Habe den Nine Eagles Solo Pro jetzt seit gut einem Monat und bin absolut begeistert von dem "Kleinen".
Zubehör:
Über das mitgelieferte Zubehör muss ich nicht mehr viel schreiben: Es ist alles dabei, um lange mit dem Heli Spaß zu haben, sogar Batterien für die Fernsteuerung und ein Schraubenzieher für Umbauten bzw. Reparaturen.
Flugeigenschaften:
Das wirklich Schöne an diesem Heli sind die Flugeigenschaften. Ich bin von einem Dreikanal-Koax direkt auf den Solo Pro umgestiegen - absolut problemlos. Dank dem Rotorkopf mit 45°-Bell-Stabilisator steht der Heli in der Luft wie angenagelt, wenn er erst mal getrimmt ist. Den ersten Start und das Trimmen sollte man als Einsteiger in einem windstillen und möglichst großen Raum durchführen, damit man Zeit hat, zu reagieren. Es empfiehlt sich, den Heli dabei aus der Hand zu starten, da er bei einem Bodenstart aufgrund seiner Bauweise nach links wegdriftet oder umkippt, wenn man nicht genug "Gas gibt". Im Schwebeflug "hängt" der Heli leicht nach rechts, jedoch ist dies vollkommen normal, da der Heckrotor den federleichten Heli ansonsten nach links treiben würde.
Ist der Heli erst mal getrimmt, lässt er sich auch in kleineren Räumen problemlos fliegen. Wenn die Fernsteuerung auf halbe Servo-Rate eingestellt ist, ist der Heli absolut zahm und lässt sich sehr einfach steuern. Er pendelt zwar etwas zurück, wenn man nach einer Bewegung den Steuerknüppel loslässt, aber selbst ein blutiger Anfänger wie ich hatte nach einer Woche kein Problem mehr, ihn durch einen meterbreiten Flur zu steuern.
Der richtige Spaß kommt aber erst auf, wenn man ihm "Auslauf" geben kann, z.B. in einer Halle oder an einem windstillen Tag im Freien. Mit der Fernbedienung auf voller Servo-Rate ist Rock'n'Roll angesagt! Schön schnelle Flüge und elegante Kurven gehen leicht von der Hand (und sehen dabei richtig professionell aus).
Haltbarkeit:
Bei den unzähligen Flügen, die mein Kleiner schon absolviert hat, konnte ich auch seine Haltbarkeit unfreiwilligerweise gründlich testen. Zig mal hab ich ihn bei zu übermütigen Flügen in Wände, diverse Möbelstücke und outdoor in den Boden gehauen - einzig die Nase der Kabinenhaube ist seitdem leicht eingedrückt. Der Winzling ist wirklich fast unzerstörbar! Und sollte doch mal etwas kaputtgehen, findet man für vertretbares Geld alle nötigen Ersatzteile.
Fazit:
Ich kann den Solo Pro vorbehaltlos empfehlen. Ein richtig gut verarbeitetes kleines Spaß-Gerät - und jeden Cent wert.
Hier noch ein paar nützliche Tipps:
- Sollte der Heli mal außer Kontrolle geraten und nur noch Sekundenbruchteile vor dem Crash sein: Gas runter, Heli fallen lassen! Einen Fall selbst aus mehreren Metern übersteht er problemlos, aber die Motoren und Blattaufhängungen nehmen es übel, wenn er sich in den Boden "fräst".
- Die LiPo-Akkus sollte man niemals ganz leerfliegen - das ist der LiPo-Killer schlechthin! Eine gute Richtlinie ist, sich auf der Fernsteuerung nach dem Start mit frischem Akku anzusehen, wieviel Prozent "Gas" man braucht, damit der Heli in einer Höhe schwebt. Sobald der Heli ca. 15-20 Prozent mehr braucht um zu schweben, sollte man ihn landen und den Akku rausnehmen. Wenn der Heli anfängt, sich beim Schweben trotz korrekter Trimmung um die Gierachse zu drehen, ist es eigentlich schon zu spät!
- Man sollte die zwei Akkus nicht direkt nacheinander leerfliegen. Besonders bei gemächlichen Indoor-Flügen wird der Heckmotor schon nach einer Akku-Ladung heiß und verschleißt dann schnell. Den Heckmotor zwischen zwei Flügen abkühlen zu lassen hilft, seine Lebensdauer zu verlängern.
- Die LiPo-Akkus nach dem Fliegen auf jeden Fall abkühlen lassen, bevor sie geladen werden! Wenn der Akku beim Laden noch heiß ist, kann er Schaden nehmen und sogar explodieren - LiPo-Feuer sind kein Spaß!
- Unter der linken Kufe des Landegestells finden sich zwei kleine Plastik-"Nippel", die aussehen wie Gussgrate. Diese auf keinen Fall abschneiden! Sie sorgen für einen einfacheren Start, da der Heli sonst noch stärker nach links driften würde, als er es ohnehin schon tut.
- Wenn man aus dem schnellen Vorwärtsflug in eine harte Wende geht, hört man ein "schrammendes" Geräusch. Das kommt davon, dass bei diesem Manöver die Gewichte der Stabilisatorstange auf die Kabinenhaube trommeln. Dies ist ein kleiner Schönheitsfehler des Solo Pro, der sich aber mit etwas handwerklichem Geschick beheben lässt. Hierzu gibt es viele verschiedene Anleitungen im Netz.
- Es gibt verschiedene "Rebrands" des Nine Eagles Solo Pro, z.B. den Revell Hotshot oder den X-Sky Easy Pro. Diese sind, abgesehen von der Bemalung, absolut baugleich mit dem Nine Eagles Solo Pro, und entsprechend sind auch die Ersatzteile 100% kompatibel.
- Wer sich etwas eingehender mit den Eigenarten des Solo Pro auseinandersetzen will, findet im Netz ausführliche FAQs zu diesem kleinen Heli.
- Und last but not least: Wer mehr aus dem Solo Pro rausholen will, findet sogar Upgrade-Komponenten wie Alu-Rotorkopf, Alu-Taumelscheibe und stärkere Akkus, sowie verschiedene Umbau-Anleitungen im Netz!