Vorweg - ich bin kein Canon-Fotograf, der sich schickt, eine Rezension betreffend einer hervorragenden Nikon-DSLR zu schreiben, um an derenLack zu kratzen, sondern seit über 20 Jahren Nikon-Fotograf. Nicht, weil ich von Canon nichts halte (damit versuche ich zugleich den Canon-Anhängern den Wind aus den Segeln zu nehmen, die diese Rezension zum Anlass nehmen könnten, um in den Contra-Nikon-Chor einzustimmen), sondern weil ich meine Langzeit-Erfahrungen mit der D300 weiter geben möchte.
Die Vorzüge und positiven Eigenschaften der D300 seien aufs Wesentliche beschränkt nur kurz angeführt, da den Interessierten hinlänglich bekannt und in zahlreichen mehr oder weniger aussagekräftigen 5*-Rezensionen von Vorschreibern nachzulesen:
Pluspunkt: exzellente AF-DSLR mit sehr guter Verarbeitung, solide, sehr gute Haptik
Pluspunkt: zuverlässig
Pluspunkt: sehr guter Autofokus, auch im "Continous" Mode punkto Schärfe-Nachführung "sehr gut"
Pluspunkt: zahlreiche Programm- und Belichtungsmodi
Pluspunkt: gute Menüführung mit zahlreichen individuellen Einstellungsmöglichkeiten
Pluspunkt: Live-View
Pluspunkt: 1/8000s als kürzeste Belichtungszeit (diejenigen, die noch nie Aufnahmen von spritzendem Wasser bei 1/4000s und 1/8000s vergleichen konnten, mögen sich bitte den daher kontraproduktiven Kommentar "Wer braucht schon 1/8000s?" verkneifen, soferne sie dazu ansetzten wollten. *grinst*)
Nun aber zu den wenigen Nachteilen/negativen Punkten, die nach zweijährigem Gebrauch und über 14.500 Aufnahmen mit der D300 dazu führen, dass ich anders als die Masse es "wage" dieser Kultkamera nur 4 Sterne zu verleihen:
Minuspunkt: Seit wenigen Monaten sind bei der Betrachtung der Bilder am hochauflösenden Display auf der Rückseite des Bodies störende Staubfuseln zu erkennen. Klar, kein Problem. Einfach die sinnvolle, von Haus aus mitgelieferte Schutzabdeckung entfernen und das Display säubern.
Ärgerlich nur, wenn man so feststellen muss, dass sich diese Staubfusel unter der eigentlichen Displayscheibe befinden. Ein "Entfernen/Säubern" also ohne Einschicken an den Nikon-Kundendienst, die hier wohl das gesamte Gehäuse zerlegen müssten, um das Störnis zu beheben, ist nicht möglich.
Außerdem befinden sich im Randbereich des Displays leichte Schlieren, die ebenfalls "unter" der Scheibe sind und die nur bei ausgeschaltetem Display und abgenommenen Displayschutz sichtbar sind.
Kamera einschicken, eine Menge Geld dafür zahlen, dass tief in das Innenleben der Kamera eingegriffen wird, nur um ein paar Monate später vielleicht oder sogar wahrscheinlich wiederum das gleiche Problem zu haben? Nein Danke, also "leben" wir einfach mal mit diesem kleinen Mangel mit dem Vorsatz hierauf beim Kauf der nächsten Nikon genauestes Augenmerk zu legen.
Anmerkung/Beobachtung: Der Bildsensor der Kamera, besser gesagt der Tiefenpassfilter, der sich über dem eigentlichen Bildsensor befindet, scheint Schmutz magisch anzuziehen. Jetzt muss man dazu sagen, dass ich sehr häufig Objektivwechsel durchführe und es natürlich allgemein bekannt ist, dass der elektrisch aufgeladene Sensor Staubpartikel anzieht/anziehen kann.
Die kameraeigene Sensorreinigungsfunktion liest sich zwar nett, hat praktisch aber einen eher zu vernachlässigende Wirkung. Sollte es damit tatsächlich gelingen, den Staub "abzuschütteln" fehlt wohl die "Absaugvorrichtung", um den Staub über irgendein Auspuffröhrchen aus dem Kamerinneren zu transportieren. ;-)
Wo soll der Staubpartikel denn hin? Im Spiegelkasten herumschwirren, sich irgendwo in der Nähe nieder zu lassen, um dann wieder vom Sensor angezogen zu werden?
Hier hilft nur sanfte Innenreinigung. Am besten mit einem ausreichend dimensioniertem Blasebalg, wie etwa dem "Hama - Dust Ex". (Allerdings soll hier das aktuelle Modell in einigen Fällen eine ziemliche Ausdünstung besitzen, so man den Berichten Glauben schenken darf. Bei meinem 20 Jahre altem Teil (sozusagen der Urururururururgeneration war dies entweder nicht der Fall, oder er hat bereits "ausgedünstet". Andererseits eine Seltenheit, dass man ein Teil kauft und es nach 20 Jahren immer noch brav seinen Dienst verrichtet und das tut, was es tun soll, es "bläst".)
Kamera in den Reinigungsmodus versetzen (funktioniert nur bei vollem/beinahe vollem Akku oder angeschlossenem Netzteil), Gehäuse mit der Öffnung nach unten halten und mit dem Blasbalg den Sensor "manuell Druckluftreinigen".
Mit etwas Glück sind die Staubfusel am Tiefenpassfilter (die im Wesentlichen nur bei kleineren Blenden wie f 8,0 oder kleiner und bei einfärbigen Motiven sichtbar werden) somit für kurze Zeit kein Thema mehr.
Mein Rat - keine Druckluft aus der Dose verwenden, da hier allzuleicht Kondensat/Treibmittel ihren Weg ins Kameragehäuse finden könnten und den Sensor zusätzlich verunreinigen oder sogar beschädigen könnten.
Sollte der Sensor dann doch hartnäckigere Verschmutzungen aufweisen, die sich mit der "sanften" Reinigung nicht mehr beseitigen lassen, wird eine Sensorreinigung fällig.
Hier heißt es entweder Kamera wiederum an den Nikon-Kundenservice einschicken und je nach Region mehr oder weniger dafür löhnen oder selbst Hand anlegen. (Es gibt auch Fotohändler, die selbst Sensorreinigungen anbieten, allerdings wird hier das Ganze oft nur "verschlimmbessert")
Nachdem mir im Fotofachhandel für die Sensorreinigung durch den Nikon-Service ein Preis von 70,00 bis 110,00 genannt wurde (wie meine Recherchen im Anschluss ergaben, gibt es für registrierte Kameragehäuse günstigere Angebote, inkl. Versandspesen fallen aber dennoch ca. 60,00 an), habe ich mich schlau gemacht und im Internet nach Berichten umgesehen.
So findet jeder nach Bedarf das für ihn bzw. seine DSLR passende Reinigungs-Kit. Ob man die Sensor-Reinigung selbst vornehmen möchte oder nicht, bleibt natürlich jedem überlassen und man sollte sich gut überlegen, ob man sich drüber wagen möchte, denn im schlimmsten Fall ist der Sensor kaputt und dann wird es richtig kostspielig.
Das kann aber nur passieren, wenn man sich NICHT genau an die Anleitung, die den Reinigunskits beiliegt, hält. Wer also nicht den Inhalt des Fläschens in den Spiegelkasten leert, ehe er mit den Sensorswaps stochernd die Beschaffenheit des Tiefenpassfilters/Bildsensors unterm Reinigungsflüssigkeitsspiegel erahnen möchte, braucht sich - wenn er handwerklich nicht vollkommen untalentiert ist - nicht vor der Reinigung fürchten.
Nach langem Abwägen hat mich damals ein Bericht ermutigt, dem zu entnehmen war, dass man sich wirklich schon sehr ungeschickt anstellen muss, um es zu schaffen, den Sensor zu beschädigen.
Also habe ich mir ein für die Nikon D300 passendes Kit um knappe 30,00 bestellt und meinen Tiefenpassfilter/Sensor selbst gereinigt. Anfangs habe ich den Zustand selbst nur verschlimmbessert", aber nach zwei, drei Versuchen hatte ich den Dreh heraußen und konnte mich über einen schlieren- und staubfreien Tiefenpassfilter/Sensor freuen.
Wichtig ist dabei wirklich nur, dass man nicht mehr, als die empfohlene Menge an Reinigungsflüssigkeit auf den Bausch aufträgt und den Sensorswap nur sanft über den Tiefenpassfilter/Sensor zieht.
(Ich führe immer Tiefenpassfilter/Sensor an, weil allgemein immer vom verschmutzten Bildsensor" gesprochen wird, tatsächlich ist es jedoch der Tiefenpassfilter, der sich über dem eigentlichen Sensor befindet, der verschmutz ist)
Ich führe die Sensorschmutzempfindlichkeit" bewusst als Nachteil" und nicht als Negativpunkt" an, da hier bei den DSLR's generell markenunabhängige Empfindlichkeit besteht und es natürlich auch darauf ankommt, wie oft Objektive und unter welchen Rahmenbedingungen sie gewechselt werden.
Mir kommt subjektiv empfunden jedoch vor, dass der Sensor der D300 rascher verschmutzt, als der meiner Ex-Kameras Nikon D70 und D200. Vielleicht aber auch nur Einbildung, weil man mit zunehmender Erfahrung stärker drauf achtet.
Minuspunkt: Hot Pixel. Darüber liest man eigentlich sehr selten. Möglich, dass es weniger Anwender betrifft, da sie selten unter den entsprechenden Bedingungen fotografieren, doch sie sind da. Unter Hot Pixel" versteht man Pixel die heller" leuchten, als die Umgebungspixel. Diese leuchten dann in einem grellen Grün/Gelb, Rot oder Blau.
Hot Pixel treten vor allem bei langen Belichtungszeiten und/oder hoher ISO-Empfindlichkeit auf, da sich hier der Sensor erwärmt und zu diesem Ärgernis neigt.
Es gibt Bildbearbeitungssoftware, wie etwa jene von Adobe, die diese Hot Pixel automatisch heraus rechnen". Betrachtet man die Aufnahme am Display und vergrößert den Ausschnitt, werden diese Hot Pixel oft schon bei geringer Vergrößerung sichtbar.
Wenn diese Hot Pixel erst ab ISO 3.200 oder ISO 6.400 und Belichtungszeiten über 10 Sekunden auftreten, mag dies ja noch akzeptabel sein.
Wenn allerdings bereits ab ISO 640 und 1/30 s Verschlusszeit ein dezenter Hot Pixel sichtbar ist, so stört" das zwar noch nicht im finalen Bild, da ein paar Pixel von 12 Millionen nicht unbedingt auffallen müssen, aber es trübt den Gesamteindruck.
Ab ISO 3.200 stellt sich dann ein wahres Schneegestöber" von blauen, weißen und roten Punkten ein.
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