--- Das Highlight: Der eingebaute Projektor ---
Das besondere Gimmick der Nikon Coolpix S1200pj ist natürlich der eingebaute Projektor, der die Bilder direkt an die Wand wirft und man sich somit das Andocken an den Fernseher für die Diashow erspart. Zusätzlich dazu ist es möglich, seinen iPod über ein separat erhältliches Verbindungskabel, z.B. von Belkin, an die Coolpix anzudocken um sich seine darauf gespeicherten Videos über den Kompakt-Beamer anzusehen. Das projizierte Bild macht doch tatsächlich eine gute Figur! Die Helligkeit und die über ein Adjustierrädchen einstellbare Schärfe sind erstaunlich und garantieren kurzweiliges Sehvergnügen im Kinoformat. Kurzweilig deshalb, weil der Akku dabei stark belastet wird, die Nikon sogar vernehmbar warmläuft. Ein gleichzeitiges Andocken am Stromnetz um den Akku zu entlasten und längere Zeit Videos zu projizieren ist leider nicht möglich. Das gibt das Gerät nicht her. Dazu nervt die konservendosenartige Tonausgabe über den kleinen Lautsprecher in der Kamera eh auf Dauer.
Alles in allem finde ich die Idee eines eingebauten Projektors wirklich gut um den Hersteller von der Konkurrenz abzuheben, zumal das vorliegende Teil eine gute Leistungsbereitschaft aufweist, wenn auch nur für eine beschränkte Zeit.
--- Die Kamera an sich ---
Die Digitalkamera macht äußerlich erst einmal einen sehr kompakten Eindruck. Vergleichsweise zu anderen DigiCams ist das Display mit einer Bildschirmdiagonale von 7,5 cm regelrecht riesig. Viele Knöpfe und Einstellregler weist das Gerät nicht auf - weniger ist wohl mehr. Nimmt man das Gerät dann in die Hand, verstärkt sich der Eindruck von Kompaktheit und erweitert sich um gute Handhabung, weil das Teil weder klobig, noch schwer erscheint. Die obligatorische Handschlaufe soll bei Benutzung dann noch den Fall der Fälle verhindern.
Wie ist es um die ersten Fotos bestimmt? Die Nikon Coolpix ist wahrlich keine Kamera, bei der man einfach auf den Auslöser drückt um hübsche Fotos zu erhalten. Dafür muss man schon einige Einstellungen vornehmen. Bei künstlichen Lichtverhältnissen (die Deckenlampe...) neigt die Kamera dazu, die Aufnahmen rötlich oder grünlich zu verfärben. Um dies zu umgehen, muss man die Belichtung korrigieren, für die rechts neben der OK-Taste ein eigener Knopf konzipiert wurde.
Verspielte Knipser können zudem verschiedene Aufnahmemodi - Einfachautomatik, Porträt, Monochrom mit hohem Kontrast, Smart-Porträt und Automatik - über Druck der SCENE-Taste ausprobieren. Zahlreiche Sub-Einstellungen, z.B. Nachtporträt und Panorama-Assistent unter dem Punkt Porträt, lassen dem Hobby-Fotografen großen Spielraum. Sehr praktisch ist es, dass man die gemachten Bilder im Anschluss direkt auf der Kamera zuschneiden kann.
Viel Zeit fürs Fotoschießen hat man dann auch noch. Die Nikon verfügt über einen Lithiumionen-Akku, der qualitativ hochwertig ist. Während meines vierwöchigen Lernaufenthaltes in Manchester, wo ich rund 200 Bilder gemacht habe, musste ich das Teil nicht einmal laden!
--- Fazit ---
Die Nikon Coolpix S1200pj trumpft in erster Linie mit seinem speziellen Feature des Projektors auf. In den Punkten Interface-Design, Handhabung und Leistung weiß die DigiCam ebenfalls zu überzeugen, obwohl ich diese Kamera nur den Interessenten ans Herz legen würde, die schon Erfahrungen mit solchen Fotoknipsern sammeln konnten. Für blutige Anfänger schätze ich das gute Stück als zu komplex ein, obwohl ich zuversichtlich bin, dass jeder halbwegs lernversierte Käufer seine Freude mit der coolen Nikon haben kann.