orten aus betreten werden. Solar ist beispielsweise von Katina und Fichina aus zu erreichen. Aquas hingegen nur von Sektor Y aus. Um die alternativen Routen wählen zu können, sind auch mehrere Aktionen Pflicht.
Insgesamt, fast jedes Level besteht aus einer Mission die es zu erfüllen gilt. Ist diese erfüllt kann man die schwerere Route nehmen. Zum beispiel, knallt im Sektor Y 100 Gegner vom Himmel und ihr dürft nach Aquas. Ist das Ziel nicht erreicht, geht es stattdessen nach Katina. Eine unerfüllte Mission wird im Ergebnisbildschirm schließlich als "Mission beendet" verzeichnet und es geht auf der leichteren Route weiter. Die einzigen ausnahmen zu dieser Regel sind die Missionen "Aquas", "Solar", "Titania", "Bolse" und "Area 6". Egal wie schlecht ihr euch in diesen Leveln anstellt, diese können nur erfüllt werden. Auch bietet das Spiel zwei Enden an. Diese hängen davon ab, über welche Route ihr Venom erreicht. Die leichte Route ist natürlich die schlechte.
Tja, auch wird zwischen zwei Flugformationen unterschieden. Die herkömmliche Formation, die in fast allen Leveln greift, ist ein stumpfer Rail Shooter. Ihr fliegt einen theoretischen Korridor eurem Ziel entgegen, das war's. Dann gibt's noch die offene Formation, in der man quasi frei fliegen kann. einige Level, wie Fichina, lassen euch in einer Arena gegen mehrere feindliche Schiffe antreten, andere Rail-Missionen haben den Boss, der in der offenen Formation besiegt wird. Cornerias Boss der leichten Route beispielsweise.
Ansonsten, was ist an dem Spiel anders? Nicht viel. Zunächst einmal, wer seinen 3DS auf deutsch gestellt hat darf sich an einer deutschen Tonspur erfreuen. Ja, ich höre schon die entsetzten Ausrufe. Die deutschen Sptrecher bieten zumindest den Vorteil, dass man die Texteinblendungen auf dem Touchscreen nicht lesen muss, ohne von der Action abgelenkt zu werden. auch habe ich schon Spiele mit wesentlich schlechteren deutschen Sprechern gehört - Star Fox 3D ist nicht einmal annähernd so fürchterlich, wie "Calling" oder unfreuiwillig komisch wie "ForbiddenSiren". Tatsächlich würde ich die Sprecher als durchschnittlich bezeichnen, sie sind nicht gut, aber keineswegs schlecht. Der Sprecher von Andrew (der vermutlich auch Fox spricht, bin mir da aber unsicher), bringt's bei einem Abschuss zum Beispiel nicht fertig, ein entsetztes "Onkel Andross!" zu rufen, stattdessen liest er seinen Text nur ab. Schade.
Slippy, im deutschen ebenfalls von einer Frau gesprochen, klingt hingegen so emotional, wie noch im Original. Und ist mindestens genauso nervig. Für mich als jemanden, der noch die Originalstimmen im Kopf hat sehr ungewohnt, aber man gewöhnt sich dran. Auch wenn Andross' deutsche Lache nicht ganz so toll ist, wie noch auf dem N64.
Übrigens, Nintendo soll für die englische Sprachausgabe die Originalsprecher der N64-Version verpflichtet haben, ihre Rollen neu zu vertonen. Ich habe mich noch nicht selbst davon überzeugt, aber angeblich sind diese wohl auch nicht mehr ganz bei der Sache gewesen.
Auch kann man nun bereits absolvierte Level im Arcade-Modus jederzeit durchspielen. Ihr wollt nach Zoness, ohne euch dabei durch Aquas schlagen zu müssen? Bitte sehr, ihr könnt das Level jederzeit spielen, sofern ihr es im Hauptspiel abgeschlossen habt. Dabei gilt jedoch zu beachten, dass ihr jedes Level mit drei Bomben und dem standardlaser startet. Dadzurch ist eure Feuerkraft eher, sagen wir, unspektakulär.
Auch wird im Hauptspiel nun zwischengespeichert. Ihr wollt nach drei Missionen eine Pause machen? Kein Problem, ihr könnt das Spiel später fortsetzen. Der Speicherstand bleibt so lange bestehen, bis ihr das Spiel durchgespielt habt, ein neues Spiel startet oder die Mission gelöst habt. Selbst eure Ausrüstung wird dabei behalten. Ihr müsstet dazu noch nicht einmal einen Versuch opfern, um das Level erneut zu beginnen.
Ebenfalls wurden die Musikstücke neru verfasst. Dies kann gut oder schlecht sein. Es sind noch immer die gleichen Lieder, aber Aquas klingt ohne den synthetischen frauenchor nicht mehr so geheimnisvoll, wie noch auf dem N64. Im Gegenzug gefällt mir das neue Corneria-Thema viel besser.
Auch der Multiplayermodus ist verändert worden. Zunächst einmal, es gibt nur noch Jeder gegen Jeden. Der Modus, indem NPC-Schiffe abgeschossen werden müssen gibt es nicht mehr. Auch ist die Arenaanzahl... limitierter und es kann nicht mehr mit dem Landmaster gefahren werden.
Insgesamt gibt es drei Modi - Überleben, bei dem der letzte, der noch steht gewinnt. Und dann noch zwei Punktekämpfe. Das wäre "Wer zuerst X Gegner vom Himmel holt gewinnt" und "Wer bis zum Ende des Countdowns die meisten Gegner vom Himmel geholt hat gewinnt".
Wer keine Freunde zur Hand hat, darf auch gegen die KI spielen, die schon auf Leicht recht kompetent ist, auch wird ein Downloadspiel ermöglicht, falls ecventuelle Mitspieler keine Karte haben. Online-Rankings und -Spiele sind nicht möglich. Leider.
Ebenfalls ist es möglich, das Hauüptspiel in einem neuen modus zu spielen, der den Gyro-Sensor unterstützt mit neuen Schwierigkeitsgrad(?) und der klassische N64-Modus. Wo der Unterschied liegt? Der klassische Modus fragt nicht, ob ich die Gyro-Funktionen nutzen will. Entgegen was die anleitung sagt unterstützen beide Modi das Schiebepad. Ein Unterschied ist mir nicht wirklich aufgefallen. Außer dass ich auf Titania vollkommen versagte und ich in Sektor X und auf Vnom so ziemlich jede Wand mitgenommen hatte, die ich finden konnte. Also, wenn es schwerer war, dann nur weil ich mich plötzlich blöd angestellt hatte. Allerdings hatte ich bisher nur die leichte Route probiert.
Unterm Strich wollte ich furchtbar gerne wieder Star Fox 64 spielen, welches ich verlegt hatte. Das Remake kam mir da doch ganz gelegen und es macht noch immer so viel Laune, wie auf dem N64. Der einzige Nachteil ist die geringe Spieldauer. Das Hauptspiel dauert vielleicht eine Stunde, plus minus ein paar Minuten, abhänguig der Kompetenz und des Schwierigkeitgrades. Ausgebessert wird das durch den Wiederspielwert, da es wirklich zahlreiche Wege durch das Spiel gibt. Aber um jedes Level einmal zu sehen sind bloß drei Durchläufe nötig. Trotzdem, wer mag kann auf Medaillienjagd gehen, um einen neuen Schwierigkeitsgrad freispielen zu dürfen. Und ansonsten ist das Spiel noch immer gut für eine Runde für zwischendurch. Es macht Spaß, ich kann's empfehlen.