Rund ein Jahr nach Erscheinen der
Nikon Coolpix P510 Digitalkamera bringt Nikon nun die P520 heraus und hofft an alte Erfolge anknüpfen zu können.
Für den interessierten Käufer stellt sich hierbei jedoch die Frage, welche der beiden Kameras die bessere ist. Die P510, die es aktuell für einen Preis von rund 290 € gibt oder die neuere P520, die aktuell um die 400 € kostet?
Beide Kameras hatte ich im Test und möchte im Folgenden nun meine Eindrücke mit der P520 im direkten Vergleich mit der P510 schildern.
DESIGN/VERARBEITUNG/HANDLING:
Hier hat sich gegenüber dem Vorjahresmodell (P510) nicht viel verändert. Der Käufer kann zwischen den Farben Schwarz, Rot und Anthrazit wählen. Die Kamera ist überwiegend im matten Kunststoff gehalten, nur wenige Teile sind mit glänzendem Kunststoff oder Chromelementen versehen. Insgesamt wirkt die Kamera jedoch recht edel und bietet, wie schon die P510, eine gute Verarbeitung.
Etwas verbessert wurde die Größe des Griffbretts – die P520 liegt angenehmer in der Hand und dürfte Nutzern mit größeren Händen entgegenkommen. Auch der Gummi am Griff und der Daumenablager wirkt rutschfester. Insgesamt lässt sich die Kamera sehr gut halten und liegt sicher in der Hand. Zudem wurde das kleine Stellrad oberhalb der Daumenablage etwas schwergängiger gemacht. Bei der P510 ist es mir hin und wieder passiert, dass ich beim Ablegen des Daumens eben dieses Stellrad bewegt habe. Mit der P520 scheint das geklärt worden zu sein.
An der Kameraabmessung hat sich gegenüber der P510 nicht merklich etwas getan. Trotz des 42-fach optischen Zooms sind beide Kameras recht kompakt gehalten und kleiner als eine Einstiegs-DSLR. In die Hosentasche lassen sich aber beide nicht verstauen - ich empfinde die Größe jedoch als sehr angenehm.
Die Knöpfe sind größtenteils auf der rechten Seite angeordnet, sodass die Kamera auch während des Fotografierens mit einer Hand bedient werden kann. Die Erreichbarkeit der Knöpfe ist gut. Am Auslöser befindet sich gleichzeitig der Zoomhebel. Gegenüber der P510 besitzt die P520 keinen Knopf mehr, um zwischen Sucher und Display zu wechseln – gewechselt wird nun automatisch, wenn man das Display auf oder zu klappt – der Sucher wird so aktiviert bzw. deaktiviert.Das Wahlrad mit den Motivprogrammen lässt sich ebenfalls sehr angenehm verstellen und ist fest genug, um versehentliches Verstellen zu vermeiden.
Der USB Anschluss bzw. der HDMI Anschluss befinden sich unter einer Klappe auf der linken Seite (von vorne aus gesehen). Die Speicherkarte und der Akku werden auf der Unterseite eingelegt (Die SD Karte muss separat erworben werden). Direkt daneben befindet sich das Gewinde für ein Stativ. Leider hat Nikon hier nicht nachgebessert. So wird die Akku/SD Kartenklappe beim Einsatz einer Schnellwechselplatte am Stativ weiterhin so verdeckt, dass ein Öffnen nicht mehr möglich ist, und Akku bzw. Speicherkarte erst nach dem Abnehmen der Schnellwechselplatte wieder getauscht werden können. Für Käufer, die gerne mal mit dem Stativ fotografieren, sicher hin und wieder problematisch.
LADEVORGANG:
Auch hier hat Nikon alles beim Alten belassen. Um die Kamera zu laden, verbleibt der Akku weiterhin im Gehäuse. Lediglich ein USB-Kabel und das Ladegerät werden angeschlossen und in die Steckdose gesteckt. Bzw. kann die Kamera auch am PC geladen werden. Für mich als Fotograf eher ein kleiner Minuspunkt. Denn so kann die Kamera während des Ladevorgangs nicht zum Einsatz kommen, wenn man den Akku laden möchte. Wer viel fotografiert, sollte hier über die Anschaffung eines Ersatzakkus nachdenken bzw. über ein Ersatzladegerät, bei dem der Akku aus der Kamera entnommen werden muss.
DISPLAY:
Statt 3 Zoll gibt es nun ein 3,2 Zoll Display. Die Auflösung mit 921.000.000 Bildpunkten ist gleich geblieben, lässt sich aber sehen und Bilder lassen sich damit und dank der Größe schon in der Kamera gut beurteilen. Die Helligkeit des Displays erlaubt auch bei Sonnenschein eine Einschätzung, sollte es doch einmal zu hell werden, können Bilder auch durch den Sucher angesehen werden. Tipp: Wer lieber das große Display nutzt, der kann auch Folien, die Reflexionen schlucken, darauf kleben.
Die größte Veränderung wurde dagegen beim Ausklappen des Displays vorgenommen.
Während das Display der P510 nur nach oben und unten ausklappbar war und in den meisten Fotosituationen leider keinen wirklichen Vorteil brachte, liefert die P520 nun ein dreh-und schwenkbares Display, wie ich es von meiner Canon 60D gewöhnt bin und welches ich lieben gelernt habe. Zudem lässt sich das Display bei Nicht-Benutzung nun ganz einfach einklappen, um Kratzer etc. zu vermeiden.
SUCHER:
Auch am Sucher hat Nikon nichts verändert. Schade, das wäre wirklich nötig gewesen. Denn die Auflösung des Suchers ist im Vergleich zum großen Display eher mau ausgefallen. Auch ein größerer/hellerer Sucher wäre von Vorteil gewesen. Zwar lassen sich die Motive erkennen, allerdings muss man hier schon sehr genau hinsehen, um das Bild zu beurteilen. Insgesamt wirken die Motive durch den Sucher verschwommen.
Ebenfalls schade finde ich es, dass keine gummierte Augenmuschel um den Sucher verbaut wurde, sondern harte Plastik. Ebenso lässt sich diese Verdeckung nicht abnehmen, um angesammelten Staub im Sucher leicht entfernen zu können.
BILD/TON UND VIDEO:
Natürlich besticht die Kamera zunächst einmal ganz klar durch ihren großen Zoombereich. Hier war ich vor dem Test etwas skeptisch. Wie wird sich dieser große Zoom auf die Qualität der Bilder auswirken?
Hier hat Nikon wirklich einen fantastischen Job gemacht. Die Bildqualität der P520 ist überzeugend und das nicht nur im Nahbereich. Die Bilder bestechen über den gesamten Zoombereich durch eine gute Schärfe und genügend Details, die Farben sind lebendig und klar. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Auch das Rauschen bei schwierigen Lichtverhältnissen ist noch ordentlich und lässt sich mit geeigneter Software entfernen. Erfreulich ist auch, dass Nikon der P520 nur 2 MP mehr, gegenüber der P510 mit 16 MP, spendiert hat und damit nicht dem Pixelwahn zu sehr verfällt.
Zusätzlich bietet die Kamera neben den bekannten Scene Modus, in dem z.B. u.a. die Option 3D Bild, Tierporträt, Panorama, etc. zu finden sind, auch einen Effects Modus, bei dem der Bildstil verändert werden kann. Hier können Bilder in Schwarz/Weiß aufgenommen werden, es kann ein Vintage Effekt eingestellt werden, bzw. im Highkey/Lowkey Stil geschossen werden.
Der Scene Modus arbeitet für meine Begriffe sehr gut. So habe ich die Panorama Funktion getestet und die Tierporträt-Funktion, die das Gesicht des Tieres erkennt, sobald dieses in die Kamera blickt. Evtl. sollte für optimale Ergebnisse der Panorama Funktion ein Stativ verwendet werden.
Der Ton ist für die Größe der Kamera wirklich mehr als akzeptabel. Kurze Urlaubsvideos sind somit kein Problem. Auch die Videoqualität in HD Auflösung ist hervorragend. Hier wurden kleine Änderungen zur P510 vorgenommen. So nimmt die P520 nun mit 1080/25fps (frames-per-second) auf, statt den 30fps bei der P510. Hinzugekommen ist dagegen ein neuer Modus, der in 1080/50 aufnimmt. Für mich eher nicht von besonderer Wichtigkeit, da ich meist mehr fotografiere, als Videos drehe. Erwähnt werden sollte dennoch, dass beim Zoomen das Summen der Linsen deutlich zu hören ist. Der AF (Autofokus) beim Filmen ist jedoch nicht ganz so gut und es kam beim Scharfstellen einige Male dazu, dass er hin und her gepumpt hat bzw. dass ich beim scharfstellen nachregeln musste – auch hier ist leider keine Verbesserung zur P510 erkennbar. Wer das Pumpen des AF vermeiden will, der sollte vielleicht gänzlich manuell fokussieren (auch diese Option bietet die P520).
Der AF beim Fotografieren ist dagegen recht zügig und hat oft auch in schwierigen Lichtsituationen gut funktioniert. Bei voll ausgefahrenem Zoom ist zu beachten, dass das Fokussieren hier etwas länger dauert als im Weitwinkelbereich. Ob die P520 damit für Sportaufnahmen geeignet ist, kann ich nicht sagen und man müsste es auf einen Versuch ankommen lassen, dennoch glaube ich, dass sie hier schnell an ihre Grenzen stoßen wird.
Positiv empfinde ich dagegen den Standby Modus der Kamera, der sich nach längerer Nicht-Benutzung selbst aktiviert und so den Akku schont.
Im Gegensatz zu meiner Kompakten Coolpix S6300, sind die P510 und P520 auch nach dem Anschalten sofort einsatzbereit und es entstehen keine Wartezeiten bzw. kann sofort mit Schnappschüssen losgelegt werden. Eine geringere Auslöseverzögerung konnte ich gegenüber der P510 nicht feststellen. Beide Kameras lösen für mich gleich schnell aus.
Erstklassig arbeitet auch wieder der integrierte Bildstabilisator, der sich wie bei der P510 im Objektiv als bewegliche Linse befindet. Die P500 bot bei ihrer Einfürhung dagegen nur einen elektronischen Bildstabilisator. Der integrierte Stabilisator im Objektiv arbeitet dagegen effizienter. Auch bei voll ausgefahrenem Zoom waren die Bilder verwacklungs-frei.
GPS:
Bereits die P510 bot dieses Feature erstmalig an.
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