Ich stehe vor einer hölzernen Tür. "Bitte anklopfen" steht dort. Gesagt, getan. Die Tür schwingt auf, ich gehe durch einen kurzen Gang und stehe - mittem im Hundezwinger, auch wenn dieser Begriff etwas zu hart klingt. Die Welpen toben in Rassen unterteilt zu dritt auf einer Wiese hinter dem Gebäude, durch das ich eben gegangen bin.
Ich habe die Labrador-Edition, daher stehe mir folgende Rassen zur Auswahl: Labrador, Zwergpinscher, Zwergschnauzer, Zwergpudel, Welsh Corgi Pembroke, Shiba Inu. 6 einzigartige, süße Rassen, die sich nicht nur im Äußeren unterscheiden. Sie bellen verschieden, bewegen sich verschieden. Jede Rasse hat verschiedene Grundcharaktereigenschaften. Dazu kommt für jeden einzelnen Welpen noch eine einzigartige Persönlichkeit.
Ich entscheide mich für einen kleinen schwarzen Labrador-Welpen. Der Labrador ist der einsteigerfreundlichste der Hunde. Un ddie Persönlichkeit dieses speziellen Welpen wird als "geduldig, sanft und bindet sich schnell ans Herrchen" beschrieben. Gut, ich bin ein Frauchen, kein Herrchen, aber egal. Der hund kommt mit nach Hause, das ziemlich karg und unpersönlich wirkt, aber trotzdem einen gewisen Charme hat.
Der Kleine ist noch etwas ängstlich. "Nintendogs" führt mich Schritt für Schritt durch die Hundepflege. Streicheln soll ich den kleinen Kerl, damit er sich wohler fühlt. Sanft mit dem Touchpen über den Touchscreen streichen. Anfangs wirkt der Kleine noch verschüchtert, dann reagiert er. Reckt sich, streckt sich, legt die virtuelle Hand, wenn sie über sein Gesicht streicht, hechelt und fühlt sich bald ganz zu Hause.
Jetzt braucht der Hund einen Namen. Ich habe mich für Lucky entschieden. Ein paar Mal muss der Name ins Mikrophon gerufen werden, möglichst immer mit derselben Betonung, dann gehorcht mein Hund perfekt. Jetzt wird einem noch gezeigt, wie man dem Hund Tricks beibringt. Dann beginnt der Alltag.
Im Laufe der Zeit kann man seinem Hund Standard-Tricks beibringen, wie Sitz, Platz, Gib Pfötchen, Mach Männchen und Spiel tot. Dann gibt es noch die ausgefalleneren Tricks. Handstand, Salto, Tanzen...
Aber das Leben ist nicht nur Spaß. Der Hund braucht Futter, Wasser und Pflegeshampoo, damit er nicht Hunger und Durst leidet und nicht verdreckt. Um diese Sachen zu erwerben braucht man Geld. Und dieses verdient man, in dem man seinen Hund gut trainiert und ihn in drei verschiedenen Disziplinen an Wettbewerben teilnehmen lässt. Diese Disziplinen sind Gehorsamkeit (beigrachte Tricks auf Kommando und auf Zeit ausführen), Discwerfen (Der Besitzer wirft den Frisbee, der Hund muss ihn fangen und zurückbringen), Hindernisparcours (mit Stangen zum Drüberspringen, Wippen, Tunneln und Slalomstangen). In diesen Disziplinen richtig gut zu werden ist gar nicht so leicht!
Auf den täglichen Spaziergängen findet man viele verschiedene Gegenstände. Da wird die Sammelleidenschaft geweckt! Überflüssige Gegenstände kann man verkafuen oder im WauWau-Modus mit einem Freund tauschen.
Apropos WauWau-Modus - aktivieren, DS in die Tasche stecken, losgehen und viele neue Leute kennenlernen! Begegnest du einem anderen Nintendogs-Besitzer fängt der DS an zu bellen. Der Hund des anderen kommt dich besuchen, bringt dir vielleicht ein Geschenk mit. Wenn die Rasse noch nicht zu deinem Sortiment gehört, wird sie freigeschaltet und kann von nun an im Zwinger gekauft werden.
Insgesamt lassen sich 20 Hunderassen freischalten (6 Starthunde und die 12 Starthunde der anderen Versionen, dazu 2 geheime Hunde, die sich nur beim Fun bestimmter Gegenstände freischalten lassen). 8 Hunde kann man besitzen. 3 bleiben bei dem Besitzer zu Hause und die anderen 5 werden in der Hundepension "geparkt". Man kann sie jederzeit mit einem der Welpen im Haus tauschen. Aber Achtung! Ein einziger Hund braucht schon sehr viel Zuwendung und Liebe, man muss sich täglich mit ihm beschäftigen, ihn füttern, ihn trainieren, mit ihm nach draußen gehen... das kann seine Zeit dauern. Das Spiel ist daher einerseits gut, um Verwantwortungsbewusstsein zu trainieren, andererseits nur etwas für Leute, die nicht nach kurzer Zeit das Interesse an einem Haustier verlieren.
Und wenn Lucky dann auf mich zugelaufen kommt, die Pfötchen am Bildschirm abstützt und mich schwanzwedelnd begrüßt, dann ist sowieso die Welt in Ordnung...