Ich wollte meine D40 mit 6 Megapixel nach oben abrunden und habe eine Digitale Spiegelreflex gesucht, die eine wessentliche Steigerung bedeutet, aber nicht soviel kostet wie eine D3 oder eine Profi DSR mit allen Schikanen. Da ich bereits über 9 Nikon-Objektive verfüge, davon 3 im DX-Format, sowie 2 Nikon-System-Blitze, lag der Schwerpunkt meiner Suche auf die D90, D5000 und D300.
Aber auch die Canon 450 D und die Olympus E-620 kamen in die engere Wahl. Mit Canon habe ich sehr gute Erfahrungen mit Kompaktkameras (Ixus 40, 50, 400,....und jetzt 970 IS) gemacht, und von Olympus hatte ich um das Jahr 2000 jahrelang eine Digitalkamera beruflich intensiv und stets zur Zufriedenheit benutzt. Grundsätzlich sind sowohl die D5000, die EOS 500D und die E-620 Top-Kameras, entscheidend ist eher welche Objektive dazu kommen.
Suche und Entscheidung
Die besten Reviews mit Testbilder etc. für eine Kaufentscheidung befinden sich bei:
"DigitalCameraReview.com"
"letsgodigital.org/de" "dkamera.de/testberichte/nikon/d5000" (mit Vergleich mit Canon EOS 500D)
"dpreview.com/previews/..."
"reviews.cnet.com/digital-cameras/..."
Besonders "dpreview" mit 14 Seiten Test ist sehr detailliert.
Ich habe es auch nicht unterlassen, zahlreiche deutsche Seiten und Zeitschriften zu besuchen bzw. zu lesen um mir eine Meinung zu bilden.
Die Liste wäre hier zu lang. Aber ich empfehle die o.g. Seiten zu lesen, um sich "objektiv" zu informieren.
Auffallend ist, daß die "Tester" zu unterschiedliche Ergebnisse kommen.
Bild fand z.B. die Nikon D5000 langsamer als die Olmpus und die Nikon, bei cnet war sie aber bei allen 4 Arten von typischen Auslösungen schneller als alle andere Kameras.
Hinsichtlich der Bildqualität fiel mir auf, daß der Sensor der D5000 nicht so "agressiv" abgestimmt wie die EOS 500D ist und eine Spur präziser auflöst (dkamera.de/testberichte/nikon/d5000/bildqualitaet). Besonders die Vergleichsabbildung der Uhr und der Flaschenetikette zeigen es deutlich.
Die Bildqualität und die Auflösung waren für meine Kaufentscheidung maßgeblich (Schließlich hat die D5000 das gleiche Innenleben als die D300 / D90), aber auch meine zahlreiche Nikon-Objektive und Zubehör.
Das beste Angebot fand ich bei Amazon Resterrampe. Dort fand ich "meine" D5000, denn dort war sie mit Abstand am günstigsten.
Gleich nach der Bestellung plagten mich aber Zweifeln:
- das Display hatte nur 2,5" mit 230.000 pixel, das der D90 aber 3,0" mit 920.000 pixel
- der Sucher war ein einfacher "Pentamirror", der von der D90 war aber ein "Pentaprism" - und in den Foren fanden akademische Debatte von Nicht-Besitzer, die zweifelten, daß das schwenkbare Display sich mit einem Stativ verwenden ließ, usw... usw...
Ich fragte mich ob ich vielleicht doch die falsche Entscheidung getroffen hatte und könnte nur schwer einschlafen.
Kauf und Lieferung
Das Paket wurde am Samstag gleich versandt und Montag mittag hatte ich die Kamera in Betrieb (Kompliment an Amazon-Resterrampe) !.
Die Kamera war als "gebraucht" angegeben, aber lediglich das Kit-Objektiv war einmal ausgepackt gewesen, ansonst war alles vollkommen neu.
Da es mir zu lange dauerte bis der Akku geladen war, habe ich erstmal ein Akku der D40 eingesetzt (ich verwende nur Original-Akkus) und die Kamera zunächst damit betrieben: Überhaupt kein Problem !
Dann machte ich stundenlang Bilder: Innen, außen, mit und ohne Blitz, mit und ohne Stativ, mit DX-Objektive, mit Nikkor-Objektive (also ohne AF) und manuell und analysierte die Ergebnisse.
Erfahrungen
Ich möchte hier nicht Tatsachen wiederholen, die überall nachzulesen sind, sondern über Erkenntnisse berichten, die mir wichtig erscheinen und nicht sonderlich bekannt sind.
Positive Erfahrungen
Zuerst die positiven Erfahrungen:
- Das Display ist zwar nicht das Größte, ist aber ungeheuer scharf und hell. Prima ! Sicher ist es bei der D90 um klassen besser, aber es ist kein Grund eine Kaufentscheidung negativ zu beeinflüßen.
- Die Kamera läßt sich problemlos an einem Stativ (Eschenbach, Cullmann oder Victory pro) betreiben. Die Montageplatte habe ich gleich an der Kamera angeschraubt. das Display läßt sich nach unten auf fast 45 °
ausklappen, kann aber auch ganz normal um 180 ° gedreht und in die Kameramulde eingelegt werden. Die akademische Diskussion und die Spekulationen von selbsternannten Experten, die diese Kamera nie in die Hand hatten über Probleme bei der Verwendung eines Stativs sind unbegründet.
- Die Kamera fokusiert und löst eigentlich sauschnell aus. Im Normalfall verfolgt man das Motiv mit halbgedrückten Knopf und drückt es runter im richtigen Moment. Der Verschluß reagiert dann innerhalb weniger hunderstel Sekunde. Vergessen Sie also die Messungen von Bild aus dem Stand und schauen Sie sich lieber die praxisgerechte Messungen von cnet an, sie sind beeindruckend und entsprechen meine Erfahrungen.
- Angeblich soll lt. Bild, die D5000 gegenüber Mitbewerber nicht das beste Bild haben. Das ist M.E. nicht ganz richtig:
Richtig ist, das die Canon EOS 500D i.d.R. effektvollere, brillantere Bilder macht weil sie "agressiver" abgestimmt ist. Diese "effektvolle" Abstimmung sieht zwar auf den ersten Blick verlockend aus, wirkt sich aber z.B. bei Portraits negativ aus und betonnt Hautflecken und Poren. Auch die Uhr in den Testbilder von cnet ist von der EOS 500D zu knallhart und unnatürlich abgebildet. Ich bevorzüge die "sanftere" Abstimmung der D5000. Es ist auch leichter die Bilder der D5000 nachträglich zu erhellen und mehr Kontrast zu verleihen, als die Bilder der Canon EOS 500D zu "besänftigen". Darüber hinaus zeigen die o.g. Testbilder von cnet eindeutig, das die D5000 präziser zeichnet: Das ist an dem Vikingschiff der Flascheetikette unverkennbar: Die knallbunten Farben der EOS sind vielleicht mehr spekakulär, aber offenbaren weniger Details und Klarheit.
- Nicht nur die Akkus der D40 passen in die D5000. Sie reichen aus für ein Paar hundert Bilder, auch mit Blitz, auch mit Display ! Der Kabelloser-Fernauslöser ML-L3, funktionniert auch prima bei der D5000. Was ich noch nicht ausprobiert habe ist der Batteriegriff.
- Alle Nikon-Blitze ab SB-400 oder höher (600, 800, 900) gewährleisten iTTL-Belichtung. Probiert habe ich das SB 600. Bis 5-6 Meter reicht der eingebaute Blitz im Normalfall aus und gibt die Farben verdammt gut wieder, Holztöne eine kleine Spur wärmer als in Natura. Im Menü Blitz kann man auch manuell wählen wieviel Prozent der Leistung er abgeben soll. Aber auch ältere Blitze sollten Sie nicht unbedacht ausrangieren: Der SB 24 erkannte in TTL-Modus zwar den Zoom nicht, machte aber klasse Bilder und es lohnt sich m.E. nicht mehrere hundert Euro für ein neues Blitzgerät auszugeben.
- Nicht DX-Objektive können auch bei der D5000 verwendet werden. Probiert habe ich u.a. das legendäre Nikkor 50mm, das Nikkor 70-210mm f:4-5,6 , das Nikkor 35-135mm f:3,5-4,5, das Nikkor 35-70mm f:3,3-4,5, das Tokina AT-X 35-70mm f:2,8, das Tokina 28mm f:2,8 etc. Man muß nur manuell fokusieren, aber das ist kein Beinbruch sondern Fotografie.
- Ansonst das übliche, was man von Nikon kennt: Saubere und scharfe, fast rauschfreie Bilder, Super Bedienung, umfangreiche Funktionen. Es gibt so gut wie nichts was nicht einstellbar ist und der ambitionierte Fotograf dürfte an der umfangreiche Ausstattung Nichts vermissen. Die Einzelheiten über die Kamera können Sie sind im Internet nachlesen.
Zum Spaß habe ich Aufnahmen mit Stativ im Innenraum um 22:00 Uhr (Ende Mai), ohne jegliche Beleuchtung gemacht (ISO 1600 und 20 Sekunden Belichtungszeit): Die Farben entsprachen Aufnahmen bei Tageslicht !
Weniger positiven Erfahrungen
Vor 10 Jahren wären Profi-Fotografen auf die Knie bis nach Lourdes gepilgert um so eine Kamera zu bekommen. Heutzutage ist die Meßlatte sehr hoch und es ist nicht alles perfekt an der D5000:
- Der Sucher ist wirklich sehr dunkel. Vielleicht bin ich von der F4s verwöhnt, aber um manuell zu fokusieren müßte ich im Innenraum nach Sonnenuntergang das Licht anmachen um überhaupt etwas zu sehen.
Besonders schlimm ist das wenn man mit Zoom-Objektiven über 100 mm ab f:4,5 fotografieren möchte. Die Ausschußquote ist einfach enorm. Bei AF-DX-Objektiven ist das natürlich nicht der Fall, sie fokusieren auch scharf selbst wenn man kaum etwas sieht.
Das hat zur Konsequenz, daß wegen dieses Billigteils, hochwertige Zoomlinsen, die nicht bei der D5000 automatisch fokussieren nur bei ausreichender Beleuchtung verwendbar sind.
Das finde ich richtig ärgerlich und das Mäuse-Kino am Display (Lt. Werbung: "Life View"), kann nicht darüber hinweg trösten. Hilfreich sind lediglich die im Sucher einblendbaren waagerechten und senrechten Linien sowie die zahlreichen Informationen.
- Bei etwas schwachen Lichtverhältnissen, z.B. Dämmerung, treten (mit Nikkor-Objektiven) krasse Farbverfälschungen auf: Weisse Wäsche wird hellblau , rote oder rotbraune Dächer werden grünlich abgebildet. Ich habe versucht dies mit andere Einstellungen der white balance zu ändern, bisher ohne nennenswerter Erfolg. Allerdings habe ich noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft (Es gibt z.B. ein RGB-Farbschema in 2D wo man die Farbbalance in allen Richtungen verändern kann).
- Die Schärfe des kleinen Sensors hat ihre Grenze. Z.B. bei einer Tannengruppe in ca.
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