Ich war neugierig auf das 2,8/40 DX Micro zum erstaunlich kleinen Preis, aufgrund dessen ich der Optik nicht allzu viel zutraute.......... . Auch wenn ich bereits 2 Micros besitze, das 2,8/105D und das 20 Jahre alte 2,8/60, habe ich zugeschlagen und es nicht bereut.
Der Kaufgrund (außer Neugierde): Ich habe immer gerne ein "Normalobjektiv" gehabt, mit dem ich ein bischen näher herangehen kann, wenn ich nur mit einem Objektiv losziehe. Für KB/FX ist das mein Uraltschätzchen AF 2,8/60, das trotz seines beträchtlichen Alters noch ausgezeichnete Leistungen auch an den Digitalkameras vollbringt. Aber an der APS-C D7000 sind 60mm nun mal keine Normalbrennweite mehr, sondern ein leichtes Tele und von daher nicht mehr universell verwendbar.
Man stutzt schon ziemlich, wenn man das Objektiv auspackt und in der Hand hält, denn es ist verdammt leicht (das 2,8/60 wiegt locker das Doppelte, ganz zu schweigen vom 105er) und vermittelt auch durchaus nicht den massiven Eindruck der beiden anderen Micros. Es klingt "dünn" und "hohl" beim Anfassen. Für einen Fotografen mit 25 Jahren Nikon-Tradition auf dem Buckel ziemlich gewöhnungsbedürftig. Das Bajonett ist recht schwergängig - mein übriges Dutzend Nikon-Objektive geht allesamt leichter ins Bajonett. Damit sind nun die Mängel im Wesentlichen beschrieben - das Aha-Erlebnis kommt beim Fotografieren. An der Bildqualität gibt es per Saldo wenig zu Meckern. Die Linse gibt nah und fern knackige Fotos in saftiger Farbe und Kontrast. CAs habe ich bislan_g nicht festgestellt, Vignettierungen sind bei überwiegend hellen Bildern und Blende 2,8 erkennbar, bei f 2,8 sind die Ergebnisse auch kontrastschwächer und insbesondere zum Rand hin etwas weicher, aber insgesamt durchaus noch verwendbar. Das Bokeh sieht harmonisch aus. Der AF ist genau und hinreichend schnell (es handelt sich hier schließlich um ein Micro und nicht um ein hochgeöffnetes Telezoom für Sportaufnahmen), zudem auch völlig geräuschlos. Ein Schalter zum Limitieren des Einstellweges ist auch an Bord. So weit, so gut.
Man muß sich aber im Klaren darüber sein, daß beim 40er Micro der freie Arbeitsabstand mit 5 cm bei 1:1 sehr gering ist. Wenn man wirklich ernsthaft Abbildungsmaßstäbe von 1:2 bis 1:1 fotografieren möchte, sollte man das mit diesem Objektiv nicht vorrangig tun, aber auch nicht unbedingt mit dem neueren AF-S 2,8/60, denn auch das liefert keinen größeren freien Arbeitsabstand als das 40er. Besser für große Abbildungsmaßstäbe geeignet ist das alte AF 2,8/60(D), das immerhin einen freien Arbeitsabstand von 7,5 cm bietet (von dieser Linse gibt es noch Restbestände neu zu kaufen) oder die 85DX und 105 VR / 105D, die etwa 14-15 cm freien Arbeitsabstand liefern, wodurch sich das Objekt besser ausleuchten läßt und die Fluchtdistanz scheuer Kleinlebewesen nicht so leicht unterschritten wird.
Mein Fazit zum neuen 40er: Optisch ein prima Objektiv, ohne ein Überflieger zu sein. Die Verarbeitungsqualität macht mir einen sehr "leichten" Eindruck. Dafür und das schwergängige Bajonett 1 Punkt Abzug. Für "Hardcore-Macro-Fans" als einziges Macro sicher nicht optimal geeignet wegen des geringen freien Arbeitsabstandes, jedoch eine sehr gute Lösung, wenn man eine Normalbrennweite sucht, mit der man auch mal näher und bei günstigen Lichverhältnissen nah rangehen kann. Insofern bin ich mit dem Kauf zufrieden, denn genau so eine Optik für das APS-C-Format suchte ich.
Noch ein Tip: Wenn ich in die Fassung des 40er Micro von vorn hereinschaue, sehe ich, wie sich das Linsensystem in einer Art Schacht vor und zurück bewegt. Zu den Schachtwänden gibt es einen Luftspalt. Dadurch kann sicherlich Staub ins Objektiv dringen. Also besser einen Schutzfilter aufschrauben und diesen fest drauflassen!
Ach ja, vom Preis-/Leistungsverhältnis finde ich das Objektiv sehr gut!