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Nikotin
 
 
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Nikotin [Gebundene Ausgabe]

Gregor Hens
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 189 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 1 (10. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100325834
  • ISBN-13: 978-3100325839
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 45.559 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Intensive Bilder sind es, die Hens’ Zigarettenerinnerungsarbeit ans Licht bringt.(…) In seinem geschmeidig zwischen Erzählung und Reflexion, Kindheitserinnerungen und Entzugsversuchen des Erwachsenen, bundesrepublikanischer Biografie und amerikanischen Reisen wechselnden Text gelingen Hens eindringliche Szenen.« --Der Tagesspiegel, 10.4.2011

»Das Schöne dabei: Hens hat ein Ziel, das als Ziel auch für jeden taugt, der nie geraucht hat - sich von außen betrachten, aufmerksam handeln, autonom werden. Dass dabei ein solch lebenskluges Büchlein herausgekommen ist, beweist: Der Stress lohnt sich.« --KulturSpiegel, April 2011

»Diese Fortsetzung der Sucht mit literarischen Mitteln spricht jedem Ex-Raucher aus der Seele.« --Focus, 14. März 2011

»So gibt sich dieser Selbstchronist, dessem klugen Essay wir nun auch den schönen Neologismus ›Fumotop‹ verdanken, als Entweder-oder-Typ zu erkennen.« --Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. März 2011

»Sein Buch ist kein Ratgeber, keine Sucht-Abrechnung, vielmehr eine spannende Spurensuche. (…) Natürlich geht es in diesem klugen Essay auch um Fragen, die jedem Nikotinabhängigen gestellt werden: Wann rauchen Sie morgens ihre erste Zigarette und wann abends die letzte? Es geht um die Zusatzstoffe (…); es geht um all die Raucher, die meinen aufhören zu können, wenn sie nur wollten, um das Verhältnis zwischen Nikotinabhängigkeit und Schizophrenie.« --Deutschlandradio, 10. März 2011

Kurzbeschreibung

Eine Hommage an die Zigarette und eine Erkundung der Sucht Gregor Hens hat aufgehört zu rauchen und sucht nach den Nikotinspuren in seinem Leben.
Ich rauche nicht mehr, aber es gibt immer wieder Momente, in denen ich an nichts anderes denken kann als an Zigaretten. Gerade ist so ein Moment. Ich sollte dieses Buch wirklich nicht schreiben, es ist viel zu riskant.
Gregor Hens geht das Risiko ein und erinnert sich: An die erste Zigarette in einer kalten Silvesternacht, mit der er Raketen anzündete und schließlich daran zog, um seine Mutter zu beeindrucken, an den dichten blauen Dunst im Mercedes 280 SE seiner Eltern auf der Fahrt in die Ferien, und natürlich an den Genuss des Rauchens, an die Lust auf die nächste Zigarette und viele phantasievolle Spielarten des Aufhörens.
Ein leidenschaftlicher Versuch, die Sucht schreibend zu bannen.

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Kundenrezensionen

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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
To light up a flag 19. März 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Um es gleich vorweg zu nehmen: *Nikotin* ist ohne Frage das bisher beste Buch von Gregor Hens, ihm ist hier ein Meisterwerk gelungen.

Es gibt zahllose (tiefschwarz) glänzende Werke (de Quincey, Pitigrilli, Lowry, Agejew, um nur wenige bedeutende Repräsentanten des Genres zu nennen), die sich in Erzählform mit dem Thema Sucht beschäftigen. Die Anzahl wissenschaftlicher wie populär-beratender Literatur hierüber ist Legion. Literarische Bücher jedoch, deren Gegenstand die Nikotinsucht ist, sind rar, mir selbst fällt hier lediglich das Drehbuch *Smoke* von Paul Auster ein, das in dem Buch von Gregor Hens ebenfalls Erwähnung findet. Ein gelungenes Amalgam aus autobiographischer Erzählung und Essay/Betrachtung ist mir zu diesem Thema bis zu der Lektüre von *Nikotin* nicht bekannt geworden.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema seiner eigenen Nikotinsucht und seiner Abstinenz entfaltet Hens gekonnt als einen Fächer, dessen Segmente sich abwechselnd und abwechslungsreich in bester Aufteilung aus den Bereichen erzählerischer Autobiographie und psychologisch-philosophischer Essayistik konstituieren.
Jeder Mensch, der lange Jahre nikotinsüchtig ist oder war, wird an jede einzelne Zeile dieses Buches nur in Großbuchstaben schreiben können: JA, JA!

Die Tatsache, dass Hens in seiner Selbstreflektion über die eigene Sucht derart präzise, messerscharfe und immer zutreffende Analysen anstellt, selbst in jenen Augenblicken, wo ihm der Boden unter den Füßen entzogen scheint und er sich am liebsten eine Zigarette anstecken möchte, offenbart naturgemäß einen extrem hohen Grad der Selbstbeschäftigung und lässt nicht selten in den wunderbaren, autobiographischen Erzählpassagen die Nebenfiguren in den Hintergrund rücken: Gut, der Vater kriegt ordentlich sein Fett weg, der gleichfalls rauchende Bruder Stefan *ist* irgendwie, die Existenz des zweiten Bruders wird lediglich im Kontext der Formulierung *meine zwei Brüder* offenbar. Schade!
Gewisse Sympathien des Verfassers lassen sich gegenüber dem Großvater, der Tante und vor allem der Mutter, welcher die Silvesterzigarette zu verdanken ist, erahnen. Ach ja, und da wäre noch seine Gefährtin M. zu erwähnen, der Hens verbietet, das Thema Rauch(entwöhnung), und alles, was damit zusammenhängt, von sich aus zu erwähnen. Das ist gewöhnungsbedürftig, um es mal so zu formulieren.
Spätestens, als mir irgendwann bei der Lektüre das Wort *solipsistisch* in die Augen sprang, war ich geneigt, dem Buch genau dieses Etikett aufzudrücken. Sei's drum: Wer sich gewissenhaft und intensiv mit der eigenen Sucht auseinandersetzt, gerät praktisch zwangsläufig auf eine solipsistische Schiene. Das weiß ich leider aus eigener Erfahrung. Und das spürt man in den erzählerischen Abschnitten auf Schritt und Tritt, die allerdings für sich gesehen wundervoll und überaus lebendig geschrieben sind.

Die tiefen Gedanken, die Gregor Hens sich um die eigene Nikotinsucht gemacht hat, dürften außerdem für alle - Neuropsychologen ebenso wie persönlich Betroffene und interessierte Laien - höchst bereichernd und aufschlussreich sein. So viel Wahrhaftigkeit angesichts der eigenen Sucht wird allen Mut machen, die mit dem Gedanken spielen, das Rauchen aufzugeben.

Fazit: Ein faszinierendes, spannendes, vielleicht ein wenig irritierendes Buch, was den menschlichen Faktor angeht - und ohne Wenn und Aber ein sprachlich-literarisches Glanzstück, mein Top-Buch des Frühjahrs.

Volle Punktzahl - although.... ;)

Und jetzt rauche ich eine - und ja: schade, dass es die Finas nicht mehr gibt. ;)
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Grossartig! 23. April 2011
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein tolles Buch!, für Raucher und Nicht-Raucher genauso wertvoll, ein Buch über Achtsamkeit, Kindheit, Sprache und Verlust, ein herrlich undogmatisches Buch, Pflichtleküre für alle, die in den 60-ern und danach zur Welt gekommen sind: Mentalitätsstudie und Meditation in einem. Vor allem aber: Literatur!, ein schöner Text, wunderbar, ergreifend, tiefgründig und weise.
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8 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Mein bester Freund, der nicht weit von hier schreibt und seit vielen Jahren raucht, hat mich mehr beeindruckt als dieses Buch, indem er mir schlicht sagte: "Ich habe mich nach einem Jahr entschieden, wieder mit dem Rauchen anzufangen. Seitdem geht es mir besser."

Dieses Buch macht hingegen das, was der Hesse als "Gewes' machen" (Gewese; das, was gewesen ist, das Drumherum, das Umständliche) bezeichnet. Ein Ding aus allen Richtungen zu schildern, zu beleuchten, aufzublasen, von ihm ausgehend in die eigene Geschichte und Vergangenheit zu gehen, Fäden zu spinnen und den Leser zu erstaunen. Toll, wie das alles mit dem Rauchen zusammenhängt: Der Vater Explosionsexperte. Wie soll ich da nicht fürs Rauchen prädestiniert sein? Der Vater so einfach aufgehört. Wieso sollte es mir deshalb leicht fallen? So wird das Rauchen zum Kristallisationstropfen, in dem sich eine ganze Familientragödie bricht. Nichts ist dem Deutschen wichtiger, als einen Punkt zu haben, von dem Alles ausgeht. Und der konstruktivistische Dekonstruktivist zeigt sich in Reinstform, recht selbstverliebt wirkt sein perfektes semantisches Konstrukt.

Doch mein Freund läßt das Dilemma offen. Er laboriert nicht zwischen Sucht und Vernunft, und er versucht erst gar nicht, zwischen beiden ein Spannungsfeld aufzubauen, in welchem Biotop ein solches Buch wie dieses gedeiht. Mein Freund weiß um die Lehre von Schopenhauer. Nichts wird erkannt, wenn der Wille dazu nicht da ist. Und der Wille entscheidet über das Befinden. Bloße Vernunft ist bodenlos (Das Feldenkrais-Motto wird übrigens von dieser Erkenntnis förmlich aufgesogen). So bodenlos ist auch dieses Buch irgendwie mit seinen semantischen Bezügen bis in die kleinste Raucherecke. Was soll man damit anfangen? Dieses Buch trägt sowas von keiner Botschaft zwischen den Zähnen herbei, dass eigentlich jeder sich in ihm bestätigt fühlen muss. Ob er nun raucht oder nicht, spielt auflagenfördernd keine Rolle.

Nur Tante Anna tut der Autor bitter weh, indem er ihr unterstellt, sie habe in ihrer Rolle als Betriebsrätin ein Privileg in Form eines hundertjährigen Zigarettendeputats angenommen. Ein solches Deputat sollte nur aus der Stellung im Betrieb erwachsen und ist Bestandteil des Gehaltes. Es sollte aber nicht als Privileg aus arbeitnehmerrechtlichen Funktionen abgeleitet werden (siehe VW-Affäre). Ich bin sicher, Tanta Anna hätte eine solche Bevorteilung auf Kosten der Belegschaft vehement abgelehnt.

Ich habe übrigens selbst mit dem Rauchen aufgehört, weil ich mir drei Monate lang sagte: "Es tut mir gut". Das ist alles.
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