Nikon bewirbt seine Coolpix S3300 als schick moderne Digitalkamera für den alltäglichen Gebrauch- darunter verstehe ich, dass die
Kamera robust und klein genug ist, in der Hosentasche transportiert zu werden, dass sie schnell einsatzbereit ist, und dass die
Bildqualität unter verschiedenen Lichtverhältnissen überzeugt. Eine gute "Abdrücken-und-Fertig"-Kamera für Anfänger, die sich
nicht erst mit Brennweiten, Verschlußzeiten und Blitzlicht auseinandersetzen wollen.
Im Karton befinden sich neben der Kamera das übliche Zubehör: Akku nebst Ladeadapter, USB- und Videokabel sowie ein mehrsprachiges
Handbuch und eine CD mit Bildbearbeitungssoftware. Eine SD-Karte liegt nicht bei, was schade ist, da auch im günstigen Preissegment
häufiger zumindest eine kleine Speicherkarte als Extra zu finden ist. Ohne Karte bietet die Kamera etwas über 40MB internen Speicher,
was bei der Größe hoch aufgelöster Bilder nicht besonders üppig ist.
Optisch überzeugt die kleine, schmale Coolpix mit einem schlichten, flachen Gehäuse ohne scharfe Kanten. Vorn buntes, gebürstetes
Metall, hinten schlichtes, schwarzes Plastik- die Serie ist in zahlreichen Farben zu haben und wirkt durch die Brush-Optik nicht
schreiend bunt, sondern wirklich einfach schick. Auch die Verarbeitung sieht gut aus- die wenigen Knöpfe sind alle gut zu erreichen
und haben einen angenehmen Druckpunkt, das Gehäuse ist solide verarbeitet.
Die Coolpix ist gerade einmal so groß wie eine Schachtel Zigaretten (aber deutlich flacher) und robust genug, auch ohne schützendes
Etui transportiert zu werden, so dass sie wirklich bequem überallhin mitgenommen werden kann.
Im Alltagseinsatz überzeugt die Coolpix. Auf das Motiv zeigen und abdrücken reicht aus. Die Lichtverhältnisse werden automatisch
abgeglichen, und verwackelte Bilder werden durch Rüttelkorrektur verhältnismäßig selten. Die Automatisierung funktioniert gut und
kann im Vorherein über eine Auswahl von Motivprogrammen (Landschaft, Portrait etc.) grob voreingestellt werden, den Rest macht die
S3300 ordentlich von allein. Das mag dem Profi, der gerne selbst alle Einstellungen vornimmt, aufstoßen, den Anfänger freut's.
Die Resultate auf dem wenig spiegelnden Display über ein schlichtes Menü schnell geprüft und eventuell mit den üblichen Filtern
(Sepia, Schwarz-Weiß etc) versehen. Die Bildqualität ist absolut in Ordnung, und selbst spontane Schnappschüsse gelingen meistens,
selbst wenn sich Objekte schnell bewegen.
Als Herausstellungsmerkmal der Kamera wird gerne der überdurchschnittliche Zoom genannt (6-fach statt 5-fach), und dieser funktioniert
wirklich gut und erlaubt schnelles "Herantasten" an ein weit entferntes Objekt.
Die Filmfunktion zeigt sich ähnlich solide: Bild- und Tonqualität gehen absolut in Ordnung, und auch hier spielt das schön große
Display seine Stärken aus. Wie stark der HD-Vedeomodus sich bemerkbar macht, habe ich noch nicht ausprobieren können, aber zum
Funktionsumfang gehört er...
Positiv auch die Anbindung an den PC- einfach einstecken, und über ein kleines Menü können Bilder direkt übertragen, sortiert und
von der Kamera gelöscht werden. Ein Laden der Kamera über USB ist aber nicht möglich.
Ein Profi mag eine Kamera besitzen wollen, bei der er jeden Aspekt des Bildes so detailliert wie möglich beeinflussen kann, aber ich
bin kein Profi und möchte vor allem schnell an gute Ergebnisse kommen. Die Coolpix schafft das und ist dabei noch gut verarbeitet-
für den Alltagsgebrauch absolut empfehlenswert.