INTRO
Es muß schon frustrierend sein, wenn man als Musiker merkt, daß das Besondere nicht gefragt ist. Der Bauer frißt nur, was er kennt, und Neo-Punks sind manchmal ziemliche Bauern. Im Falle GREEN DAY hieß das, daß die letzte Platte - aufgepaßt - zu gut war, um nicht zu floppen. "Dookie" hatte über Nacht den Erfolg gebracht, auf den man seit Jahren und Platten hinarbeitete. Plötzlich war man Rockstar, berühmt und reich. Gute Voraussetzungen für ein angenehmes Leben, schlechte für den Punk. Aus der Lehre, daß gute Musik keine Käufer findet, wuchs "Nimrod". Und damit eine Platte, die mich friedlich schlafen läßt. Die Besonderheiten sind schnell erzählt: "Hitchin' A Ride" ist ein relativ guter Pop-, "Platypus (I Hate You)" ein Punksong (!), "Last Ride In" und "King For A Day" spielen mit Westernklischees, und "Good Riddance" hat Streicher. Fünf Songs, die sich dem Diktat der Massen nicht ganz beugen wollen. Ansonsten herrscht 13 Stücke (!) lang gepflegte Langeweile. Billigste Popmelodien aus der Grabbelkiste, angestaubt und total verwohnt, werden mit Weichspül-Gitarren unterlegt, kein Song dauert länger als im Radio gewünscht, und die ganze Chose ist soviel Punkrock wie das Korsett meiner Oma. Ziemlich ausgeleiert, tut keinem mehr weh, und irgendwie will es auch kein normal denkender Mensch mehr sehen. Könnte sich also blendend verkaufen.
Christian Kruse / © Intro - Musik & so
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Neues von Green Day. "Nimrod" rockt da weiter, wo "Dookie" und "Insomniac" aufhörten. Frei nach der Devise "kurz und knackig" bleibt zwar alles beim alten, aber wen stört das schon, wenn die Musik so gut abgeht.
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NIMROD