Wer hat sich nicht schon als Kind an heißen Sommertagen eine Pusteblume gepflückt und mit aller Atemkraft seine Wünsche durch den klaren Himmel geschickt? Die Band "winterhood" hat sich bei ihrem überraschend facettenreichen Zweitwerk "Nine Wishes" offenbar nicht nur im Coverdesign und CD-Titel von diesem Bild leiten lassen.
Wie diese kleinen, zarten Federfallschirmchen der Pusteblume schweben auch die Noten der Melodien und Motive auf "Nine Wishes" mal spielerisch-leicht und tänzelnd in träumerischer Wolkennähe, mal von rhythmisch-starken Windstößen vorangetrieben durch die Pfade und Unsicherheiten des Lebens, mal sanft dahingleitendend in Bodennähe auf der Suche nach einem Landeplatz. Dabei durchfliegen "winterhood" derartig viele und abwechslungsreiche Klangstile, daß man sich beim Hören der CD "Nine Wishes" auf eine spannende und entspannende Reise durch die verschiedensten Genres der Musikwelt begibt. Man fühlt sich dabei und selbst bei den manchmal ebenso fliegenden Sprachwechseln von Deutsch zu Englisch nie orientierungslos oder gar verwirrt, da die einprägsame und fesselnde Stimme des kreativen Multitalents Carolin Winter einen stets und beständig an die Hand nimmt - mal feengleich-sacht, mal mit groovigem Jazzgesang, mal experimentell-surreal, mal mit feinstem Pop-Chanson.
In dem Anspieltipp "Comes As You Are" lautet eine Textzeile "I`m sorry for infiltrating." Wofür entschuldigen, wo man sich doch schon ab der ersten Note völlig freiwillig und willenlos ihrem Gesang ergeben hat und sich ihr Bleiben wünscht. Und so verzeiht man auch gerne, daß hier und da die Metaphern und Reime etwas einfach gehalten sind. Wer darauf wert legt, wird ohnehin bei einem Gedichtband von Hesse oder Trakl besser aufgehoben sein. "winterhood" erzeugen Stimmungen und Gefühle und das schaffen sie mit jedem einzelnen der vierzehn Lieder.
Wer bereit ist, sich und seine Ohren dem Samen der Pusteblume auf winterhoods "nine wishes" zu öffnen, der wird alsbald vor dem inneren Auge wundervolle Blumen sprießen sehen - versprochen.