Die Grundidee von "Nine Dead" ist sehr gut und liefert ein spannendes Szenario. Auch wenn das Ganze natürlich sehr an "Saw 2" erinnert, das ja wiederum ein wenig an "Cube" angelehnt war. Mehrere unterschiedliche Charaktere, darunter einige ungenießbare und einige, die sich zu solchen entwickeln, sind zusammen in einer lebensbedrohlichen Situation gefangen und segnen nacheinander das Zeitliche, wobei sie auf einander angewiesen sind, wenn sie entkommen wollen. Der Verantwortliche ist hier ein geheimnisvoller Maskenmann, der sich höchstpersönlich und weit unspektakulärer als in den beiden anderen genannten Filmen um die Beseitigung der Nebendasteller kümmert.
Wie sich langsam die Wahrheit, also der Grund für die Anwesenheit der Personen, herausstellt ist ganz ordentlich umgesetzt, wobei man auf Einiges selbst doch deutlich schneller kommt als die Protagonisten. Damit diese bestimmte Zusammenhänge begreifen, muss sogar gegen Ende noch eine ansonsten irrelevante Vorhandlung als Stichwortgeber herhalten. Was wäre aber ein (mehr oder weniger) Horrorfilm ohne dümmliche Opfer...
Das Ganze ist soweit unterhaltsam und einigermaßen spannend inszeniert, auch wenn einem die Personen doch weitgehend gleichgültig bleiben. Ein paar kleine storyrelevante Rückblicke machen noch keine Charakterteife aus. Die Auflösung ist in Ordnung, wenn auch nicht der große Knall, auf den man vielleicht gehofft hat. Das Ende ist dann aber leider wirklich sehr schwach und unpassend ausgefallen.
Das schlechteste an dieser Veröffentlichung ist allerdings die katastrophale deutsche Vertonung. Nicht nur, dass die Stimmen teilweise extrem unpassend sind und die Sprecher unmotiviert wirken (besonders schlimm bei Melissa Joan Hart), es sind auch einige Dinge völlig unlogisch übersetzt wurden. Natürlich kann man Doppeldeutiges oft nicht direkt übersetzen, aber hier gab man sich nicht einmal Mühe. Darüberhinaus gibt es einige Übersetzungen, die schlicht falsch sind und so keinen Sinn ergeben und es erschweren, der Handlung zu folgen (z.B. "eine Zwanzigjährige", wenn es "einen Zwanzigjährigen" heißen müsste). Wer also Englisch kann, der sollte den Originalton wählen.
Trotz der Kritikpunkte ist "Nine Dead" ein unterhaltsamer und spannender Film, der es schafft, das Interesse des Zuschauers wach zu halten. Hätte man sich dann noch um ein originelles Ende und etwas mehr Tiefe bei den Charakteren bemüht, wäre Nine Dead ein hervorragender Thriller geworden. So bleibt es ein einigermaßen spannender Film, den man zwar nicht gesehen haben muss, mit dem man sich aber gut die Zeit verteiben kann, wenn mal wieder nichts im Fernsehen läuft.
Noch eine Anmerkung zur Altersfreigabe: die FSK scheint einen recht strengen Tag gehabt zu haben, denn solche und auch schlimmere Filme hat man auch schon öfter ab 16 gesehen. Alle Gorehounds seien hiermit also ausdrücklich gewarnt - sie werden eher nicht auf ihre Kosten kommen.