Ich habe dieses Spiel zufällig im Laden gesehen und da ich meine Wii fast ausschließlich für Party-Spiele nutze, hab ich zugegriffen. Und ich habe es nicht bereut. Im Gegensatz zu anderen Party-Spielen auf der Wii (Mario Party 8, Wii Party) ist hier eher taktisches Spielen statt Action-Gefuchtle im Vordergrund. Darum ist Straßen des Glücks mal eine nette Abwechslung zu den anderen Party-Spielen, die sich doch immer sehr ähneln.
Es gibt zu Beginn 12 verschiedene Spielbretter, die zum einen von ihrer Wegstruktur unterschiedlich aufgebaut sind, zum anderen besitzen einige Bretter auch spezielle Felder, z.B. ein zusätzliches Aktien-Feld, um Aktien kaufen zu können, oder ein Jahrmarktsfeld, auf dem man ein kleines Mini-Spiel starten kann (bei den Minispielen kommt es ausschließlich auf Glück an), um ein bisschen Geld zusätzlich zu verdienen. 6 weitere Spielbretter werden durch das siegreiche Beenden der ersten 12 frei geschaltet. Durch das Gewinnen eines Spielbrettes werden zusätzlich noch neue Kleidung, Posen und Gesten freigeschaltet, die man mit den erhaltenen Siegpunkten kaufen kann.
Jedes Spielbrett hat eine eigene Siegbedingung wie z.B. als erster 10000G verdient zu haben, sowie eine Bedingung, die das Spiel vorzeitig enden lässt wie z.B. ein Spieler geht bankrott.Im Laufe des Spiels zieht man mit einem Würfel Felder weiter und kann dabei Läden kaufen, seine Läden ausbauen, Fortuna-Karten benutzen (ähneln den Gemeinschaftskarten in Monopoly) und Farben sammeln. Hat man alle vier Farben auf einem Brett gesammlt bekommt man von der Bank einen Geld-Bonus. Die Läden funktionieren wie die Straßen in Monopoly. Landet man auf einem Laden-Feld, muss man dem Besitzer einen gewissen Geldbetrag bezahlen. Dieser betrag wird größer, wenn der Besitzer mehrere Läden in einem Bezirk hat und wenn der Spieler seine Läden ausbaut.
Ebenso kann man Aktien von den verschiedenen Bezirken kaufen, in die das Spielbrett unterteilt ist. Wird in einen Laden in einem Bezirk investiert, von dem man Aktien hat (das muss nicht zwingend ein eigener Laden sein), steigt der Aktienwert und man bekommt Geld.
Die Computer-Gegner sind gut ausbalanciert. So gibt es auf jedem Spielbrett meist 2 mittelgute Gegner und einen etwas besseren. Zu einfach sind die Partien nicht gestaltet, aber zu schwer auch nicht. Die meisten Spielbretter dürften nach spätestens der zweiten Partie gewonnen sein.
Die Spieldauer der einzelnen Bretter variiert je nach Siegbedingung. Für die ersten Bretter (Siegbedingung zwischen 10000G und 20000G) beträgt die Spieldauer etwa eine Stunde. Spätere Spielbretter mit über 50000G Siegbedingungen brauchen da schon etwas länger. Man jedoch das Spiel jederzeit speichern und später an genau dieser Stelle weider fortsetzen.
Der Multi-Player (bis zu 4 Spieler) funktioniert nach demselben Prinzip.
Ebenso gibt es für jüngere Spieler einen einfachen Spielmodus, in dem der Aktienhandel deaktiviert ist.
Es gibt jedoch auch ein paar negative Punkte, die ich kurz ansprechen will, die jedoch den Spielspaß keineswegs trüben.
Zum einen sind die Spielbretter sehr einfach gehalten. Zwar hat jedes Spielbrett einen eigenen Hintergrund (z.B. Peachs Schloss oder der Weltraum von Mario Galaxy), das Spielbrett selbst schwebt jedoch immer über der eigentlichen Location und besteht lediglich aus aneinandergesetzten Quadraten, welche die Felder darstellen. Hier hätte man die Spielbretter im Stil von Mario Party ruhig in die Umgebung integrieren können.
Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist der Tauschhandel im Einspieler-Modus. Wie bei Monopoly ist es möglich, Läden untereinander zu tauschen, um so z.B. alle Läden in einem Bezirk zu bekommen (wodurch auch der Ladenpreis steigt). Allerdings gehen die Computer-Gegner so gut wie nie auf einen Tauschhandel ein, selbst nicht wenn man noch mehr als Genug Geld zusätzlich drauflegt. Es gibt zwar die Möglichkeit gegnerische Läden zum fünf-fachen Ladenpreis zwangs zu kaufen, ist die Spielpartie jedoch ein bisschen fortgeschritten, kann man sich einen fünffachen Ladenwert in der regel nicht mehr leisten. Im Multi-Player ist dieser Kritik-Punkt nicht ganz so schwerwiegend, da man bei 4 Spielern keine Computer-Gegner mehr in der Partie dabei hat.
Zudem ist das Spiel nur im 60Hz-Modus spielbar. Da heutzutage nahezu alle Fernseher 60Hz unterstützen, dürfte das kein problem sein. Wer einen älteren fernseher besitz (vor allem noch einen Röhrenfernseher), sollte sich vor dem Kauf erst einmal versichern, dass das Spiel läuft.
Fazit:
Ein tolles Spiel, welches sich durch sein taktikorientiertes Gameplay deutlich von den anderen Party-Spielen unterscheidet und für lustige und spannende Abende sorgt. Über die negativen Punkte kann man getrost hinweg sehen. Für jüngere Spieler gibt es einen einfacheren Sppielmodus, Kinder unter 7-8 Jahren dürften jedoch mit dem Monopoly-ähnlichen Spieleprinzip etwas überfordert sein.