Nach einigen Wochen Besitz und weit über 2000 Fotos kann ich sagen, dass die P7000 für mich das Zeug zum absoluten Klassiker hat!
Trotz der Verwunderung, dass Amazon auch 3 Monate nach Erscheinen des aktuellen Firmware-Updates (von Dezember 2010) noch Kameras mit alter Firmware ausliefert, und der Tatsache, dass man von Amazon wohl generell immer unversiegelte Originalverpackungen erhält, war ich sowohl von der wertigen Haptik der Kamera angetan als auch von der Bildqualität äußerst positiv bestätigt. Und bin es noch immer und werde es bleiben.
Anfangs hatte ich jedoch durchaus Probleme, wirklich scharfe Fotos hinzubekommen. Zum einen lag es daran, dass das AF-Hilfslicht anscheinend nicht immer den Punkt trifft, an dem es meiner Meinung nach scharf sein sollte. Zum anderen hat der AF bei Verwendung des AF-Hilfslichts generell wohl das Problem, sich selbst scharf zu stellen - man bekommt oft ein rotes Feld anstatt ein grünes, weil es den Schärfepunkt nicht findet. Das ist auch mit neuer Firmware so. Schaltet man das AF-Hilfslicht generell ab, gelingen spontan wesentlich schärfere Fotos, auch bei relativ ungünstigen Lichtverhältnissen.
Auch "Active D-Lightening" zum Aufhellen von Schatten ist zwar oft praktisch, wenn man mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten zu kämpfen hat (Beispiel: strahlender Sonnenschein auf der Straße, Bereich zwischen zwei Hausfronten liegt dagegen im tiefen Schatten). Ich habe diese Funktion aber generell abgeschalten, da sich dadurch auch helle Bereiche etwas unnatürlich aufhellen und die Farben in den aufgehellten Bereichen für mein Gefühl zu flau und kalt wirken. Scheinbar tritt dann auch vermehrt Bildrauschen auf in diesen aufgehellten Bereichen. Daher habe ich diese Funktion generell deaktiviert und bearbeite solche Problemfälle mit anderen Programmen nach.
Da sich bei der P7000 Farbsättigung, Kontrast und Schärfe einstellen lassen ("Picture Control"), habe ich für "gute" Fotos, die sich auch noch gut nachbearbeiten lassen, folgende Werte in einem der verfügbaren Custom-Modi abgelegt:
Schärfe +1
Kontrast 0
Farbsättigung +1
zusätzlich:
Rauschreduzierung auf niedrigste Stufe
Active D-Lightening: aus
Eine Anhebung des Kontrastes vermeide ich, da die Bilder dann schon sehr "überschärft" aussehen, besonders bei Weitwinkelaufnahmen mit klaren, definierten Linien (z.B. Architektur).
Der Bildstabilisator funktioniert gut, könnte meiner Meinung nach aber stärker eingreifen - das können andere Kameras besser.
Bei Zuschalten der Gesichtserkennung werden auch mehrere Gesichter selbst bei schwacher Beleuchtung gut erkannt; schaltet man zusätzlich noch auf Serienbildaufnahme, wird bei meiner P7000 die rechte Kameraseite ziemlich warm (Akku), hat aber keine weiteren Auswirkungen bisher.
Die Serienbildfunktion ist annehmbar, selbst Serienbilder mit Blitz sind möglich, allerdings ist die Geschwindigkeit in beiden Fällen nicht üppig, trotz Class-10-SDHC-Card. Das war mir bekannt und ich kann damit leben. Manchmal denke ich halt: Mehr pro Sekunde wäre' schon mal ganz gut...
Der interne, völlig ausreichende, Blitz klappt nur auf Wunsch aus (was vorteilhaft ist) und ist in 3 Helligkeitsstufen einstellbar - sehr gut! Bei Portrait-Aufnahmen aus geringem Abstand empfiehlt es sich aber, die Blitzintensität herunterzuschrauben, sonst werden die Gesichter zu hell; hier ist dann ein separates, aufsteckbares Blitzgerät besser geeignet.
Ganz besonders komfortabel finde ich die DSLR-mäßigen Einstellräder der Kamera. Viele gängigen Funktionen und Settings (z.B. ISO- und Blendenwerte) lassen sich ohne langes Menüsuchen schnell einstellen. Zusätzlich können 3 Druckknöpfe (Tasten) direkt mit zusätzlich einer Funktion belegt werden. Bei mir ist das "D-Lightening" und "RAW". So kann ich auf Knopfdruck z.B. RAW-Dateien anfertigen. Nachteil dabei: Diese Knöpfe müssen vor dem Auslösen gedrückt und bis nach dem Auslösen gehalten werden. Etwas Fingerakrobatik ist also nötig, man gewöhnt sich das jedoch recht schnell an.
Das "Multifunktionsrad" an der Kamerarückseite beschert einem z.B. im P-Modus Zugriff auf weitere Funktionen, die am Rand des Multifunktionswählers nicht direkt aufgedruckt sind, z.B. die schnelle Änderung der Messfeldgröße (AF-Messfeldvorwahl) oder Zuschalten der Gesichtserkennung. Das habe ich eher durch Zufall entdeckt - ein Blick ins Handbuch (das man sich im PDF-Format von CD leider selbst ausdrucken muss) hätte mir diese Möglichkeiten schneller offenbart.
Display: Genial scharf, geniale Auflösung, schön groß. Wer sich noch mit 450.000 Subpixel zufrieden gibt, ist selber schuld. Wer einmal diese genialen 921.000 Subpixel gesehen hat und damit arbeitet, ist begeistert. Ich habe bisher nichts besseres gesehen, als das Display von der P7000! Selbst bei ungünstigem Winkel ist das Display noch gut ablesbar. Und: Es ist aus Glas, nicht aus Kunststoff! So schnell verkratzen wie bei Billig-Kompakten wird es jedenfalls nicht und lässt sich problemlos reinigen.
Was sonst?
Wasserwaage, zuschaltbares Histogramm, Belichtungsreihen, Verzeichniskorrektur (für Weitwinkelaufnahmen), Zoom und Autofokus auch bei Video, justierbare Zoomgeschwindigkeit usw. usw. Es ist alles dabei, was der fortgeschrittene Amateur so haben will und der Einsteiger erstmal nicht braucht. Die Menüführung ist zudem intuitiv und von Langsamkeit oder Trägheit kann ich nichts berichten. Ich bin keiner, der hektisch durch die Anzeigen flippert und einen neuen persönlichen Rekord im Menüblättern aufstellen will. Alle Anzeigen lassen sich bequem durchschalten und das Scrollen funktioniert ohne Aussetzer oder Hänger, die Schriften sind absolut klar und gut lesbar. Wahrscheinlich hat hier die neue Firmware einiges verbessert.
Tja, ich denke für meinen Teil:
Die Nikon P7000 hat das Zeug zum Klassiker, denn in Sachen Bildqualität und Einstellmöglichkeiten kann ihr so schnell keine Kamera das Wasser reichen - erst recht nicht die, deren Hersteller denken, 16 Megapixel sind das Non-Plus-Ultra. Denn mit ihren 10 Megapixel schlägt sie die meisten 16-MP-Kompakten bezüglich Bildrauschen und Bildqualität auch im hohen ISO-Bereich um Längen. Dafür gibt's die volle Punktzahl!
Wichtiger Hinweis:
Zum Aufspielen der neuen Firmware ist ZWINGEND eine Speicherkarte notwendig. Das Update wird zuerst auf diese Karte geladen und anschließend über die eingesteckte Karte auf der Kamera installiert (Installation erfolgt dann über das Kameramenü).