Wenn Sie eine Kamera suchen, die ohne fotografische Vorkenntnisse technisch (fast) perfekte Fotos macht, sollten Sie weiterlesen. Wenn Sie viel auf Reisen sind und immer wissen wollen, wo das Foto gemacht wurde, ebenfalls. Die Nikon Coolpix S9300 hat zudem einen eingebauten Blitz und ein 18-Fach-Zoom. Dieses deckt den Bereich vom 25mm-Weitwinkel bis zum 450mm Supertele (auf KB bezogen) ab. Videos mit Stereoton und Full-HD-Auflösung kann man auch damit drehen.
Wer ohne technischen Ballast einfach nur schöne Fotos machen will, wird sich über die gut funktionierende Belichtungsautomatik freuen. Erfahrene Fotografen werden dagegen manuelle Einstell- und Kontrollmöglichkeiten vermissen.
Ist sie die "eierlegende Wollmilchsau"? Fast, aber nicht ganz. Denn wer sich für einen Allrounder mit diesen Features entscheidet, der zudem in der Westentasche Platz hat, muss sich darüber im Klaren sein, dass dieser Kompromiss auch seine Nachteile hat.
Bisher ist mir noch keine Kamera mit einem so großen Zoombereich untergekommen, bei der ich im Fernbereich und starker Tele-Einstellung mit der Bildqualität rundum zufrieden bin. Bei der Coolpix S9300 ist das nicht viel anders. Wenngleich die Abbildungsqualität, dank Objektiv mit ED-Linsen, auch in diesem Bereich etwas besser ist als bei den direkten Mitbewerbern. Das gilt auch für die Wiedergabe hoher Kontraste. Nikon hat hier mit der D-Lightning-Funktion ein wirksames Instrument für eine ausgewogene Belichtung geschaffen.
Sehr positiv ist dagegen die Bildqualität beim Weitwinkel- bis leichten Tele-Einstellungen zu bewerten. Im oft genutzten Entfernungsbereich zwischen einem bis ca. 50 Meter werden die Fotos bis in die äußersten Bildecken scharf, gleichmäßig ausgeleuchtet und verzeichnungsfrei abgebildet.
Wer oft unterwegs ist, wird sich über die integrierte GPS-Funktion freuen. Mit der von Nikon als Freeware zur Verfügung gestellten Software "Nikon View" können die Fotos nicht nur betrachtet, sortiert und bewertet, sondern auch die exakte Position der Aufnahme via Google Earth angezeigt werden. Das funktioniert natürlich nur im Freien, wenn die Kamera bei der Aufnahme Kontakt zu den GPS-Satelliten hatte.
Der eingebaute Blitz erfüllt seine Aufgabe im Rahmen seiner Möglichkeiten. Wer eine bessere Ausleuchtung wünscht, sollte sich einen
Metz MB 28 CS-2 digital Blitzgerät silber zulegen. Der wird vom integrierten Blitz mit ausgelöst und verbessert das Bildergebnis wesentlich.
Der Akku wird übrigens mit einem USB-Ladegerät direkt in der Kamera geladen. Das kann auf Reisen praktisch sein, weil der Ladevorgang auch an einem Netbook oder einigermaßen modernen Fernsehgerät mit USB-Buchse, beispielsweise im Hotelzimmer, erfolgen kann.
Als Dateiformat gibt es nur jpeg in mehreren Bildgrößen und zwei Kompressionsstufen bei der maximalen Bildgröße. Diverse Automatikfunktionen, keine manuelle Einstellmöglichkeiten. Auf wichtige Kamerafunktionen kann man schnell zugreifen, die Bedienung und Menüführung kann intuitiv erfolgen. Ich bin mit der Kamera auf Anhieb auch ohne vorheriges Studium der Anleitung problemlos zu Recht gekommen. Der AF arbeitet einigermaßen schnell und ausreichend präzise. Er benötigt manchmal mehrere Anläufe um das gewünschte Motiv zu erfassen. Die Auslöseverzögerung ist akzeptabel. Das Display ist auch bei voller Sonneneinstrahlung noch gut erkennbar.
Videofunktionen:
Full-HD, Stereo-Mikro eingebaut, Anschluss für externes Mikro nicht vorhanden. Die Qualität der aufgezeichneten Videos ist einer kompakten Digitalkamera mit Schwerpunkt Foto angemessen. Eine schnelle "Class 10"-Speicherkarte ist für ruckelfreie Videoaufzeichnungen zu empfehlen.
Lieferumfang
Kamera, Trageschlaufe, Ladegerät, Akku, USB-Kabel, Video-Kabel (Cinch), gedruckte Kurzanleitung, ausführliche Anleitung als pdf auf CD-ROM.
Was wird noch zwingend zum Betrieb / Benutzung benötigt?
Eine Speicherkarte. Die Nikon Coolpix S9300 ist mit den folgenden kompatibel: SD (bis 4 GB); SDHC (bis 32 GB) und SDXC bis 64 GB.