Die Coolpix S4150 ist mit vielerei technischen Rafinessen bestückt. Zumindest wird sie von Nikon so beworben. Ob und wie sehr diese Extras taugen, erleutere ich in meinem Kurztest. Ich habe den Test in vier Bereiche unterteilt: Verarbeitung, Fotoqualität, Videoqualität, Handhabung. Dabei habe ich 1 bis maximal 5 Sterne vergeben.
Design und Verarbeitung ****
Da gibt es nicht viel zu meckern. Das Gehäuse ist sehr flach und klein. Auch macht es durch seine kompakte Bauweise einen recht robusten Eindruck. Wie robust das Gehäuse aber wirklich ist, habe ich natürlich nicht ausprobiert. Das Display erscheint ausreichend hell mit ausreichender Detailstärke. Selbst im Freien ist das Bild gut erkennbar. Bei Sonneneinstrahlung nimmt dies jedoch ab, wie nicht anders zu erwarten.
Die Kamera ist nach dem Einschalten recht flott betriebsbereit, innerhalb geschäzter 2 Sekunden.
Angetrieben wird die Coolpix von einem Lithium Ionen Akku, der mittels eines Netzkabels in der Kamera aufgeladen wird. Optional bietet Nikon aber auch ein externes Ladegerät an.
Trotzdem des großen 3" Displays hält der Akku relativ gut durch. Eine genaue Zeit ist schlecht zu nennen, da die Akkudauer dadurch beeinflusst wird, ob man viel an der Kamera herumstellt bzw Einstellungen verändert, wie viele Fotos sich auf der Speicherkarte befinden, wie viele Fotos oder Videos aufgenommen werden. Ich kann daher nur einen geschätzten Vergleich mit meiner Sony Cybershot DSC-H10 anstellen, die ebenfalls ein 3" Bildschirm besitzt aber ca. 30% mehr Energie verbraucht als die Nikon.
Fotoqualität ***
Die Bilder der Coolpix sind bei Tage im Freien vollkommen akzeptabel: Natürliche bis kräftige Farben, guter Kontrastumfang, minimale Artefakte (am blauen Himmel zu erkennen). Gute Detailstärke und Schärfe, die aber deutlich zum Bildrand hin abnimmt. Kanten wirken leicht unscharf bis minimal verwackelt. Rote Töne werden etwas zu agressiv abgebildet.
Der Autofokus reagiert flott. Per Finger oder Stift kann man das gewünschte Objekt auf dem Display fokossieren.
Der beworbene 4-Fach-Verwacklungsschutz ist jedoch softwarebasierend und hat daher seine Schattenseiten. Er kann durchaus sichtbar für Unschärfen am Bildrand und im Hintergrund des Objekts sorgen, woran das Bild dann auch an Detailstärke einbüsen muss. Außerdem kann bei voll aktiviertem Verwacklungsschutz das Bildrauschen arg ansteigen. Gerade dann, wenn die Lichtverhältnisse etwas ungünstiger ausfallen z.B. bei Dämmerung oder bei Tage in einem Zimmer.
Und da sind wir auch beim Rauschwert der Kamera angelangt. Wie nicht anders zu erwarten war, ist dies eine Schwäche der Nikon. Bei Tage sind die Bilder im Großen und Ganzen schön, so lange man auch bei Dämmerung den ISO-Wert bei unter 200 lässt. Man kann sagen, dass ab ISO 400 ein deutlich sichtbarer Rauschwert hervortritt, je nach dem, wie dunkel die Umgebung ist.
Die Auslöserverzögerung ist befriedigend. Abhängig von der Speicherkarte (Class 10 wird empfohlen) ist sie im Stande zwar schnellere Bilder zu machen, dennoch ein wenig zu langsam bei geringern Lichtverhältnissen (z.B. früher Dämmerung).
Videoqualität ***
Videoaufnahmen werden in 720p und Stereo-Ton aufgezeichnet. Die Bildqualität ist bei Tage auch für einen längeren Dreh gut anzusehen. Störend wirkt jedoch das Zittern und Wackeln, dass durch den fehlenden optischen Bildstabilisator nicht verhindert werden kann. Eine ruhige Hand ist daher gefragt.
Die Farben wirken mitunter etwas blass, was abhängig vom etwas langsamen aber dennoch gut funktionierenden Weißabgleich ist. Die Detailstärke ist penibel gesehen recht mäßig. Das Bild wirkt aber nicht matschig oder verzerrt bei sich schnell bewegenden Objekten. Auch hier kann man sagen, dass die Qualität für das Filmen im Freien langt. In Räumen schwächelt das Ganz dann nun doch etwas, was aber in dieser Preisklasse vollkommen normal ist. Dort tritt dann stärkeres Bildrauschen auf und der Weißabgleich wird durch das künstliche Licht ein wenig hin und her gerissen. Dann wirkt das Bild eben mal etwas rötlicher, oder kühler.
Der Stereo-Ton klingt etwas hohl verfärbt, ein wenig blechern und neigt zu Verzerrungen bei erhötem Lärmpegel. Trotzdem ist die Klangqualität in dieser Preisklasse vollkommen in Ordnung, so lange man nicht erwartet, dass das Mikrophon in Konzertlautstärke durchhält.
Handhabung ***
Sie liegt gut in der Hand. Der Auslöser ist gut erreichbar. Die Einstellungen mittels Touchscreen sind dann doch etwas fummelig. Den Autofokus mittels Finger-Tipp zu positionieren ist eine gute Sache. Doch bin ich eher ein Freund von Tasten und Knöpfen. Denn auf dem Display passiert es nicht all zu selten, dass man sich vertippt oder verTOUCHT.
Fazit:
Trotz das die S1450 überwiegend drei Sterne kassiert hat, gebe ich ihr vier, da sie einen guten Preis hat, fein ausschaut und für Foto-Menschen, die weniger wert auf manuelle Einstellmöglichkeiten legen, bestens geeignet ist. Eine gute Schnappschusskamera. Dennoch denke ich, hätte Nikon die Investition in einen anständigen Bildstabilisator stecken sollen und nicht in ein Touchdisplay. Klarer Vorteil: Das Display ist sehr groß und die Kamera schön klein. Wer damit kein Problem hat, dem kann ich die Coolpix S4150 empfehlen.
Pro:
+ Feines und sehr kompaktes Design
+ Großes Touchdisplay
+ Fokus manuell per Touchdisplay einstellbar
+ 19 Motivprogramme
+ Schnelle Startzeit
+ 720p HD-Video in Stereoton
Contra:
- Wenig manuelle Einstellungsmöglichkeiten
- uneffektiver Bildstabilisator
- geringe Blitzlichtreichweite (eher für Räume geeignet)
- Touchdisplay nicht jedermanns Sache