Das ist eine Rezession für D3-Besitzer.
Als ich vor über einem Jahr die D3 kaufte wußte ich noch nicht, daß es so schnell eine D700 geben würde. Für die D3 hätte ich mir heute locker zwei D700 speed kit kaufen können. Schluß mit dem Gejammer. :-) Die D3 ist eine fantastische Kamera und gilt nicht ohne Grund als die weltweit beste DSLR. Die D700 steht ihr in nichts (Bildqualität) nach.
Unterschiede und was mir noch so auffiel zur D3
- die äußere Form, mit speed kit etwas höheres Gehäuse
- die etwas geringere Geschwindkeit, bei einer Zweitcam nicht entscheidend. AF schnell genug - konnte noch keinen Unteschied feststellen.
- das äußere Bedienkonzept, schon der D3 weitgehend angepaßt, so daß man sich als D3 Besitzer schnell damit anfreunden kann. So kann ich die Basisfunktionen der Kamera wie bei der D3 gewohnt mit den gleichen Handgriffen bedienen ohne die Cam vom Auge zu nehmen. Auch mit programmierbarer Funktions- und Abblendtaste.
- Das Display ist genauso gut wie bei der D3 und hat sogar einen Schutzschild.
- der Hebel für die AF-Einstellung ist zwar auch links, aber die Reihenfolge der AF-Modi ist umgekehrt (wer denkt sich so etwas aus?), statt M-S-C eben C-S-M.
- Als D3-User wird man auch mit der Menüführung auf Anhieb zurecht kommen. Innerhalb weniger Minuten habe ich die D700 auf meinen D3-Standard konfiguriert. Einen Blick ins Handbuch habe ich nur gewagt, um zu sehen ob alle Seiten mitgeliefert wurden. :-)
- sehr angenehme empfinde ich das Einblenden der Gitterlinien in den Sucher. Für die D3 benötigt man eine optionale Einstellscheibe.
- der Sucher ist etwas kleiner. Aber bitte, es ist doch nur eine Zweitcam. :-)
- Der speed kit ist nur zu empfehlen. Mit dem Akku EN-EL4a und dem optinalen Batteriehalter BL-3 geht die D700 fast so schnell wie eine D3. Damit ist auch das Akku-handling für den Profi durchgängig. Jede Cam hat einen EN-EL4a und einen Akku in Reserve. Damit kommt man lange über den Foto-Tag! Diese Akkus sind extraklasse. Selbst auf Hochzeiten u. a. großen Events ist ein Akkuwechsel sehr selten, wenn man mit geladenen Akkus loslegt (über 5000 JEPGs oder über 3000 RAWs) .
Fazit:
Wer eine D3 hat und die Anschaffung einer Zweitcam plant muß sich aktuell zwischen den Modellen D3X, D300 und D700 entscheiden. Die D3X nehme ich mal aus. 24 Megapixel sind Dateien (50MB!) nicht gerade handlich und für die meisten Shoots nicht zwingend erforderlich. Es ist eben eher eine Studio-Cam mit Mittelformat-Ambitionen.
Also - so ging es mir - muß man sich zwischen einer D300 und D700 entscheiden. Nach langen Überlegungen habe ich mich für die D700 entschieden. Zwar wird mir die zunächst präferierte "Brennweitenverlängerung" mit 1,5 im Telebereich (Naturfotografie) fehlen. Aber die optimal nutzbaren hohen ISO-Bereiche bis 6400, und das Vollformat wiegen diesen Nachteil auf. Bei wichtigen Events kann ich mit quasi zwei identischen Kameras, aber unterschiedlichen Optiken schnell reagieren und so die sonst lästigen Objetivwechsel vermeiden. Kollegen die bereits eine D300 als Zweicam hatten sind mittlerweile auch auf die D700 umgestiegen.
Für den Aufsteiger (von D40 bis D200/300 kommend):
Ganz klar: Daumen nach oben = Kaufbefehl, wenn Geld vorhanden ist. Wer mit dem Vollformat (traumhaft!) liebäugelt kommt an der D700 nicht vorbei. Übrigens, die DX-Optiken sind weiter einsetzbar. Allerdings dann nur mit 5,2 Megapixel.
P.S.: 12.2.2011
Nun arbeite ich bereits fast zwei Jahre mit der D700 neben meiner D3. Beide sind absolut zuverlässige Arbeitspferde, die ich nie missen möchte. Bisher habe ich bei der D3 seit März 2008 knapp 160.000 Auslösungen ohne Fehl und Tadel geschafft. Bei der D700 sind es "nur" 58.000. Welche Probleme gab es:
Bei der D700 keine, die mir jetzt einfallen müßten. Die D3 hat ab und zu sehr einzelne "Hotpixel", aber das kommt sehr, sehr selten vor. auch zickte hier einmal das Display. Allerdings reaprierte sich das selbst. :-) Jetzt läuft es wieder wie gewohnt.
Das Battery-Pack mit dem großen Akku (aus D3) ist absolut empfehlenswert. Die Kapazität ist einmalig (oft 3000-5000 Fotos am Stück , alles RAW, wie bei D3).
Die D700 empfehle ich jedem, der mit dem Nikon FX-Format fotografieren will. Die D3 kann gegenüber der D700 alles noch ein bißchen besser. Das gilt vor allem für das Handling und die Bedienung. Subjektiv meine ich auch, daß die D3 etwas schneller ist als die D700 (nicht auf die Bildrate bezogen). Nachgemessen habe ich jedoch gar nichts.
Damals schrieb ich zum fehlenden Cropfaktor, der nicht so wichtig sei. Nun, jetzt fast nach 2 Jahren sehnte ich mich immer wieder nach etwas mehr Brennweite. Da auch ein 2.8/300 nicht ausreichte, selbst mit TC20EIII mußte die neue D7000 her, um den Telebereich zu erweitern. Es hat sich gelohnt. Die Rezension habe ich zwar hier geschrieben, ist aber irgendwo im Amazon-Nirwana untergegangen.