...die für Nikon-Spiegelreflexkameras zu bekommen sind. Ich betreibe es an einer D700 (FX - der Bildwinkel entspricht damit einer 2fachen Vergrößerung oder 2fachen Normalbrennweite).
Die optische Leistung ist hervorragend, wobei die D700 über Objektivschwächen wohlwollender hinwegsieht als DX-Kameras oder die hochauflösende 36MP-D800. Ich kann beim Abblenden keine Verbesserung erkennen (und damit keine Notwendigkeit, abzublenden, wenn Schärfentiefe nicht benötigt wird). Das Bokeh ist hervorragend, der AF-S-Motor sauschnell (sogar im Makrobereich, während manche Objektive mehrere Sekunden zum Scharfstellen benötigen), der Fokusring butterweich und präzise. Das Chassis ist aus Metall gefertigt und fühlt sich dementsprechend robust und hochwertig an. Es passt sehr gut zur (relativ schweren) D700. Die mitgelieferte Streulichtblende rastet sauber ein und ist in vielen Situationen sehr nützlich, obgleich sie bei großen Abbildungsmaßstäben im Weg sein kann. Die mitgelieferte Tasche ist praktisch, hochwertig und Standard bei Nikon.
Aufgrund seiner Brennweite von 105mm und der relativ hohen Lichtstärke ist dieses Objektiv nicht nur für Makros, sondern auch sehr gut für Portraits geeignet - vor allem an FX. Der VR (Stabilisator) leistet hier gute Dienste - das Fotografieren wird komfortabler, und die Wahrscheinlichkeit, bei eigentlich zu langen Verschlusszeiten ein scharfes Bild zu bekommen, steigt (auch bei Portraits, Menschen bewegen sich eben unregelmäßig). Im Makrobereich könnte ich häufig drauf verzichten - da sollte man kurze Verschlusszeiten von mind. 1/200 Sek. nicht unterschreiten.
Die einzigen Minuspunkte sind Preis und Gewicht. An einer D5100 oder D3100 wäre mir das Objektiv zu schwer. Gottseidank gibt es ja Alternativen:
-Nikon AF-S 60mm VR - leichter, günstiger
-Tamron 60mm 1:2 - kein Stabilisator, nicht FX-tauglich, kein schneller und leiser Autofokus, aber höhere Lichtstärke, sehr leicht, günstig
-Sigma 70mm 1:2,8 - vielleicht noch eine Idee schärfer, kein schneller und leiser Autofokus, kein Stabi, relativ leicht und bezahlbar
-Nikon 85mm 1:3,5 DX - nicht FX-tauglich, weniger Lichtstärke, leicht
-Tamron 90mm 1:2,8 - kein VR, kein schneller und leiser Autofokus
-Tokina 100mm 1:2,8 - wie Tamron 90mm, nur etwas länger und massiver gebaut
Makrospezialisten wollen vielleicht noch etwas mehr Brennweite für komfortableres Makrofotografieren:
-Sigma 150mm 2,8 OS HSM - behält trotz der langen Brennweite die hohe Lichtstärke bei, ideal für Portraits draußen, schwer
-Sigma 180mm 2,8 OS HSM - extremes Objektiv, längstes Makro mit Blende 2,8, sauschwer
-Tamron 180mm 1:3,5 - kein Stabi, Ultraschallfokus und nur Blende 3,5, dafür billiger und leichter
-Nikkor 200mm 1:4 - sehr hochwertig, längstes Makro, puristisch ausgestattet, aber ideal für MF und Stativ, teuer
Das 105er ist für mich sowas wie die goldene Mitte. Nicht zu teuer, nicht zu schwer, nicht zu lang für Portraits, nicht zu kurz für Makros. Es ist sehr gut ausgestattet mit VR und AF-S; was selbst eingefleischte Manuell-Fokussierer und Stativ-Verwender ab und an zu schätzen wissen. Daher kann ich das Objektiv guten Gewissens empfehlen, jedoch mit dem Rat, sich die günstigeren, obendrein leichteren Alternativen anzuschauen - manchmal muss es ja nicht das Beste sein :-)