Für den etwas hohen Preis bekommt man auf dem ersten Blick eine Kamera, die eher an ein günstigeres Modell erinnert. Klappen, hinter den sich Anschlussmöglichkeiten verbergen wirken sehr billig und auch der Monitor zeigt eine Auflösung, die ich bei Konkurrenzmodellen in der Preisklasse schon wesentlich besser gesehen habe. Auch der Akku ist, nachdem ich die Kamera nach dem Aufladen ein paar Tage liegen gelassen habe, ohne sie zu benutzen, schon wieder leer. Hier ist es also ratsam, den Akku vor der Benutzung aufzuladen um auf Nummer sicher zu gehen.
Die Vorteile:
- Die Bildqualität ist für diese Preisklasse im Automatikmodus gut bis sehr gut. Je nach Fachkenntnisse kann man natürlich mehr raus holen. Für Fotoausdrucke von 10x50 cm oder für das Fotobuch sind sie sehr gut geeignet. Die Bilder sehen auf dem kleinen Monitor nicht besonders gut aus. Auf einem PC-Monitor sind sie wesentlich besser.
- Der Fokus arbeitet superschnell, eine Auslöseverzögerung merkt man nicht. Beim Zoomen verhält er sich aber ausgesprochen träge.
- Der Zoombereich ist erstaunlich groß. Im Zoo kann man da schon einige Tiere sehr nah heranholen. Den Digitalzoom würde ich dringend abstellen, da sich die Bildqualität sehr verschlechtert. Die Bildverschlechterung ist aber typisch für den digitalen Zoom.
- Für Leute, die sich ein wenig mehr mit dem Fotografieren beschäftigen wollen, bietet die Kamera ein paar manuelle Einstellmöglichkeiten. Weißbgleich, Art des Messfeldes, Belichtungskorrektur und ISO können eingestellt werden.
- Das Stativgewinde befindet sich links und nicht mittig an der Unterseite. Benutzt man ein kleines Stativ, kann man aber das SD Kartenfach öffnen, ohne das Stativ abbauen zu müssen. Selbst eine kleine Schnellkupplungsplatte ist kein Problem um an das Kartenfach heranzukommen.
- Die Kamera kann an einen Fernseher angeschlossen werden um gemachte Fotos und Videos direkt anzuschauen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: die Chinchkombination für Bild (gelber Stecker), Ton Links (weißer Stecker) und Ton rechts (roter Stecker). Das Kabel ist im Lieferumfang. Neue Fernseher haben den HDMI Eingang, auch diese Anschlussmöglichkeit ist möglich, das Kabel ist aber leider nicht im Lieferumfang.
- Die Nikon bietet viele Möglichkeiten, die Bilder schon in der Kamera zu verändern. So kann Farbe und Format verändert werden und auch ein kleinerer Bildausschnitt gewählt werden. Die genaue Vorgehensweise wird im Handbuch auf einer CD erklärt, für die man allerdings einen Computer braucht.
- Ebenfalls im Lieferumfang ist eine Software, mit der man die Bilder sortieren kann und auf seinen Computer zieht.
- Aufgeladen wird der Akku in der Kamera, was aber mittlerweile zum Standard gehört. Ich kann die viele Kritik an dieser Vorgehensweise in anderen Rezis nicht verstehen. Es ist richtig, dass man in der Zeit, wo die Kamera als Ladegerät funktioniert keine Fotos machen kann, aber das gleiche ist der Fall, wenn man den Akku aus der Kamera rausnimmt um ihn mit einem externen Ladegerät aufzuladen, es sei denn, man hat einen Zweitakku. Aber auch den Zweitakku sollte man aufgeladen haben, bevor man sich auf große Fotosafari begibt, denn in der Natur gibt es keine Steckdose.
- Das Aufladen geschieht über einen USB Stecker. Es ist also auch möglich die USB Buchse eines Computers oder den Zigarettenanzünder im Auto mit einem speziellen Adapter, wie man ihn für ein paar Euro bekommen kann, zu benutzen. Das USB Ladegerät im Lieferumfang kann übrigens auch in den USA verwendet werden, da zwei Stromanschlüsse dabei sind. Tipp: Als externes Ladegerät habe ich mir ein PIXO C2+
Universalladegerät gekauft. Mit diesem kann man Akkus fast aller Hersteller aufladen.
Ergänzend sei zu sagen, dass die Kamera obwohl sie von einem japanischen Hersteller kommt, in China produziert wird, wie wohl mittlerweile fast alle Elektronikgeräte. Auch die viel gelobten Mac-Produkte werden in China hergestellt.
Die Nachteile:
- Die habe ich im groben oben bei der Einleitung schon erwähnt.
- Eingeschaltet ist sie nach etwa 5 Sekunden, wie ich finde etwas zu langsam. Den Einschaltknopf muss man etwa 2 Sekunden gedrückt halten.
Videoaufzeichnungen:
Ja, auch mit der Nikon kann man Filme drehen. Hier sei gesagt dass der Videomodus natürlich nur eine zusätzliche Beilage ist. Einen richtigen HD Camcorder kann die Kamera nicht ersetzen. Aber für den netten Videoschnappschuss mit Stereoton durchaus zu gebrauchen. Selbst Zeitlupenaufnahmen können gemacht werden. Der gelobte Fokus ist aber hier leider sehr träge. Nur wenn man die Zoomwippe betätigt macht er Anstalten, das Bild wieder ein wenig zu schärfen. Schade. Referenz ist hier momentan wohl die Sony Reihe. Die bieten sogar einen fantastischen Bildstabilisator.
Fazit: Ich habe in den letzten Monaten eine Reihe von Kompaktkameras in der Preisklasse getestet. Das einzige, was mich an der Nikon überrascht hat, war die Schnelligkeit des Fokus beim Auslösen und die doch überzeugende Bildqualität. Wem also diese Eigenschaften wichtig sind, der kann sich die Nikon kaufen. Es gibt auch Kameramodelle anderer Hersteller, die einen besseren Monitor hatten, dafür aber eine schlechtere Bildqualität bei den Fotos. Ihr seht, alles ist relativ. Wegen der negativen Punkte ziehe ich einen Stern ab. Meine Beurteilung: 4 Sterne!