Nach Jahren der Kompakt-Digicams und einigen Urlauben und Ausflügen, wo doch eher die Erinnerungen schöner als die Bilder waren, wurde ich irgendwie doch zu oft an die limitierten Möglichkeiten einer "normalen" Digicam erinnert. Dann war ich kurz davor, eine BridgeCam zu kaufen. Doch die Vorteile gegenüber SLRs (Größe, Gewicht, HD-Video, Einfachheit) wurden mir durch Lektüre, Beratung im Fachhandel und durch andere Hobby-Fotographen widerlegt. Also SLR. Ich bin ABSOLUTER Neuling auf dem Gebiet der Fotographie, habe mich also komplett auf Empfehlungen, Ratgeber und Co. verlassen und diese Kamera gekauft. Hauptargument für eine DSLR (für mich): Ich möchte an dem Gerät wachsen und bin grundsätzlich lernbereit. Außerdem reizte mich die Möglichkeit, dass einem dank vieler Objektive dem eigenen Tun keine Grenzen gesetzt sind. Doch zur D3100 endlich:
Haptik:
Ich hatte d5000, eos1000d, d3000, eine Sony Alpha und ein paar Bridge-Cams in der Hand. D90 und aufwärts ließ ich mangels Vergleichbarkeit gleich weg. Auffallend: Subjektiv empfunden kommt mir diese SLR extrem klein vor! Der Body ist wirklich sehr handlich geraten und man kann sie eigentlich nicht falsch nehmen. Natürlich herrscht Kunststoff vor, aber die 500 Gramm liegen sehr gut in der Hand und sie sieht dank der matt-rauen Textur auch sehr wertig aus.
Fotografieren mit Guide-Modus:
Meine größte Angst als Anfänger vor Spiegelreflex-Kameras: Mit diesem teuren Stück Technik mangels Kenntnissen nicht EIN ordentliches Bild zustandebringen. Doch dank Vollautomatik und v.a. dem Guidemodus habe ich bereits Bilder geschossen, die ich mir bis dahin nur erträumen konnte. So stellt man bequem den gewünschten Effekt ein, z.B. "unscharfer Hintergrund", die Kamera nimmt die Einstellungen vor und man muss nur noch durch den Sucher sehen und abdrücken - toll! Besonders als Anfänger interessant: Mit einem Druck auf die "?"-Taste erklärt ein Text, was die Einstellung bewirkt und wie sich z.B. Blende und Verschlusszeit auswirken. Nach ca. 100 Fotos mit dieser Kamera und dem Guide-Modus habe ich nach ca. 2 Wochen mehr über das Fotografieren gelernt als ich mir vorstellen konnte. Mittlerweile traue ich mich auch schon an die Blenden- und Zeitautomatik ran und hab sogar im manuellen Modus schon brauchbare Bilder geschossen.
Und genau das ist das große Plus für mich: Wenn es schnell gehen muss, wird einem mit allen Hilfsmitteln unter die Arme gegriffen. Wenn man sich damit wirklich auseinandersetzen möchte, hat man die Möglichkeit dazu.
Menüs/Bildbearbeitung/Connectivity:
Die Menüs sind recht übersichtlich. Immer wieder kann man per "?"-Taste nachlesen, was gerade Sache ist. Im ">"-Modus kann man die Bilder "onboard" bearbeiten. Ich habe mit dieser Funktion schon den Weichzeichner angewandt, Sepia-Filter drübergelegt oder die Rottöne bei Porträts verstärkt. Mir ist schon klar, dass das kein Photoshop-Ersatz ist, aber für einen Laien ist das eine gute Möglichkeit mit wenigen Klicks ein Bild aufzuhübschen und die Resultate können zumindest mich auch auf dem PC-Monitor überzeugen.
Angeschlossen wird über USB oder direkt über (mini)HMDI auf den Fernseher. Die Cam unterstützt auch EyeFi-SD-Karten, also Karten mit integriertem WLAN-Sender und auch GeoTagging mit entsprechendem Zubehör geht.
LiveView und HD-Filme:
Ursprünglich ein Grund, nicht zur D3000 zu greifen: fehlendes LiveView und Filmen. Während ich die Möglichkeit zu filmen wirklich nicht missen möchte, ist LV eigentlich überflüssig. Das wollte ich als jahrelanger "Display-Fotograf" zwar nicht wahrhaben, aber wenn man den Autofokus beim Sucher-Fotografieren gewohnt ist und dann LV aktiviert, wird schnell klar, warum dies alle für unnötig halten - der AF ist merklich langsamer! Das Filmen klappt ganz gut - allerdings klappt das mit dem Fokus nicht so wirklich toll und die Länge pro Clip ist auf 10min beschränkt - das kann man durch Schnitt zwar umgehen, aber dennoch nervig. Ersetzt wohl nichts einen "richtigen" Camcorder; wirklich ausgereizt habe ich diese Funktion allerdings auch noch nicht...
Lieferumfang: Was (NICHT) dabei ist:
1. Aufreger: Kein USB-Kabel! Da kauft man für mehrere hundert Euro eine Kamera und man bekommt kein USB-Kabel? Was zum T...? Das Ding kostet auch noch unverschämt viel. Das dachte sich Nikon wohl auch und legte Ferrum-Klammern bei, "falls man ein USB-Kabel eines Drittanbieters verwendet". Absolut unverständlich - sowas MUSS doch drin sein...
2. Aufreger: Keine ausführliche Bedienungsanleitung - nur ein "Kompakthandbuch". Dort der Verweis: Das "Referenzhandbuch" sei auf der mitgelieferten CD. Fehlanzeige - da ist nur das Bildübertragungs- und Bearbeitungsprogramm, das man mangels USB-Kabel gar nicht nutzen kann... Kopfschütteln.. Auf der Homepage gibt`s auch noch nichts ausführlicheres als das "Kompakthandbuch". Gott sei Dank ist die Kamera so selbsterklärend...
Ansonsten: Kit-Objektiv, Gurt, Akku, Akkustecker, Objektivdeckel (vorne und hinten), Garantie, Werbung, das Übliche.
Was man noch braucht:
Mir war klar, dass es bei einer digitalen Spiegelreflexkamera nicht mit der Kamera getan ist. Stichwort Objektive und Speicher.
- Speicher: Hier habe ich zu folgendem gegriffen:
SanDisk SecureDigital High Capacity (SDHC) Card Extreme Video HD Speicherkarte 8GB (Original Handelsverpackung). Mit 20mb/s bekommt man auch die FullHD-Videos oder die 3 Bilder pro Sekunde im Serienmodus auf die Karte.
- Displayfolie: Da man ständig mit der Backe am Display klebt, verschmiert es schon sehr schnell. Ich hab mir diese passgenaue Folie geholt:
Savvies Crystal-Clear DISPLAYSCHUTZFOLIE passend zu Nikon D3100,D 3100, Schutzfolie, Displayschutz kristallklar Angenehm fest und verschmutzt deutlich weniger.
- Lenspen: Schnell hatte ich etwas Staub auf der Linse und irgendwie traut man sich nicht recht, da mit nem "stinknormalen" Tuch drüber zu gehen:
Hama Lenspen- Blasebalg: Leider hab ich`s bereits beim ersten Aufsetzen des Objektivs geschafft, etwas Staub ins Innere zu bekommen. Da ich keine Pressluftdose zur Hand habe und da auch skeptisch bin, habe ich dazu gegriffen:
Hama Blasebalg "Dust Ex"- Tasche: Hier habe ich zu einer sehr günstigen Tasche gegriffen, wo nur die Kamera mit angesetztem Kit-Objektiv reinpasst. Wasserdicht ist sie auch: Lowepro Toploader Zoom 50 AW
FAZIT:
Ich bin sehr glücklich mit meiner ersten "richtigen" Kamera. Sie ist kompakter und einfacher als gedacht und taugt sowohl zum einfach draufhalten und abdrücken" als auch zum ernsthaften fotografieren. Zwar wurde mir schnell klar, dass da recht bald große Folgekosten auf mich zukommen werden, ich sag nur Objektive:
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Nikon AF-S DX Zoom-Nikkor 55-200mm 1:4-5,6 G IF-ED VR Objektiv (bildstab.) inkl. HB-37-
Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1:1,8G ObjektivDoch erst will ich mal das Kitobjektiv für mich ausreizen, das dank 3fach-Zoom recht alltagstauglich ist. Im Dezember kommen die ersten Bücher zur D3100 auf den Markt - da werde ich wohl auch zuschlagen.
Insgesamt sehe ich das Gerät für mich persönlich als großen Gewinn und tollen Einstieg in das Reich der Fotografie. Schon die ersten Bilder wussten im Freundeskreis stark zu begeistern und ich werde zwar noch extrem viel zu lernen haben, aber eben auch viel Freude daran haben. Das ein oder andere Manko (10min-Videos, Ausstattung unvollständig: BDA, USB-Kabel, vergleichsweise hoher Preis) muss ise sich zwar gefallen lassen, aber ich bereue den Kauf bisher nicht. Einzig das schwenkbare Display der D5000 in Verbindung mit den HD-Videos wäre noch das i-Tüpfelchen gewesen, aber man kann nicht alles haben. Für Anfänger wie mich sicherlich ein tolles Gerät und da macht es mir auch nichts aus, dass ich wohl der Nikon-PR-Kampagne auf den Leim gegangen bin mit "der am einfachsten zu bedienenden DSLR"...