Um die Lücke zwischen dem 1,4/50 und dem 2,8/14 zu schließen, habe ich mir das kleine 24er gekauft. Einsatzgebiet ist das Kleinbildformat (auch FX oder "Vollformat" genannt), sprich D700 und F100. Die entsprechenden Zoomobjektive sind entweder zu groß/zu schwer oder haben bei 24mm eine unbefriedigende Abbildungsleistung. Mein 2,8-4/24-85 ist zwar noch einigermaßen handlich, hat aber im Bereich von 24 - 28mm eine deutliche wellenförmige Verzeichnung und eine sichtbar wärmere Abstimmung, die in der analogen Fotografie durchaus stören kann.
Das AF-D 2,8/24 ist in der farblichen Wiedergabe neutral, die tonnenförmige Verzeichnung ist je nach Motiv durchaus sichtbar, aber nicht übermäßig störend, evtl. aber bei Architekturaufnahmen. Bei offener Blende zeigt es wie fast alle klassischen Weitwinkellinsen von Nikon eine deutliche Abschattung in den Ecken und einen deutlichen Abfall der Auflösung zum Bildrand hin. Für eine gleichmäßige Abbildungsqualität sollte zumindest auf f5,6 abgeblendet werden, idealerweise auf f8. Die Nahbereichskorrektur CRC (Floating Elements) soll über den ganzen Einstellbereich von Nah bis Fern für gute Abbildungsleistung sorgen.
Auch in seinen anderen Eigenschaften paßt es in die Reihe der AF-D Weitwinkelnikkore: schnelle Fokussierung, da der Autofokus nur einen kurzen Weg zurücklegen muß. Naheinstellgrenze von 0,3m. Herkömmlicher Stangenautofokus, bei den aktuellen Einsteigerkameras ist also Scharfstellen von Hand angesagt. Klassischer Blendenring für die Verwendung an älteren Spiegelreflexkameras von Nikon. Filtergewinde 52mm (nicht drehend) ist mit vielen anderen Nikkorlinsen identisch, hohe Filterfassungen können unter Umständen aber schon störend sein, mit dem Rotfilter Nikon R60 z.B. gibt es aber keine Probleme. Es gibt auch eine solide Streulichtblende aus Metall namens HN-1, die in das Filtergewinde geschraubt wird. Also hat man wieder einmal die Wahl, entweder Filter oder Blende. Immerhin kann man bei eingeschraubter HN-1 den Frontdeckel noch einsetzen. Die Verarbeitungsqualität ist in Ordnung, äußeres Kunststoffgehäuse mit höchstwahrscheinlich innerer Metallfassung und natürlich Metallbajonett. Geliefert wird es mit Front- und Rückdeckel, die Streulichtblende ist nur Zubehör, die extra erworben werden muß.
Ich schwanke jetzt zwischen vier und fünf Sternen. Für eine Festbrennweite könnte man bei f2,8 schon etwas mehr an Qualität erwarten. Was die teuren Profizooms bei 24mm bieten, weiß ich nicht, sie sind aber sehr viel schwerer und ich habe keine Lust diese Klötze durch die Gegend zu schleppen, Fotografieren soll ja ein Hobby für mich sein und keine Arbeit. Das neue AF-S 1,4/24 lasse ich dabei auch außen vor. Die Meinungen im WWW zu diesem Objektiv schwanken doch sehr, es scheint aber sehr vom Verwendungszweck und der Kamera abzuhängen. Da das 2,8/24 mit 270 Gramm schön leicht und klein ist und deshalb die beiden oben genannten Kameras auch gut ohne Batteriegriff mit ihm harmonieren, hat es sich in kürzester Zeit zu einer meiner beliebtesten Brennweite entwickelt. Deshalb gebe ich doch fünf Sterne, andere kommen möglicherweise zu einem anderen Ergebnis.