Was mir als erstes aufgefallen ist: es ist gar kein Kamerabuch. Naja, jedenfalls nicht nur ein Kamerabuch. Es beschränkt sich nämlich nicht darauf, nur Einstellungen und Funktionen der Kamera zu erläutern, sondern erklärt diese in einem sinnvollen Zusammenhang und beleuchtet auch die Hintergründe. Und damit meine ich, dass Begriffe wie Tonwertumfang, Zonensystem, Lichtwert aber auch Spitzlichtkontrolle, Belichtungs-Messwertspeicher und Verschlusssynchronisation sauber erklärt und in einen praktischen Bezug zur Nikon D700 gesetzt werden.
Der Autor beginnt mit dem technischen Schickschnack der Kamera, dann kommen ein paar theoretische Grundlagen des digitalen Fotografierens (das klingt langweiliger als es tatsächlich ist) und zum Ende hin kommen die Funktionsbeschreibung der Nikon D700 mit massenhaft Empfehlungen und Erläuterungen. Als Bonus erklärt der Autor noch schnell Nikons digitale Dunkelkammer.
Gerade der mittlere und der letzte Teil des Buches, also »Grundlagen für Fortgeschrittene« und »Voreinstellungen und Funktionen« fand ich besonders interessant. Hier wird nämlich richtig Wissen vermittelt, anschaulich kurz, knapp und präzise. Fast schon zu viel Information, um alles auf einmal aufzunehmen. Deswegen werde ich das Buch immer wieder zur Hand nehmen (müssen).
Dieses Kamerabuch musste mehr sein als nur ein Benutzerhandbuch. Des Weiteren sollte es den Profi nicht langweilen und den Amateur nicht überforden. Die Nikon D700 gehört ja offiziell ins Profilager, auch wenn viele engagierte Hobbyfotografen sie gekauft haben. Dieser Spagat war nicht leicht und trotzdem hat Markus ihn geschafft. Naja, der ein oder andere Profi würde sich vielleicht doch langweilen, aber ich glaube nicht, dass diese sich so ein Buch kaufen.
Für den engagierten und interessierten Amateur kann ich dieses Buch aber guten Gewissens empfehlen. Aufgrund der engen Verwandtschaft könnte dieses Buch übrigens auch für Eigentümer der D300 (oder gar der D3...?) von Interesse sein. Es macht auf jeden Fall Spaß zu lesen und animiert einen, auch mal wieder etwas mehr mit der Nikon D700 zu experimentieren, ja zu spielen!
Ein wirklich tolles »Kamerabuch«.