Diese Rezension soll sich auf zwei Punkte beziehen: 1. Weber und sein Schreibstil, und 2. Kritik an Fortsetzungsgeschichten. Eine Übersicht über den Inhalt des Buches erhält man sehr gut bei den bereits vorhandenen Rezensionen.
Das Buch startet mit den Anfängen der Invasion unbekannter Aliens, um im nächsten Schritt kurz bei der Operation Arche zu verweilen. Hier wird die Protagonistin vorgestellt, ohne jedoch auf Sinn und Zweck der Operation Arche selber einzugehen. Erst im dritten Abschnitt erfährt der Leser, das die Operation Arche der Rettung der Menschheit dient, was bemerkenswert ist, da die Menschheit mit ihrem Stammsystem und der guten alten Erde tatsächlich von den Aliens ausradiert wurde. Keine Rettung in letzter Minute....
Weber kann sein Werk nicht verleugnen, zumal ich am Anfang des Buches nicht so recht wusste, aus welchem seiner SciFi-Bücher die Handlung nun stammt. Diese Verwechselbarkeit mit seinen anderen Werken setzt sich weiter fort, vor allem wenn man den dritten Band des Dahak-Zyklus kennt (Kinder des Imperator Roger MacIntyre auf einem Planeten mit zurückgebliebener theokratischer Gesellschaftsstruktur, der wieder in das Imperium eingegliedert werden soll...). So finden wir auch hier eine theokratische Gesellschaft mit einer Religion, die von den letzten Überlebenden der alten Menscheit erfunden wurde. Der Protagonistin Nimue Alban fällt es nun zu, diese letzte Kolonnie der Menschheit wieder auf ihren früheren hochtechnologischen Stand zurückzubringen, um die Gefahr der Aliens endgültig auszuschalten. Die Übertragung bzw. das Überleben einer elektronischen Bewusstseinskopie der Protagonistin, die in einer Art Cyborg weiterlebt und handelt, ist als "neue" Idee Webers erfrischend.
Wem der Schreibstil Webers liegt, der wird auch hier auf seine Kosten kommen und einen 4 Sterne-Roman vorfinden. Aus meiner Sicht übertreibt Weber manchmal mit seiner akribischen Beschreibung der vorherrschenden Gesellschaftsordnung und Machtverteilung und erscheint dadurch etwas langatmig.
Meine (fruchtlose) Hauptkritik richtet sich jedoch gegen den seit Jahren bestehenden Wahn vieler Autoren, unbedingt eine Serie herausgeben zu müssen. So war ich ehrlich verblüfft zu lesen, dass der erste englischsprachige Band dieser Serie in der deutschen Fassung in mehrere Teile zerstückelt wurde. Ich habe mir mittlerweile die englische Fassung gekauft (Off Armagedon Reef, 800 Seiten).
Zweitens finde ich die langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Bänden mühsam. Wenn ich so bis zu sechs Serien parallel laufen habe, tue ich mir teilweise sehr schwer, mich zu erinnern, was sich bis dato eigentlich getan hat. Mühsam! Kann man nicht wieder mal eine abgeschlossene Geschichte in einem Buch herausgeben????????
Dafür - meine Beschwerde ist an das Christkind gerichtet, denn den Verlagen wird es wohl egal sein - gibt es einen Stern Abzug.