Ich empfehle meine Rezension vor allem Leuten, die schon Fire Emblem erprobt sind.
Ich habe fast alle Fire Emblem Spiele gespielt und bin sehr begeistert von der Serie. Die Spiele für den Game Boy Advance waren schon sehr gut, aber unübertroffen sind die Spiele "Path of Radiance" und "Radiant Dawn" für Gamecube und Wii.
Zu Shadow Dragon: Wenn man so wie ich die Gamecube- und Wii- Spiele gespielt hat kann man eventuell enttäuscht sein, denn im Vergleich schneidet das neue Spiel "Shadow Dragon" nicht gut ab.
Wie teilweise schon von meinen Vorgängern erläutert:
Die Story ist extrem klischeehaft (ok, es ist ein Remake und somit an die alte Story gebunden), wer die feine Charakterdarstellung gewohnt ist, wie sie mindestens ab Fire Emblem für den GBA vorhanden ist, der wird enttäuscht sein. Die meisten Charaktere folgen einfach Marths Armee ohne groß etwas zu erläutern (und das bleibt bis zum Schluss so). Die Dialoge sind kurz und auf den Punkt, es gibt keinen Tiefgang. Man hat nur über das Aussehen einer Figur die Möglichkeit, Sympathien zu entwickeln, und das ist doch der Kern, dass man in Fire Emblem Individuen steuert und keine stereotype Armee.
Ungewohnt ist auch sofort, dass es so etwas wie "2. Schritt" und "retten" nicht gibt. Das bedeutet: Ist eine etwas schwächere Einheit einmal in der Nähe von Feinden, ist sie verloren (kein "retten"), und taktisches "in die Armee des Gegners fliegen/reiten und wieder abhauen" gibt es auch nicht mehr (kein "2. Schritt").
Das Fähigkeitensystem, seit Fire Emblem für SNES schon entwickelt, kommt hier ebenfalls nicht zum Einsatz.
Positiv erwähnt wurde die Vielfalt an Schwierigkeitsgraden. So weit ich es bemerkt habe verändern sich aber nur die Werte der Gegner, sie sind einfach statistisch stärker.
Ich habe mir einige Charaktere in der Arena in Level 11 oder so stark trainiert und brauchte nur drei von ihnen um problemlos durch die nächsten 10 Level zu kommen. Stellen Sie sich vor, wie "schwer" es ist, wenn man mehr als drei Charaktere in der Arena trainiert.
Im Vergleich zu Radiant Dawn ist dieses Spiel natürlich auch sehr viel kürzer, aber das soll kein Kritikpunkt sein, es verspricht genügend Spielzeit.
Positiv aufgefallen ist mir das Klassenwechselsystem, welches ich zuerst als Kritikpunkt sah. Für dieses Fire Emblem ist es eine nette Idee, eine erfrischende Abwechslung. Da man mit den Charakteren eh nicht viel verbindet, macht macht es Spaß, sich für jeden eine Klasse wünschen zu können und so die Klassen zu verteilen auf die Charaktere, die man, optisch oder Statuswerte betreffend, gut findet.
Es hat aber auch Nachteile: Warum einen Charakter zum Berserker machen, wenn er als Held fast ausnahmslos extreme Statusverbesserungen hat (nur als Beispiel).
Die Graphik und die Musik sind typisch und gut (die Kämpfe sind toll animiert) und die Steuerung mit dem Stylus ist sehr gut gemacht. Sehr toll ist, dass man jederzeit Sequenzen wie Kämpfe und Gegnerzüge unterbrechen kann ohne ewig im Menü rumstellen zu müssen. Das ist eine starke Verbesserung!
Letztendlich ist es ja doch ein Fire Emblem. Es spielt sich wie eines uns es sieht aus wie eines. Das Spiel macht auch Spaß und es hat mich gefesselt bis zum Schluss. Wenn man dieses Spiel unabhängig sieht, dann ist es wirklich Klasse und hat vielleicht 4 oder sogar 5 Sterne verdient.
Aber wenn man mit Radiant Dawn vergleicht und sieht, was bei Fire Emblem alles möglich ist (und damit sind Gameplay und taktische Finessen wie Bonus-Exp, Fähigkeitensystem usw. gemeint, nicht Graphik oder technische Mittel), dann schneidet es nicht so gut ab und deshalb gebe ich "nur" 3 Sterne.
Ich empfehle es vor allem jedem, der Fire Emblem noch nie gespielt und somit keinen Vergleich hat, aber auch den eingefleischten Fans, da es in die Sammlung gehört. Wenn man von Radiant Dawn verwöhnt wurde muss man eben auch Rückschritte akzeptieren.