1974 war mein erstes Buch von David Peace. Zwar wird das Buch keinen Platz in meiner persönlichen Top 5 bekommen, doch bot der Roman kurzweilige Unterhaltung, die einen auch nach dem Lesen noch beschäftigte.
Wie der Name schon andeutet, spielt die Geschichte drei Jahre nach den Geschehnissen des ersten Buches. Die Hauptcharaktere sind diesmal der Reporter Jack Whitehead und der Polizist Bob Fraser. Während Leeds von mehreren Morden an Prostituierten heimgesucht wird, versuchen beide auf die Spur des Killers zu kommen. Dies tut jeder auf seine eigene Weise und mit anderen Interessen, doch jeder von Ihnen hat seine eigenen Dämonen, die sie nahezu in den Wahnsinn treiben.
Wer 1974 wegen seiner harten, rauen Schreibweise nicht mochte, sollte einen großen Bogen um 1977 machen. Die Sprache ist auch hier rau und vulgär und die Spirale aus Sex und Gewalt dreht sich hier bedeutend schneller. So brutaler die Morde des Rippers beschrieben werden, desto unmenschlicher sind auf der Gegenseite die "Verhörmethoden" der Polizei. Auch die Sexszenen, in denen nur sehr selten auf Gewalteinflüsse verzichtet wird, machen in ihrer Beschreibung keinen Unterschied. Zwar passen diese Momente größtenteils gut zur der Geschichte, aber ab und zu wird man den Verdacht nicht los, dass Peace manche dieser Momente nur als Mittel zum Zweck verwendet. Abgesehen davon handelt es sich auch bei 1977 um einen düsteren Krimi, der den Leser bedrücken möchte, und was ihm auch locker gelingt.
FAZIT:
Wer sich an der Gewalt im ersten Roman nicht störte, dürfte auch von 1977 "gut" unterhalten werden.