Was den Roman selber angeht, hab ich dem, was Dauerleser schrieb, eigentlich nichts hinzuzufügen, außer, daß er im Original sicher nicht so mühsam zu lesen ist wie in dieser schauerlichen Übersetzung.
Deutsche Wörter haben häufig mehr Silben als ihre englische Entsprechung. Auch deshalb wirken Wendungen, die sich im Englischen ganz flüssig lesen, direkt ins Deutsche übersetzt meist umständlich und unbeholfen:
"Ich wünschte, ich könnte sagen, ich sei erstaunt, das zu hören", sagte Caylebs Stimme ihr ins rechte Ohr. (S. 341)
Wie kann man sowas stehen lassen? So redet doch kein Mensch! Idiomatisches Englisch ist, 1:1 übertragen, eben kein idiomatisches Deutsch. Bei der Übersetzung von Belletristik gilt es gerade nicht, den Buchstaben, sondern den Geist des Originals zu treffen.
Aber im nächsten Satz kommt es noch schlimmer:
"Bedauerlicherweise muß ich zugeben, wenn ich sie wäre, würde ich vielleicht auch annehmen, ich würde dahinterstecken."
Unfaßbar schlechtes Deutsch. Offenbar hat Bastei-Lübbe längst das Lektorat abgeschafft. Und kompetente Übersetzer kann man sich, so scheint es, auch nicht mehr leisten.
Das sind nur Beispiele, allerdings repräsentative. Da Amazon dankenswerterweise einen Blick ins Buch erlaubt, können Sie sich ja selbst einen Eindruck verschaffen.
Der Übersetzer heiß Ulf Ritgen. Ein Name, den man sich merken muß. Und meiden wie die Pest.