Digitale Spiegelreflex-Kameras. Der Traum eines jeden Hobby-Fotografen, der sie sich aus finanziellen Gründen nicht leisten kann. Denn, selbst wenn das Objektiv schon im Preis inklusive ist, so hat man eine entscheidende Einschränkung: Der geringe Zoom.
Bildqualität und Einstellungsmöglichkeiten hin oder her. Ohne einen großen Zoom, sind dann die Möglichkeiten wie z.B. Naturaufnahmen (Wildtiere) oder auch besondere Ereignisse (Konzerte oder Katastrophen) arg begrenzt. Ein Superzoomobjektiv kostet meist mehr, als die Kamera selbst.
Ist man aber zu gewissen Kompromissen bereit, so muss man weder auf die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten, noch auf einen Superzoom verzichten. Digitale Bridge-Kameras schlagen diese "Brücke" zwischen Spiegelreflex und Digitalkamera. Die eben genannten Kompromisse, die man dabei so gut wie immer eingehen muss, sind eine weniger brillante Bildqualität, keine Wechselobjektive und nicht selten auch die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten.
Das betrifft jedoch nicht die "Nikon Coolpix P510", welche nicht nur optisch, sondern auch in der Handhabung an kompaktere Digitale Spiegelreflexkameras erinnert.
Ob sie ihren Job zufriedenstellend erledigt, habe ich getestet.
Zu meinen Erfahrungen:
Ich selbst war noch nie im Besitz einer digitalen Spiegelreflex, aus den oben genannten Gründen: Hohe Anschaffungskosten der Kamera und vor allem der Objektive.
Außer dieser Nikon besitze ich eine kompakte Super-Zoom-Kamera: Die Sony DSC-H10.
Für mein Empfinden im damaligen Preissegment (250-300¤) eine sehr gute Bildqualität mit ausreichenden manuellen Einstellungsmöglichkeiten.
Folgende Funktionen sind für mich an der Nikon P510 neu:
1. GPS
2. HDR, Panorama und 3D Funktion
Hier erst einmal die technischen Highlights:
- 16 Megapixel
- 42-fach-Zoom
- 24mm Anfangsbrennweite
- 7,5 cm (3") LCD-Monitor mit 921.000 Bildpunkten, Antireflexbeschichtung und neigbar um ca.82° nach unten und ca. 90° nach oben
- JPEG-3D-Bilder: MPO; Sprachaufzeichnung (Sprachnotiz): WAV; Filme: MOV (Video: H.264/MPEG-4 AVC, Audio: AAC-Stereo)
- HD-Videoaufnahme: 1.920 x 1.080/ca. 30 Bilder/s
- Stereomikrofon
- ISO 100, 200, 400, 800, 1.600, 3.200, Hi1 (ISO 6.400), H2 (ISO 12.800)
- Videowiedergabe über Mini-HDMI-Anschluss: 480p, 720p und 1080i
******************TEST: Nikon P510 - Firmwareversion 1.0***********************
Ergonomie, Handhabung:
Die P510 liegt ausgezeichnet in der Hand. Ihr etwas höheres Gewicht von etwa einem halben Kilo vereinfacht das anvisieren von Objekten und unterstützt somit das Vermeiden von verwackelten Aufnahmen oder zitternden Händen. Leichte Kameras sind dagegen schwieriger ruhig in den Händen zu halten. Sie lässt sich also gut anpacken. Die dafür vorgesehene, griffige und gummierte Ausbuchtung ist für mittelgroße Hände ideal. Für große Hände könnte sie dann aber doch etwas zu klein sein.
Der elektronische Sucher ist etwas klein ausgefallen, kann aber trotzdem sinnvoll benutzt werden. Einen Aufsatz, der dazu dient, den optischen Sucher für das Auflegen des Auges etwas angenehmer zu gestalten, gibt es nicht. Allerdings ist eine Dioptrieneinstellung (-4 bis +4 dpt) verfügbar.
Links am Objektiv befindet sich ein Zoomhebel, der alternativ auch mit anderen Funktionen belegt werden kann. Z.B.: Schnelles Zurückzoomen, schnelles Vorzoomen und manueller Fokus.
Der Hauptzoom-Hebel sitzt am Auslöser und ist sehr gut bedienbar. Ebenso das Wählrad der verschiedenen Modi (Automatisch, Programmautomatik, Manuell, Effects,...), das Wählrat für die Menüeinstellungen, und den übrigen Knöpfen und Rädchen. Davon gibt es jede Menge. Sie sind aber alle ausnahmslos gut zu erreichen.
Der Monitor ist per Tastendruck aktivierbar (also ohne Sensor) und er ist neigbar. Man kann ihn also nach oben oder unten neigen. Das Ausrichten zur Seite ist nicht möglich.
4 Sterne dafür.
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Verarbeitung/Material:
Die Materialverarbeitung macht einen soliden Eindruck. Es wurden keine hochwertigen Materialien verwendet. Alles besteht aus mattem, etwas weichem Kunststoff, der nicht sehr robust gegenüber Kratzern ist. Das Wählrat für die Programmmodi sitzt fest. Ebenso der Zoomhebel und der Akkudeckel.
3 Sterne, weil nicht sehr bemerkenswert.
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Akku:
Das Aufladen des Akkus geschieht in der Kamera, in dem man das Mini-USB-Kabel entweder an den PC oder per mitgelieferten Netzstecker-Adapter an die Steckdose hängt. Ist der Akku halb leer, so dauert es etwa 1,5-2 Std bis dieser wieder voll ist. Ein normaler Wert. Nikon gibt einen Wert von 4,5 Std für das Aufladen des kompletten Akkus an. Wie lange der Akku durchhält, hängt von davon ab, welche Funktionen benutzt werden (GPS aktiviert? Wird oft die interne Bildbearbeitung verwendet? Wird der Monitor oder der optische Sucher verwendet?). Dazu gibt Nikon folgendes an: Fotos ca. 240 Aufnahmen; Filme ca. 1 h 10 min (HD 1080p).
Ersatzakkus (EN-EL5) gibt es ab 5¤ (Fremdhersteller) bis 30¤ (original von Nikon). Ein Ladegerät gibt es auch ab günstige 7¤ (Fremdhersteller).
Insgesamt hatte ich aber das Gefühle, dass der Akku eine gute Ausdauer zeigt.
4 Sterne, da es nichts zu meckern gibt!
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Bildqualität:
Im Programmautomatik-Modus knipst die P510 detailstarke, konstrastreiche und scharfe Bilder. Die Schärfe nimmt allerdings zum Bildrand hin minimal ab. Die Anfangsbrennweite von 24mm ist vorbildlich und man bekommt eine Menge "Raum" auf's Bild. Natürlich sorgen die 24mm dann aber auch für Verzerrungen an den Seiten. Personen sehen etwas breiter aus. Eine Räumliche Tiefe entsteht jedoch dabei. Das Bildrauschen ist erfreulich gering. Selbst bei schwachen Lichtverhältnissen sind nur minimale Bildstörungen auszumachen, die sich aber nicht als auffälliges "Farbrauschen" bemerkbar machen. Eine Rauschunterdrückung, welche in drei Stufen eingestellt werden kann, sorgt dafür, dass sich Bildstörungen in Grenzen halten. Ich empfehle jedoch die geringste Stufe zu wählen, da die Bilder durchaus künstlich und detailärmer wirken könnten. Gerade bei schlechteren Lichtverhältnissen und höherem Iso-Wert, sollte man dann doch eher das Rauschen in Kauf nehmen.
Der Bildstabilisator leistet sehr gute Arbeit. In lichtschwacher Umgebung ist es auch ohne hohem Iso-Wert möglich, saubere Bilder zu machen, ohne das es zu Überlagerungen oder Verzerrungen kommt. Vorausgesetzt, man hält die Hände einigermaßen ruhig. Auch in der vollen Teleeinstellung spielt der Bildstabilisator seine volle Stärke aus. Bei bewegten Objekten kann es jedoch zu minimalen Unschärfen oder Doppelkonturen kommen.
Blitzlichtaufnahmen zeigen ebenfalls nur wenig rauschen und wenig Farbverfälschungen. Die Blitzlichtstärke ist in mehreren Stufen einstellbar.
Die Vielzahl an Effekten und manuellen Einstellungsmöglichkeiten, würde ich sehr gerne vorstellen. Aber dann würde diese Rezension eine ganze Seite für sich einnehmen. Darum stelle ich mal die Interessantesten zwei Extras vor:
Selektive Farbe: Das Bild ist schwarz/weiß. Mit dem Drehrad wählt man aber den Farbton aus, der auf diesem Schwarz/Weiß-Bild erhalten bleiben soll, während die anderen Farben ausgeblendet werden.
3D: Man nimmt ein Bild auf. Auf dem Monitor sieht man nun das Bild leicht transparent. Nun erklärt mir die Nikon, dass ich ein Stück weiter nach rechts rücken soll. Ich sehe also das geschossene Bild transparent und das neue Bild, welches ich aufnehmen möchte. Das Foto wird dann von alleine ausgelöst. Allerdings kann man es nicht auf dem Monitor und auch nicht im optischen Sucher als 3D-Bild betrachten. Das funktioniert nur über einen 3D-TV.
HDR: Die Kamera macht zwei Bilder. Eines mit niedrigem ISO-Wert, eines mit höherem. Oder eben eines mit Blitzlicht und eines ohne. Diese beiden Aufnahmen werden sozusagen aufeinandergelegt. In lichtschwacher Umgebung können dadurch sehr schöne und interessante Fotos entstehen. Allerdings sollte wiederum dann bei dieser Art von Aufnahme entweder die Rauschunterdrückung verstärkt werden, oder eine anschließende Nachbearbeitung durch die Kamera-interne-Fotobearbeitunsfunktion durchgeführt werden.
Aber es gibt auch weniger Erfreuliches:
So wirken z.B. die Farben recht kühl und teilweise nicht richtig satt, was aber dem automatischen Weißabgleich zu Schulden ist. Daher empfehle ich den automatischen Weißabgleich auf "2" (warm) zu stellen. Denn wenn es im Freien weniger Sonnig ist, so verstärkt die P510 diese Tristheit in ihren Bildern durch einen kühlen Blaustich und blassen Farben. In der Teleeinstellung verliert die Nikon (erwartungsgemäß) mehr Bilddetails und Schärfe und die Konturen im Hintergrund des Objekts wirken ein wenig verwaschen. Trotz aller dem begeistert dieser riesige Zoom, denn auch wenn sich die Kritik schlimm anhört, zum angebotenen Preis dieser Kamera, ist der Superzoom sehr gut.
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