Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ketten der Plattenfirma, 3. Juni 2007
Drei übermäßig tolle Alben hat Herr Veland aus Stavanger abgeliefert, doch was ist DAS jetzt? Einbruch der Kreativität?
Auf keinen Fall!
Wenn man als Mastermind und Alleingänger an einem Projekt arbeitet, stetig große und komplexe Arrangements in seine Songs einfließen läßt, an allem bis zur Perfektion feilt und ohne Probleme weniger als zwei Handvoll Tracks entstehen läßt, die locker die 7-Minuten-Grenze überschreiten, dann hat die Plattenfirma ein Problem:
In Zeiten von zu vielen Raubkopien verdient die Plattenfirma kaum mehr was durch Plattenverkäufe, und so muß der Künstler auf Tour. Das hat Morten Veland bislang vereinzelt auch getan, aber dann natürlich mit 'gemieteten' Musikern, weil eine Live-Situation naturgemäß sehr von der im Studio abweicht und er nicht alles hätte selbst machen können. Minutenlanges Headbanging der Musiker, die in weiten Passagen der Songs nichts zu tun haben, weil sich gerade ein Kollege auf dem seinen Instrumenten verausgabt, kommt live aber nicht so gut. Genauso wenig wie wechselndes Personal. Und schon gar nicht haben Minderjährige, die heutzutage einen Großteil der Konzertbesucher darstellen, für so etwas Verständnis.
Also dürften die Vorgaben geheißen haben: Festanstellungen für andere Musiker (besonders die Sängerin durfte nicht mehr cool durchgepierct und -tätowiert sein und sich immer mit Jack-Daniels-Flasche ablichten lassen), Trackspielzeit auf 3,5 chartkompatible Minuten runter, 'klassischen' Songaufbau wie bei 'normalen' Pop- und Rocksongs, einen Teil des Bombasts über Bord werfen, Album produzieren, Sängerin in den Vordergrund stellen, ab auf Tour, Geld reinholen.
Auf der Stecke bleiben dabei sowohl das Zur-Geltung-kommen-Lassen des Talents eines Morten Velands, eine charismatische und talentierte Sängerin namens Henriette Bordvik, die durch das kids-kompatible, blonde Stimmchen Monika Pedersen abgelöst wurde... und der Sirenia-eigene Sound.
Zusätzlich hat sich die Plattenfirma selbst ins Knie geschossen, als sie die Veröffentlichungstermine weltweit nicht einheitlich gehalten hat: das Ende 2006 schon fertiggestellte Album wurde im Laufe des März zuerst nur in Griechenland veröffentlicht und mit einigen Wochen(!) Verzögerung schrittweise in anderen Ländern.
Klar, daß da die Tauschbörsendrähte heißliefen, denn wer war denn nicht gespannt auf die neue Platte, vor allem nach der Umstrukturierung der Band!? Und wenn sich einige Leute mal erst die Platte illegal besorgt haben, dann wird auch schnell 'vergessen', sich das Original zu kaufen. Das wäre sicherlich anders gewesen, wenn jeder auf der Welt am selben Tag die Chance gehabt hätte, in den Laden gehen zu können und die Platte legal zu erwerben.
Nichts daran wird aber Schuld des Morten Veland sein: die Eingeengtheit, die ihm die Plattenfirma aufgezwungen haben wird, muß er genauso wie das Vorhandensein der neuen Musiker als 'Weiterentwicklung' verkaufen... zähneknirschend, wie ich vermute.
Das Album ist kein Sirenia-Album mehr sondern ein chartkompatibler Silberling, der nach von der Plattenfirma akzeptierten drei genialen Egotrips namens "At Sixes and Sevens", "An Elixir for Existence" und "Sirenian Shores" nun endlich die erhoffte, vielleicht schon überfällige Kohle für die Plattenfirma ranschaffen soll, damit sich die Investition in Veland lohnt.
Bleibt zu hoffen, daß Mortens Originalität bald wieder zum Ausdruck kommen darf.
Drei Sterne allein für Morten Velands in Ketten gelegtes, großartiges Talent!!!
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17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Sirenia goes MTV, 4. Februar 2007
Irgendwie scheinen die Zeichen für bombastische Gothic Metal Kunst im Jahre 2007 schlecht zu stehen. Hatte ich nach den Totalausfällen von THERION und TRISTANIA ja noch schwer auf Erlösung in Form von SIRENIAS Drittgeborenen gehofft, setz ich spätestens jetzt die Flaggen auf Halbmast! Die Elite des Genres versagt auf voller Länge!
Wo ist all die packende Dramatik, die SIRENIA ausmachte? Wo ist die herrlich düstere Atmosphäre, all die schmerzlich schöne Romantik, die der Band um Kopf Morten Veland vorhereilte? Weg, alles verloren gegangen auf der Strecke zum Mainstream. Was sofort auffällt ist der fehlende Tiefgang und die weit weniger packende Stimmung. Hingegen dominieren von Start an die, sicher nicht schlecht, leider aber recht dünn und ausdrucksschwache Stimme von Frau Monika Pedersen, poppige Melodien und harmlose Riffs. SIRENIA goes WITHIN TEMPTAION könnte einem in den Sinn kommen, während man sich die harmlos netten Songs so durchkaut. Hierfür meine Herrn und Damen fehlt ihnen nebst Songwritingkünsten und notwendigem Hitfaktor, jedoch auch das nötige Stimmvolumen. (...eine Sharon Den Adel steht eben auch nicht an jeder Kreuzung!) . Und genau jetzt, genau zu diesem Zeitpunkt der heiteren Eintippens meiner Hirnwindungen, muss auch dem Promozettelchen widersprochen werden. SIRENIA 2007 klingen weit weniger episch, weit weniger symphonisch und verdammt weniger metallisch als je zuvor. Einzig und allein recht geben kann ich dem Verfasser dieser Zeilen darin, dass die Band weit melodischer klingt. Darauf kann ich aber getrost verzichten, wenn das Resultat über weite Stecken poppig, harmlos und kitschig klingt!
Nun aber genug der Schelte, denn sonst ist die Note unter diesem Text für keinen Außenstehenden nachvollziehbar, SIRENIA sind zwar leider nicht mehr jene Band, die ich bislang so schätzte, alles ist aber auch nicht schlecht im Hause Verland. Klar gibt mir der gebremst langweilige Opener, mit seiner nicht-Fisch-nicht-Fleisch Gothic Metal Anbahnung, seine Rätsel auf. Trotz netter Melodien, dezenten Chören und einem sehr eingängigen Refrain, weiß diese Nummer ebenso wenig zu überzeugen, wie seine ähnlich gelagerten Kumpanen der Marke Absent Without Love oder das auf eingängig poppiger Hitmelodie einherchartende My Minds Eye. Objektiv allesamt super Nummern, die mit ihren schmeichelhaften Melodien und zarten Ohrwurmrefrains auch schwer hitverdächtig scheinen, am Ende leider aber nicht jede niveauvolle Metal Kunst mit Tiefgang bieten, die ich mir von SIRENIA erwarte. Dominiert von Female Vocals, die nicht schlecht, sicher aber nicht sonderlich charismatisch und zwingend klingen, erschallen die teils recht drucklosen Gothic Pop Rock Songs, mit verhaltenen Chören, wie man sie von alten Tagen zwar kennt, sie hier aber leider viel zu selten ihre Wirksamkeit erfahren. Harmlos nett heißt das Fazit. Einige lichte Momente wie das durchaus groovige Sundown oder das massiv und bombastisch gute The Other Side sind zwar ohne Frage alle Ehren wert, zerschallen aber leider an Totalnieten wie One By One und lassen den sehr durchschnittlich, wenig berührend und noch weniger mitreisend Nachgeschmack keinesfalls verschwinden..
Nine Destinies And A Downfall ist sehr poppig, sehr seicht, sicher nicht schlecht, in Summe und um unsren Kanzler erneut zu zitieren am Ende des Tages, nach THERION und TRISTANIA, jedoch die dritte Enttäuschung am 2007er Gothic Himmel und nicht mehr als ein durchschnittlich gutes Gothic Rock Album mit nicht abzustreitender MTV-VIVA Qualität.
Von einer Band wie SIRENIA hätte ich mir aber definitiv mehr erhofft.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nicht mit dem Vorgänger zu vergleichen, 17. August 2007
Zuerst allgemein zum neuen Album von Sirenia: es handelt sich um geradlinigen, epischen Gothic-Rock mit Frauengesang, der auch Einsteigern gut ins Ohr gehen dürfte. Die Lieder sind nach dem Schema Strophe/Refrain/Strophe/Refrain/Brücke/Refrain aufgebaut und daher mit den Vorgängeralben weniger zu vergleichen, die dagegen sehr komplex waren.
Zu meiner persönlichen Ansicht: die Aufmachung der CD und die Komposition des Albums lässt erkennen, dass sich die Band anscheinend ein breiteres Publikum erschließen möchte. Wer genau das Interesse daran hat ist fraglich (ich möchte nichts unterstellen, man steckt ja nicht darin), aber Morten Veland ist meiner Ansicht nach ein Genie, das hier seine Kapazitäten nicht nutzt. Statt dessen sind alle Lieder nach Schema X aufgebaut, und eine Radio-Edition sowie ein Sirenia-Mediaplayer werden gleich mitgeliefert. Für mich persönlich ist etwa "At Sixes And Sevens" ein Album gewesen, das haargenau meinen musikalischen Nerv getroffen hat, weil die Songs alle für sich kleine Kunstwerke waren. Sie hatten einfach "das gewisse Etwas". Dieses neue Album schafft die düster-melancholische, abgründige Veland-Atmosphäre einfach nicht. Die Growls sind komplett rausgenommen worden (bis auf zwei Lieder), es gibt weniger Tempowechsel und mehr sich ähnelnde Parts. Zudem werden kaum noch Violinen eingesetzt. Sprich, man versucht, ein breiteres Publikum anzusprechen und die Lieder leicht hörbar zu gestalten. Böse Zungen würden sagen, die Band verkommt zur Kommerzband. Das soll jeder für sich entscheiden, aber für mich kommt das Album lange nicht an die genialen Vorgänger heran. Ich finde, wenn man seine Musik zu sehr an die breite Masse anpasst, wird sie künstlich und aufgesetzt. Wenn Sirenia ihren eigenen Stil wie vorher wirklich mit Muße weiter durchzöge, liegt es nahe dass sie kaum nach Fans zu fischen bräuchten.
Insgesamt auch für Einsteiger gut zugängliches, straightes, immer noch recht solides Gothic-Rock (kaum noch -Metal) Album mit melodischen Refrains und einer zur Musik passenden Frauenstimme. Wer "Within Temptation" mag und gerne Charts hört, kann damit sicher etwas anfangen und wird es mögen. Wer komplexere, tiefergehende Materie wünscht und auf eine Fortsetzung der Vorgänger hofft, wird vermutlich enttäuscht oder gelangweilt. Wer die Vorgängeralben noch nicht beisammen hat, möge lieber dort zugreifen, wo sich Veland für mich persönlich in absoluter Bestform präsentiert hat. Da es keine 2,5 Sterne gibt, greife ich nach langer Überlegung zur Drei, denn die Texte sind meiner Ansicht nach recht gut gelungen.
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