'.Einsteigerklasse:
Ich bin seit Jahren stolzer Besitzer eines Optolyth Alpin NG 8 x 40, was von der optischen und mechanischen Qualität her im oberen Mittelfeld anzusiedeln ist. Jedoch auf Grund des ideellen und auch materiellen Wertes ist dieses Glas einfach zu schade, es immer dabei zu haben, was unweigerlich Gebrauchsspuren hinterlassen würde.
Also bestellte ich mir für diesen Zweck im Doppelpack das Nikon Action 10 x 50 CF und das 7 x 35 CF.
Was im Vergleich zum Optolyth die Ergonomie und die mechanische Qualität angeht, besteht kein Zweifel, dass teurere Geräte der namhaften Hersteller schlichtweg ihr Geld wert sind: schon in der Ergonomie trennen die Gläser Welten voneinander, beim Alpin leichtgängiger und leicht erreichbarer Mittelradtrieb und die Dioptrieneinstellung am rechten Okular bleibt bei dem Wert, an dem sie eingestellt wurde. Über die Gehäusequalität muss man ebenfalls nicht viele Worte verlieren.
Aber jetzt kommt's:
Bei normalen durchschnittlichen Wetterverhältnissen stehen, was die Mitte des Sichtfeldes angeht, weder das Action 7x35 noch das 10x50 dem Optolyth in der Detailauflösung nach. Knackig scharf, sämtliche Details erkennbar. Zum Rand hin lassen die Auflösung und Schärfe dann etwas nach, was meinem Empfinden nach nicht störend ist.
Man muss dazu sagen, dass sich die Hersteller die bessere Qualität an den Sichtfeld-Rändern mit geringeren Sichtwinkeln "erkaufen" , so hat zB das Alpin 10 x 50 NG von Optolyth ein Sichtfeld von gerade mal 89m/5,1 Grad, was ein freihändiges Benutzen fast unmöglich macht. Dem gegenüber hat das Nikon Action satte 114m/6,5 Grad zu bieten. Demzufolge kann man das Nikon Action trotz der 10fachen Vergrösserung problemlos freihändig nutzen - ohne "zittern".
Das Alpin (und mit Sicherheit auch andere Gläser in dieser Preisklasse) spielt allerdings dann seine Trümpfe aus, wenn vom Wetter her draussen "Suppe" ist oder über Frankfurt/M. eine Dunstglocke liegt, hier macht sich die aufwendigere Vergütung der Gläser und der Prismen bemerkbar und der Unterschied zur Einsteigerklasse ist dann auch in der Optik sichtbar.
Während bei den Nikons Dunst Dunst bleibt man bei "Suppe" den Eindruck hat, durch ein mit verdünnter Milch gefülltes Glas zu
sehen, "filtert" die Optik des Optolyth recht gut - was dementsprechend Ferngläser wie die von Optolyth für den anspruchsvollen Einsatz, wie zB in der Dämmerung bei Jägern, fast unabdingbar macht.
Wenn man allerdings ein Fernglas haben möchte, was lediglich "nichtprofessionellen" Ansprüchen in der Optik und der Mechanik gerecht werden muss, sind die Ferngläser der Reihe "Nikon Action" ihr Geld mehr als wert.
Sie wirken vom von der Anfassqualität her sehr hochwertig und die Optik braucht, wie bereits erwähnt, bei normalen Sichtverhältnissen, den Vergleich zu teureren Gläsern nicht zu scheuen. Ein Wermutstropfen ist bei der Action-Reihe , dass die Gläser ausnahmslos sehr gross sind und auch nicht gerade Leichtgewichte sind, was ich persönlich allerdings nicht unbedingt als Nachteil sehe. Wenn man bedenkt, dass keines der Nikon-Action CF Ferngläser mehr als 100 ¤ kostet, kann man sich bedenkenlos, 3 -4 Stück für jeden Einsatzzweck (je nach Vergrösserung) kaufen, ohne dass die Haushaltskasse arg überstrapaziert wird.
Auf jeden Fall wäre es auch an der Zeit, für andere (deutsche) Hersteller von Ferngläsern, sich ein Beispiel an Nikon zu nehmen und ebenfalls eine solche Produktlinie auf den Markt zu bringen.