Junge, Junge... Nina! Deine Ekstase macht wohl jeden Typen platt, oder?! So unbeschreiblich wie Frau Hagen hier klingt, dass habe ich selten gehört. Wie weit und breit bekannt ist, hatte Nina ja genau zu dieser Zeit einen (sehr intensiven) kumpelthaften Bezug zu Gott, U.F.O.s und CO! Und das schlägt sich voll aufs Album nieder. In Ekstase gerät diesbezüglich nicht nur Nina, nein, sondern auch das Publikum. Dieses besondere Werk braucht Reifezeit. Beim ersten Reinzappen denkt man: "Oh Scheiße, das wird hart!" - aber, aber... Beim zweiten und dritten Hören entspannt sich die Sache deutlich. Stimmlich liegt Nina zwischen ner Kettensäge und Fingernägeln, die fies über die Schultafel quietschen... Und das braucht das Album auch. Nina hat sicherlich textlich schon besseres geliefert, kommt aber mit vereinzelten Schmuckstücken daher und macht wieder auf "gut Freund" mit den Lautsprecherboxen!
"Universelles Radio" ist super produziert, macht aber auf der Hagen Combilation "14 friendly abductions - The best of Nina Hagen" im Universal Dance Mix mehr her.
"Die UFOs sind da" ... wäre instrumental bestimmt genial geworden. Sorry Nina
"Russischer Reggae" macht Spaß zu hören und Ninas punkiger Schrägrap über die sexuellen Reize russischer Männer im Bett, passt nur zu gut!
"My way" lässt diese eigentliche pomadenzähe Frank-Sinatra-Schleim-Nummer komplett verblassen. Rockig und geiles Gitarrensolo...
"1985 Ekstasy drive", lässt mich eine Frage stellen: "Bekommt man heute auch noch solche Drogen oder war das ein komplett geschriebenes Lied?!"
"Prima Nina in Ekstase" umwirbelt jeden Gehörgang mit ungebremster Hagenpower und der endgültigen Aufklärung: "Ich bin die Mutter des Punk" Recht hat se!!!
"Gott im Himmel (Spirit in the sky)". Da ich schon das Original nicht sonderlich leiden kann - Nina dafür wirklich schwer ins Herz gefasst habe - spreche ich hiermit meinen Dank aus, aus einem nervtötenden Lied, eine obercoole Mucke gebastelt zu haben.
"Atomic Flash De Luxe"... Achtung! Psychodylische Herausvorderung ans Stammhirn. Nicht gerade leicht verdaulich aber experimentell genug, um diesem Album noch ein Glanzlicht zu verpassen.
"Vater unser". Keine betet so hingebungsvoll wie Nina. Oder eben eine ihrer fünfhunderttausend Persönlichkeiten. Der Song geht trotz religiösem Backround ab wie ein Zepfchen. Huuuuuuuuuuuiiii!!!!
"Gott im Himmel (Spirit in the sky) / Reprise" - Ein anderes Finale wäre wünschenswert gewesen. Ich sage ja gerne: "Der Reprise an sich macht mich manchmal so unendlich müde - schnarch!!!"
Jetzt noch zur künstlerischen Optik. Das Cover ist bekannt wie ein bunter Hund oder Nina selbst. Kult pur. In Plattenläden hat mich diese Scheibe allein des Bildes wegen stets angesprungen und die pinke Mother of Punk kommt explosiv rüber. Booklett und Backcover sind gleich, daher zweimal Volltreffer. Die Collage sprüht vor Hagen-Power... Und abschließend will ich (nicht als Fan) versichern, dass dieser Tonträger weder enttäuschend noch schlecht ist. Vier Sterne sind sicherlich angemessen für ein Album, dass stets kritisch von Presse und Konsumenten beäugt wurde!
Der Kauf wird eines besseren belehren - und das ist gut so :-)